Angst in die Schule zu gehen – was tun?

Kopfschmerzen, Übelkeit, Aggressivität. Diese Symptome treten auf, wenn morgens der Wecker klingelt? Schulangst ist keine Seltenheit. Lesen Sie hier, was Sie tun können, wenn Ihr Kind Angst hat, in die Schule zu gehen – für mehr Freude am Lernen.

Schule: Angst in die Schule zu gehen
Viele Kinder haben Angst, in die Schule zu gehen. | © iStock.com/bmcent1

Jeder kennt es: Das Kribbeln im Bauch, wenn die nächste Mathearbeit oder die Vokabelabfrage ansteht. Dieses Gefühl ist völlig normal. Mehr noch: Es nützt uns sogar. Denn Aufregung fördert die Konzentration. Doch nicht selten weiten sich diese unangenehmen Gefühle zu einer Störung aus, die den Alltag der Kinder stark beeinträchtigen kann. 

"Ich will nicht in die Schule gehen!" – Manchmal ist die Angst, in die Schule zu gehen, offensichtlich, manchmal äußert sie sich versteckt. Viele Eltern wissen nicht, was sie tun können, wenn ihr Kind plötzlich unter häufigen Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schweißausbrüchen oder unerklärlicher Aggressivität leidet und verstärkt darauf drängt, nicht in die Schule zu müssen.

All diese Symptome können auf (Schul-)Ängste hinweisen und sollten ernst genommen werden, denn je länger diese negativen Gefühle der Kinder nicht beruhigt werden, desto stärker verankern sie sich.

Wie entsteht Schulangst?

Die Angst, in die Schule zu gehen, findet ihre Ursache fast immer in negativen Erfahrungen, die Kinder in der Schule gemacht haben. Ob Mobbing (oder Cyber-Mobbing), Probleme mit den Lehrern, schlechte Noten, Schulstress und Leistungsdruck oder auch ein Schulwechsel bzw. die Einschulung können solche Ängste hervorrufen. In solchen Situationen fühlen sich einige Schüler überfordert und machtlos. Je stärker sich das negative Gefühl verankert, desto mehr festigt sich die Angst.

Der Übergang in eine weiterführende Schule fällt vielen Kindern schwer

Viele Eltern klagen darüber, dass ihre Kinder in der Grundschule nicht ausreichend auf die weiterführenden Schulen vorbereitet werden. Denn beim Schulwechsel kommen viele Veränderungen auf die Kinder zu, die nicht immer ganz einfach zu verarbeiten sind:
  • Die Schüler betreten eine neue Umgebung, mit meist fremden Menschen.
  • Die Schultage werden länger.
  • Neue Unterrichtsfächer werden eingeführt.
  • Unterrichtstempo und Leistungsniveau erhöhen sich.

Diese Umstellung kann anfangs sehr überraschend und anstrengend sein. Stress sammelt sich an und äußert sich letztlich in der Angst, in die Schule zu gehen. Die führt dazu, dass Kinder den Auslöser dieses schlechten Gefühls vermeiden wollen und sich weigern, morgens aufzustehen.

Andere, die das nicht so klar artikulieren wollen oder können, haben oft Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Lernblockaden. Darüber hinaus können Schlaflosigkeit und Aggressivität den gesamten Alltag des Kindes belasten.

Angst in die Schule zu gehen – was können Eltern tun?

  • Reden Sie mit Ihrem Kind über den Schulalltag. Verwenden Sie Sätze wie: "Wie ist es für dich in der Schule? Wie gefällt es dir dort?" Versuchen Sie, die Angst vor der Schule zu verstehen. Kinder, die unter Schulangst leiden, brauchen jetzt nichts dringender als Eltern, denen sie von ihren Sorgen erzählen können und von denen sie ernst genommen werden. 
  • Seien Sie ein gute Beispiel. Vielleicht haben sie eine entsprechende Situation erlebt und können davon erzählen – und vor allem auch, wie sich das Ganze weiterentwickelt hat (natürlich zum Positiven) und was Sie selbst gegen Ihre Angst, in die Schule zu gehen, getan haben. Dadurch bleiben Sie mit Ihrem Kind auf Augenhöhe und zeigen Verständnis. 
  • Dramatisieren Sie die Situation nicht und verwenden Sie keine Sätze wie: "Wie schrecklich das sein muss!" Das verstärkt die Angst, in die Schule zu gehen und das Gefühl, in einer ausweglosen Situation zu stecken. 
  • Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm. Das hilft manchmal mehr als jeder Satz und zeigt Ihrem Kind, dass Sie da sind und Anteil nehmen.
  • Fantasiegeschichten mit Figuren in einer ähnlichen Lage können Ihr Kind z. B. auch motivieren, sich in der Wirklichkeit ebenfalls seinen Ängsten zu stellen.
  • Versuchen Sie den Kontakt zu Freunden aus der Grundschule aufrecht zu halten. Sie befinden sich in derselben Situation wie Ihr Nachwuchs und haben möglicherweise schöne Ereignisse in ihrer Schule erlebt, von denen sie erzählen können – das motiviert und muntert auf.
  • Bewegung in Kombination mit gesunder Ernährung sorgt dafür, dass Ihr Kind sich auspowert und sich rundum fit fühlt – so kann es besser schlafen, fühlt sich wohler und stärker. Die Angriffsfläche für Ängste wird reduziert.
  • Unterstützen Sie die Hobbies Ihres Kindes. Hat es Spaß in seiner Freizeit, löst dies die Anspannung nach der Schule.
  • Jedes Kind hat seine ganz besonderen Stärken. Eine tolle Voraussetzung, um Kindern Mut zu machen und ihr Selbstbewusstsein zu fördern. 
  • Bringen Sie Ihrem Kind spielerisch ein paar der neuen Fächer nah und erklären Sie, wozu es die vielen, teilweise schwierigen Inhalte auch später gebrauchen könnte. Das motiviert! Gut gewappnet haben Schüler weniger Angst, zu versagen. scoyo verpackt den Schulstoff beispielsweise in spannende Online-Lerngeschichten und vermittelt den Stoff spielerisch, anhand von alltagsrelevanten Beispielen: Hier können Sie scoyo kostenlos ausprobieren.
  • Sollte es Probleme mit Lehrern geben, besprechen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam, ob hier ein 6-Augen-Gespräch helfen könnte, um ggf. Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
  • Wird ihr Kind in der Schule gemobbt, sollten Sie dringend mit Beteiligten darüber sprechen und das Selbstbewusstsein Ihres Kindes aufbauen. Hilfe bei Mobbing finden Sie hier
  • Falls Sie das Gefühl haben, dass sich die Angst vor der Schule nicht legt, kann auch eine Therapie weiterhelfen. Hier lernen die Kinder ihre Angst kennen: Woher kommt sie? Wie äußert sie sich? Wie halt ich sie aus und wie wird sie dadurch weniger, bis sie am Ende ganz verschwindet?

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