Die besten Lernstrategien für eine erfolgreiche Schulzeit

Wie lernt man am schnellsten etwas auswendig und mit welchen Methoden, verinnerlicht man den Lernstoff am besten? Die wirksamsten Lernstrategien auf einen Blick.

Lerntipps und Lernmotivation: Mit Lernstrategien erfolgreich durch die Schulzeit
Erfolgreich durch die Schulzeit - die richtigen Lernstrategien machen es einfacher | © Halfpoint - Fotolia.com

Wozu dienen Lernstrategien?

Wir lernen ständig dazu, unser Leben lang, und oft merken wir das nicht einmal. Im Alltag, wenn wir uns mit Dingen beschäftigen, die uns interessieren, geschieht das nämlich fast wie von selbst. Schulkinder haben es leider oft nicht so leicht. Sie müssen lernen, was auf dem Lehrplan steht – beim Lieblingsfach ist das nicht schwer, bei anderen Fächern dafür umso mehr. Zum Glück gibt es Lernstrategien. Das sind Methoden, die dabei helfen, Lernstoff besser zu verarbeiten, zu verstehen und zu behalten.

Welche Lernstrategien gibt es?

Im Allgemeinen gibt es drei Formen von Lernstrategien: Wiederholen, Organisieren und Elaborieren (Vertiefen). Je nach Lerntyp und Art des Lernstoffs wirken diese Methoden ganz unterschiedlich. So gibt es nicht nur DIE eine universell richtige Strategie. Damit sich der Lernstoff nachhaltig im Gehirn verankert, ist ein Mix aller Methoden wichtig. Wir geben einen Überblick:

1. Wie kann ich schnell und einfach auswendig lernen?

Mit Wiederholungsstrategien auf Erfolgskurs

Beim Fakten Pauken mithilfe von Wiederholungsstrategien geht es weniger um das inhaltliche Verständnis des Lernstoffs als vielmehr ums Merken und Auswendiglernen. Diese Lernstrategie nutzen Schüler also am besten dazu, Vokabeln oder Gedichte zu lernen, aber auch, um sich Schlüsselwörter oder Eselsbrücken einzuprägen.

Lernstrategie erfolgreich im Alltag anwenden – so geht’s:

  • Karteikarten: Vokabeln kann Ihr Nachwuchs hervorragend mit Karteikarten lernen. Auf die Vorderseite die fremde Vokabel schreiben und auf der Rückseite die Übersetzung notieren. Mehr dazu: Online-Lernhilfen
  • DIY-Vokabel-Memory: Basteln Sie ein Memory, bei dem ein deutsches Wort mit der entsprechenden fremdsprachigen Vokabel ein Paar bildet. So lernt Ihr Kind schon, während es das Spiel bastelt. Außerdem bringen Sie Abwechslung ins Auswendiglernen – und mal ehrlich: Mit Spaß lernt es sich doch eh viel besser! Mehr Tipps: Lernen mit Gesellschaftsspielen
  • Lesen und frei wiedergeben: Muss Ihr Kind ein Gedicht auswendig lernen, ist es sinnvoll, den Text in Etappen aufzuteilen. Eine Etappe wird so oft gelesen und frei wiederholt, bis sie „sitzt“. Das wird mit der nächsten Etappe wiederholt und diese dann mit der vorherigen Etappe zusammengefügt.  
  • Eselsbrücken: Denken Sie sich Merksätze und Reime aus, die sich leicht merken lassen, wie: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Nachbarplaneten“ (Reihenfolge der Planeten im Sonnensystem: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun). Erinnert sich Ihr Kind in einer Klassenarbeit an diesen Satz, fallen ihm auch die damit verbundenen Informationen wieder ein.

2. Wie kann ich den ganzen Lernstoff am besten verstehen?

Mit Organisationsstrategien zu Aha-Erlebnissen

Auswendiglernen führt nur in wenigen Fällen zum gewünschten Erfolg (außer natürlich bei Vokabeln oder Jahreszahlen – siehe Wiederholungsstrategien) - spätestens dann, wenn Aufgaben komplexer werden. Viel wichtiger ist es, dass Schüler den Schulstoff verstanden haben. Leichter gesagt als getan? Nö! Indem Schulkinder den Lernstoff neu bzw. anders strukturieren, können sie ihn besser verinnerlichen, als wenn sie nur versuchen, sich die Sätze aus dem Buch einzuprägen.
 
