Umgang mit schlechten Zeugnisnoten – 5 Tipps

Vier in Mathe, Fünf in Deutsch, "nur" eine Drei in Englisch – die Zeugnisübergabe ist für einige Kinder der Horror schlechthin. Wie Eltern ihr Kind bei schlechten Noten in der Schule unterstützen können.

Schule: Umgang mit schlechten Zeugnisnoten
| © iStock

Gute Noten gelten als wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Angesichts dieser Tatsache ist der Leistungsdruck an den Schulen in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Deshalb können schlechte Noten auf dem Zeugnis bei Schülern Stress und Angst auslösen und bei Eltern ein Grund zur Besorgnis sein. Dadurch kommt die Lernmotivation aber sicherlich nicht zurück. Ein Teufelskreis.

Doch wie reagiere Eltern richtig auf schlechte Noten? Wie können sie ihr Kind in dieser schwierigen Situation unterstützen, welche Maßnahmen sind sinnvoll? Wir haben die besten Tipps von Pädagogen und Psychologen zusammengestellt.

Auch die 2. scoyo-Podcastfolge dreht sich genau um das Thema "Richtig mit Noten und Zeugnissen umgehen". Hier gleich anhören:

Das Zeugnis ist da! Was tun bei schlechten Noten?

1. Nehmen Sie Ihrem Kind die Angst vor schlechten Noten

Am Tag vor der Zeugnisübergabe (bzw. bevor es einen Test zurückbekommt) sollten Sie Ihrem Kind versprechen, nicht über schlechte Schulnoten zu schimpfen, und dies auch einhalten. Die meisten Kinder leiden selbst genug unter ihren schlechten Noten.

Eltern sollten vermeiden, Druck auszuüben und keine Ultimaten setzen. Solche Strafmaßnahmen wirken sich nur kontraproduktiv auf das Lernen aus und erzeugen Angst. Wer Angst hat, blockiert und lernt nicht. Kinder gelangen so schnell in eine ausweglose Situation. Die Noten werden dadurch nicht besser. Hinzu kommt, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kindern darunter leidet. Besser: Eine gute, vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre schaffen und konstruktiv überlegen, wie man die Noten verbessern könnte. Und so kommen wir zu Punkt 2:

2. Gelassen bleiben, Gespräch anregen, Selbstbewusstsein von Kindern stärken

Kinder besitzen viele tolle Eigenschaften, die im Schulzeugnis nicht zur Geltung kommen können. Für all diese Talente haben wir eine Vorlage für ein etwas anderes Zeugnis entwickelt, mit dem Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken können:

Viele Eltern sind enttäuscht, wenn ihr Kind ein schlechtes Zeugnis mit nach Hause bringt. Das ist verständlich und normal. Man will nur das Beste für die Lieben.

Lassen Sie sich Ihre Enttäuschung aber nicht anmerken, sondern bleiben Sie ruhig und gelassen. Schlafen Sie ggf. erst einmal eine Nacht darüber und setzen Sie sich am nächsten Tag mit Ihrem Kind zusammen.

Beginnen Sie das Gespräch positiv und erkennen Sie gute Leistungen Ihres Kindes an: Hat Ihr Kind besondere Stärken, wie z. B. in den Fächern Sport, Musik oder Kunst? Hat es sich in einem Fach verbessert? Durch ein anerkennendes Lob können Eltern das Selbstbewusstsein ihres Kindes stärken und den Blick auf besondere Talente lenken. Denn: Ohne Selbstvertrauen geht ein Schüler im Schulalltag unter.

Versuchen Sie, sich in die Lage Ihres Kindes zu versetzen und denken Sie auch an eigene Zeugniserfahrungen und die damit verbundenen Ängste. Kindern hilft es, wenn sie das Gefühl haben, nicht allein zu sein. → Mehr dazu: Wie Eltern auf (schlechte) Schulnoten reagieren sollten

Unsere FACT-Umfrage zum Thema Zeugnis ergab, dass Zeugnisse vor allem Eltern stressen und weniger die Schüler. Die meisten Kinder sind auch mit nicht so guten Noten zufrieden. Eine Runde Gelassenheit tut also allen gut.

Diese Jungs beweisen, man kann das Ganze auch mit Humor nehmen: 

3. Suche nach den Ursachen - Gründe für schlechte Noten & Maßnahmen

Wo liegen die Ursachen für die schlechten Noten? Eltern und Kinder sollten dieser Frage gemeinsam auf den Grund gehen. Dabei können die Ursachen unterschiedlichster Natur sein.

Zu den häufigsten Gründen für einen plötzlichen Leistungsabfall zählen

Sind die Noten schon seit längerer Zeit schlechter, könnte es an falschen bzw. für Ihr Kind nicht passenden Lernmethoden liegen. Im ersten Schritt sollte jedes Kind für sich herausfinden, wie bzw. mit welchen Hilfsmitteln und Strategien es am besten lernt (→Welche Lerntypen gibt es?). 

Eventuell kann Nachhilfe oder Lernbegleitung weiterhelfen, um Wissenslücken zu schließen. Manchmal liegen die Ursachen auch tiefer - einige Kinder leiden unter Lernschwächen und können durch eine geeignete Förderung ihr Selbstvertrauen zurückerlangen. Ggf. ist auch über einen Schulwechsel nachzudenken. 

Bei allen Punkten, die Schule und Unterricht betreffen, sollten Sie das Gespräch mit dem Lehrer suchen – oft kann sich nur so nachhaltig etwas ändern. (→ Tipps für ein erfolgreiches Eltern-Lehrergespräch)

Kinder möchten in Entscheidungen, die sie selbst betreffen, einbezogen werden. Fragen Sie deshalb auch Ihr Kind, welche Hilfen es benötigt, um seine schulischen Leistungen zu verbessern. "Je mehr es das Gefühl hat, dass nicht über seinen bzw. ihren Kopf hinweg entschieden wird, umso eher wird es Entschlüsse akzeptieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Lernleistungen und der schlechten Noten mittragen", so Prof. Dr. Elke Wild im Interview. Geeignete Fördermaßnahmen können Hausaufgabenhilfe, professionelle Nachhilfe oder das gezielte Training von einzelnen Lernfeldern mit Lernprogrammen sein. →Hier können Sie die Online-Lernwelt von scoyo 24 Stunden kostenlos testen.

4. Realistische Ziele definieren & strukturiert lernen

Um die Noten zu verbessern, hilft es, Ziele zu formulieren, die für Kinder realistisch und erreichbar sind (z. B. Verbesserung im Fach Deutsch um eine Note). Etappenziele für kleine Lernerfolge motivieren zusätzlich (z. B. ich melde mich in jeder Unterrichtsstunde mindestens 2x).

Zeitpläne und Strukturen geben Sicherheit. Das brauchen Kinder. Treffen Sie gemeinsam feste Vereinbarungen über den Lernort, die Lernzeit und das Lernpensum. Zudem kann es hilfreich sein, einen Lernplan zu führen, um gezielt für Klassenarbeiten zu lernen.

Mehr Tipps: 

5. Kindern regelmäßig eine Auszeit gönnen

Ferien sind Ferien. Sie geben Kindern die Möglichkeit, eine Auszeit vom anstrengenden Schulalltag zu nehmen und abzuschalten. Lernen, Nacharbeiten und vertiefendes Üben gehören nicht an den Anfang der Ferien. Erst zum Ende der Schulferien sollten sich Kinder auf das neue Schuljahr vorbereiten.

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