Angst vor Klassenarbeiten: 15 Tipps gegen Prüfungsangst bei Kindern

Prüfungsangst ist gemein. Sie hält Kinder davon ab, zu zeigen, was in ihnen steckt. Ist die Angst vor Klassenarbeiten erst einmal da, heißt es: Selbstbewusstsein stärken, Ursachen finden und Stück für Stück Ängste nehmen.

Schule: Angst vor Klassenarbeiten: 15 Tipps gegen Prüfungsangst bei Kindern
Schweißnasse Hände, schlotternde Knie - Prüfungsangst hindert Kinder zu zeigen, was sie alles können

Steht eine große Prüfung bevor, ist jeder von uns mal ein bisschen nervös. Etwas Aufregung schadet auch gar nicht. Sie zeigt uns, dass uns etwas wichtig ist und treibt uns zu Höchstleistungen an. Wer gelangweilt an eine Arbeit geht, gibt nicht sein Bestes. Ein bisschen Lampenfieber ist also etwas Gutes.

Anstehende Klassenarbeiten können bei manchen Kindern aber auch richtig Panik hervorrufen. Dann tropft kalter Schweiß von der Stirn, die Knie schlottern und die kleinen Hände zittern. Laut einer Forsa-Umfrage der DAK hat jedes fünfte Kind Angst vor Prüfungen. Egal ob es um eine Präsentation oder eine schriftliche Arbeit geht. In diesen Situationen muss man sich beweisen, das Selbstbewusstsein wird herausgefordert – nicht jeder kann damit umgehen.

Ist die Prüfungsangst erst einmal da, fällt es selbst gut vorbereiteten Kindern schwer, zu zeigen, was sie können. Was folgt sind schlechte Noten, noch mehr Angst und das Gefühl, nicht zu genügen. Manche Schüler geben dann ihre Bemühungen rund um Schule oder ein bestimmtes Fach ganz auf – nach dem Motto „Es macht eh keinen Sinn.“ Jetzt heißt es: Druck rausnehmen und den Kleinen neuen Mut geben.

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► Prüfungsangst Symptome

► 15 Tipps gegen Prüfungsangst bei Kindern

Prüfungsangst Symptome

Prüfungsangst hat vielfältige Symptome. Jedes Kind reagiert anders. Die Persönlichkeit, aber auch die Ursache der Angst spielt hier eine Rolle. Das sind die gängigsten Symptome:

  • Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Schwindel, Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen

  • Exzessives Lernen oder Lernverweigerung

  • Angespanntheit, Nervosität, Aggression

  • Sehr negative Gedanken über die eigene Leistung und/oder die bevorstehende Prüfung

15 Tipps gegen Prüfungsangst bei Kindern

Wie werden Kinder die Angst vor Klassenarbeiten wieder los? Wir empfehlen, schrittweise vorzugehen: Packen Sie das Problem erst an der Wurzel. Anschließend sorgen die richtigen Lerntechniken dafür, dass die Prüfungsangst bei Ihrem Kind nicht wiederkehrt. Schnelle Hilfe geben unsere Notfalltipps.

Schritt 1: Ursachen identifizieren und eine gute Basis schaffen

1. Angst analysieren, Ursachen finden

Was macht mir eigentlich zu schaffen? So unterschiedlich unsere Kinder sind, so unterschiedlich sind auch ihre Ängste. Um die Angst vor Klassenarbeiten abzulegen, ist es wichtig, sie beim Namen zu nennen. Denn: Wer sich und seine Sorgen gut kennt, lernt leichter, mit ihnen umzugehen.

Unterschiedliche Ursachen der Prüfungsangst bei Kindern:

  • Angst vor der Prüfungssituation: Der Moment der Prüfung selbst macht Ihrem Kind Angst. Muss es sich unter Beweis stellen, setzt vor lauter Panik, der Blackout ein. Das hemmt manche Kinder schon bei der Vorbereitung. Sie lenken sich ab statt zu lernen. Andere kommen top vorbereitet zur Prüfung, doch das hilft auch nichts. Hier sind mangelndes Selbstvertrauen und schlechte Erfahrungen in Prüfungssituationen oft die Ursache.

  • Angst vor einer schlechten Note: Die Angst vor einer schlechten Note kann Kinder bereits bei der Vorbereitung hemmen und/oder während der Prüfungssituation für eine Blockade sorgen. Leistungsdruck von Seiten der Familie oder überzogene Ansprüche des Kindes an sich selbst, können der Auslöser sein. 

Fragen Sie sich: Ist Ihr  Kind generell etwas ängstlich und braucht mehr Selbstvertrauen? Gab es eine ganz bestimmte Situation, die ihm zu schaffen gemacht hat? Oder sind seine Ansprüche zu hoch gesetzt? Werden Sie sich gemeinsam bewusst, wie sich die Angst verwurzelt hat.

2. Druck rausnehmen

Einer der Hauptgründe für Prüfungsangst ist leider der Druck von Seiten des Elternhauses. Gibt es Schimpfe bei schlechten Noten? Sind Sie dann enttäuscht oder traurig? Das ist natürlich normal, Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Doch diese negativen Gefühle schüren beim Kind auch gleichzeitig die Angst vor Prüfungen. Tipps: Wie Eltern auf (schlechte) Noten reagieren sollten

Es hilft Kindern sehr, wenn Sie als Eltern für eine entspannte Atmosphäre zu Hause sorgen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieben, ganz egal welche Noten es schreibt. Dafür haben wir ein etwas anderes Zeugnis entwickelt, in dem Eltern alle die tollen Eigenschaften ihrer Kinder wertschätzen können, die Noten nicht wiederspiegeln.  Aktion #mehralsNoten – das etwas andere Zeugnis für Ihr Kind

Auch Belohnungen können Druck aufbauen: Für eine 1 gibt es das Spielzeug, das du dir so gewünscht hast! – Das ist gut gemeint, erzeugt aber leider auch viel Stress. In diesem Fall entscheidet jeder Punkt in der Klassenarbeit, ob der Wunsch Ihres Kindes in Erfüllung geht. Besser: Ein überraschendes Geschenk bei einer guten Noten, aber vor allem auch Anerkennung, wenn Ihr Kind sich angestrengt hat. So bekommt es das Gefühl, dass nicht nur das Ergebnis zählt, sondern vor allem, wie viel Mühe es sich gegeben hat.

3. Bleiben Sie realistisch

Setzen Sie die Erwartung vor einer Prüfung nicht zu hoch. Eine leichte Verbesserung ist bereits etwas Tolles. Gleichbleibende Ergebnisse, aber dafür hat das Herz nicht so doll gepocht? Wunderbar! Prüfungsangst bei Kindern geht nur langsam weg. Haben Sie Geduld und schätzen Sie gemeinsam die kleinen (Fort-)Schritte.

4. Eine entspannte Lernatmosphäre schaffen

Die Angst vor der Klassenarbeit lässt manche Kinder schon beim Lernen scheitern. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder sich an ihrem Lernplatz wohlfühlen. Ein gemütlicher und ruhiger Ort, ein paar Pflanzen und ein ergonomischer Schreibtischstuhl sorgen für die optimale Wohlfühl-Lernatmosphäre. Kleine Rituale, wie das lustige „Lern-T-Shirt“ oder eine warme Tasse Tee, helfen, den Kopf in den „Lernmodus“ umzuschalten.

Mehr dazu:

5. Wie gehen Mama und Papa mit Ängsten um?

Wie bekommen Sie Ihre Nervosität unter Kontrolle? Berichten Sie Ihrem Kind, was Sie machen und vielleicht finden Sie gemeinsam einen ganz eigenen Weg, gegen die Angst vor Klassenarbeiten anzukämpfen. Vielleicht ist es ein Maskottchen, ein T-Shirt vom Lieblingsverein oder das stärkende Lieblingsessen vor bzw. nach der Prüfung? Geben Sie ruhig zu, dass auch Sie manchmal Angst haben und dass das nichts Schlimmes ist.

6. Nicht nach Fehlern suchen, sondern nach Lösungen

Wichtig ist, dass Sie verdeutlichen: Fehler sind Hinweise darauf, was noch geübt werden muss und kein Versagen. Wer keine Fehler macht, lernt schließlich auch nichts dazu, oder? Besonders aus Misserfolgen können Kinder lernen, zukünftig mit schwierigen Situationen leichter umzugehen.

Schritt 2: Richtig lernen, ohne Druck

7. Frühzeitig mit der Vorbereitung beginnen und Pausen einplanen

Besonders bei Kindern mit Prüfungsangst ist es wichtig, rechtzeitig mit der Vorbereitung für eine Klassenarbeit zu beginnen. Auf Druck zu lernen, sorgt nur für Stress. Besser ist es, sich mindestens 5 Tage im Voraus an die Unterlagen zu setzen und Tag für Tag kleine Portionen zu lernen.

Mit einem Lernplan kann man das Lernpensum genau einteilen und sich überlegen, mit welchen Methoden der Lernstoff am leichtesten zu erschließen ist. Außerdem können so ausreichend Pausen und Zeit für Hobbies eingeplant werden – eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.

Planen Sie jeden Abend nach dem Lernen ein kleines Highlight ein, zum Beispiel ein tolles Spiel mit der ganzen Familie, eine Extra-Folge der Lieblingsserie … dann verbindet Ihr Kind das Lernen gleich mit etwas Positivem. Sie werden sehen: mit jedem erfolgreichem Lerntag, steigt das Selbstbewusstsein und der Stoff sitzt sicherer.

Tipp: Je mehr Kinder im Unterricht mitmachen und je kontinuierlicher sie die Hausaufgaben erledigen, desto leichter fällt ihnen dann auch das Lernen für die Klassenarbeit.

8. Lernerfolg mit den richtigen Techniken

Weiß Ihr Kind, zu welchem Lerntyp es gehört und mit welchen Methoden es sich Inhalte besser merken kann? Manche Kinder lernen viel besser in der Gruppe. Andere können sich Lerninhalte leichter merken, wenn sie diese aufmalen. Karteikarten, MindMaps oder Eselsbrücken sind super Lernhelfer.

Mehr dazu:

Auch im Internet gibt es eine Reihe von Angeboten, mit denen Kinder den Schulstoff vertiefen können – ob mit Videos, Spielen oder ganzen Online-Lernplattformen, die Möglichkeiten sind vielfältig.  Mehr Infos, welche Methode wann am besten hilft und worauf Sie achten sollten, finden Sie hier.

In der scoyo Lernwelt können Kinder den Schulstoff in interaktiven Lerngeschichten eigenständig und spielerisch wiederholen und vertiefen – ganz ohne Druck. Die Inhalte sind auf die Lehrpläne der Bundesländer abgestimmt. Sie können scoyo kostenlos ausprobieren.

9. Prüfung spielen

Um die Angst vor einer Klassenarbeit oder einem Referat zu nehmen, können Sie die befürchtete Situation zu Hause nachspielen – wie in der Schule. Ihr Kind übt auf diese Weise, wie es besser mit der Testsituation umgehen kann. 

10. Unterstützung holen

Hat Ihr Kind fleißig gelernt und kommt doch mit schlechten Noten nach Hause? Dann leidet es vielleicht nicht unter Ängsten, sondern ist möglicherweise in der Schule über- oder unterfordert. Hier ist die Lehrkraft Ihres Kindes der richtige Ansprechpartner. Vereinbaren Sie ein Eltern-Lehrer-Gespräch. Generell brauchen Kinder eine Schule, die sie in ihren Stärken und Schwächen unterstützt. Das muss nicht immer das Gymnasium sein.

Übrigens können (und sollten) Sie immer mit dem Lehrer sprechen, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind hat Ängste, fühlt sich nicht wohl oder hat andere Probleme in der Schule. Die Lehrkraft kann die Situation meist sehr gut einschätzen und Ihnen Rat geben.

Notfalltipps: Akute Hilfe während der Prüfung

11. Ein Lernmantra motiviert

Schulstress und Prüfungsangst bei Kindern äußern sich oft in negativen Gedanken: „Ich kann das nicht!“, „Ich schaffe das nie!“, „Ich bin nicht gut genug.“ Verscheuchen Sie diese Gedanken gemeinsam mit Ihrem Kind. Schreiben Sie motivierende Sätze auf und hängen Sie diese über den Schreibtisch. So wird aus „Ich kann das nicht!“ ein „Ich kann das!“. Fühlt sich Ihr Kind ohnmächtig und von Zweifeln übermannt, soll es diese Mantras für sich wiederholen. Während der Klassenarbeit hilft auch ein „Ich konzentriere mich jetzt auf diese Aufgabe.“

12. Tief durchatmen

Es klingt so simpel, doch es bring so viel: Liegt die Prüfung vor einem oder muss das Kind gleich an die Tafel, sind zehn langsame und tiefe Atemzüge genau das Richtige, um sich anbahnende Panik zu verscheuchen. Am besten mit jedem Atemzug noch einmal das persönliche Lernmantra wiederholen. Noch ein Schluck Wasser, ein beruhigenden Blick aus dem Fenster und los geht’s!

13. Entspannungsübungen

Setzt vor oder während der Prüfung die Angst ein, kann Ihr Kind zu verschiedenen Entspannungstechniken greifen. Zuhause beruhigen Yoga und Fantasiereisen. Progressive Muskelentspannung und autogenes Training können auch in der Schule genutzt werden und helfen, selbst wenn Ihr Kind schon vor der Klassenarbeit sitzt. 4 Entspannungsübungen für Kinder

14. Mit Plan an die Klassenarbeit

Ein Tipp für alle, die eine Klassenarbeit vor sich haben: Die leichten Aufgaben zuerst angehen. Es beruhigt ungemein, gleich etwas geschafft zu haben, und man sichert sich wichtige Punkte.

Hat man Probleme sich zu konzentrieren, hilft es mit einem Blatt die anderen Aufgaben abzudecken, die gerade nicht relevant sind. So sieht die Masse der Aufgaben gleich viel kleiner aus – Chaos unter Kontrolle gebracht!

15. Mein Körper ist mein Tempel

Wer körperlich fit zur Klassenarbeit oder zum Referat erscheint, bei dem macht auch der Kopf besser mit. Genügend Schlaf in der Nacht vor dem großen Tag, ein Frühstück, das Energie liefert und ein gesunder Snack vor der Prüfung, bilden eine gute Abwehr gegen Prüfungsangst bei Kindern. →Konzentration steigern: Die beste Nahrung fürs Gehirn

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