Lernstrategie erfolgreich im Alltag anwenden – so geht’s:

  • Zusammenfassungen: Den meisten Schülern hilft es, den Text bzw. die Inhalte aus dem Schulbuch oder der Mappe zusammenzufassen und mit eigenen Worten wiederzugeben. Farben und Notizzettelchen markieren die wichtigsten Stellen und helfen dem Auge, sich zu orientieren. 
  • Fachwörter sammeln: Schlagen Sie Ihrem Kind doch einmal vor, schwierige Wörter mit einer dazugehörigen Definition in einer Liste zu sammeln. Hat es das Wort oder seine Bedeutung vergessen, kann es dort rasch nachschauen. Außerdem lernt Ihr Kind die unbekannten Wörter bereits, während es sie nachschlägt und die Erklärung abschreibt.
  • Lernposter: Mit Mindmaps, Diagrammen oder Tabellen kann man den Schulstoff hervorragend strukturieren und anschaulich gestalten. Ihr Kind kann diese auf ein großes Poster zeichnen und es gut sichtbar aufhängen.
  • Geplant lernen: Erstellen Sie doch gemeinsam einen Lernplan, in dem Sie strukturieren, was wann gelernt werden muss. Mit genügend Vorlauf vor einer Klassenarbeit kann Ihr Kind in „kleinen Portionen“ lernen. Das ist viel effektiver, als unter Druck den gesamten Lernstoff auf einmal aufnehmen zu müssen.

3. Wie kann ich das Thema so richtig gut durchdringen?

Mit Elaborationsstrategien Inhalte verknüpfen und vertiefen

Eine weitere Lernstrategie, die Ihrem Kind hilft, Lernstoff besser zu verstehen, ist das Elaborieren, also das Vertiefen von Informationen. Das gelingt, indem Schüler aktiv über den Schulstoff nachdenken und Zusammenhänge herstellen. Der erste Schritt ist mit der Zusammenfassung (siehe 2.) schon getan - jetzt geht es daran, Fragezeichen auszulöschen, indem nachgeforscht wird.

Lernstrategie im Alltag anwenden – so geht’s:

  • Auf andere Quellen zurückgreifen und Schulwissen vertiefen: Nur mit dem Schulbuch zu lernen, wäre ja langweilig. Oft stellen sich Aha-Effekte ein, wenn Schüler andere Bücher zum Thema lesen, sich Dokumentationen anschauen, im Internet recherchieren etc. Je öfter Ihr Kind Gelerntes auch außerhalb der Schulzeit einsetzt, desto mehr verinnerlicht es den Stoff. Übungen im Alltag, Geschichten und Filme zu Schulthemen machen den Schulstoff im wahrsten Sinne des Wortes lebendig. Er wird interessant - die Voraussetzung dafür, dass Kinder motiviert bleiben und Lerninhalte langfristig im Gehirn abspeichern. Das geht auch online: Bei scoyo können Kinder ihr Schulwissen in interaktiven Aufgaben anwenden und so besser im Gedächtnis speichern. Um herauszufinden, ob eine Online-Lernplattform die richtige Lernstrategie für Ihr Kind ist, können Sie scoyo hier kostenlos ausprobieren.
  • Beispiele aus dem Alltag: Hat Ihr Kind ein neues Thema gelernt, suchen Sie gemeinsam praktische Beispiele, in denen das Thema Anwendung findet. Mathematikkenntnisse können Sie hervorragend in den Alltag einbauen, zum Beispiel beim Einkaufen, Kochen oder Handwerken (mehr dazu in diesem Artikel: spielerisch Mathe lernen). Andere Fächer kommen im Zoo oder Museum zum Einsatz. Auf diese Weise erkennen Kinder den Sinn hinter einem Schulfach. Das steigert auch ihre Bereitschaft, das Thema zu lernen.
  • Wissen spielerisch abfragen: Verpacken Sie den Lernstoff in ein Quiz. Diese Lernstrategie verbindet Lernen mit Spaß. Außerdem muss Ihr Kind beim Erstellen des Quiz das Gelernte hinterfragen. Das hilft, den Lernstoff zu verstehen.

Welche Lernstrategie eignet sich für mein Kind?

Welche Lernmethode am besten zu Ihrem Kind passt, hängt von seinem Lerntyp ab. So lernen manche Kinder besonders gut, wenn sie etwas sehen, andere folgen dem Prinzip „learning by doing“, und für wiederum andere ist das Reden über den Schulstoff eine sehr effektive Lernstrategie.

Hier finden Sie mehr Informationen zu den einzelnen Lerntypen und können testen, zu welchem Lerntyp Ihr Kind gehört. 

Die Kombi macht’s

Oft lernen wir am besten, wenn wir verschiedene Lernstrategien miteinander kombinieren: Z. B. kann es helfen, zunächst das zu Lernende schriftlich zusammenzufassen und die wichtigsten Punkte wiederum farbig zu markieren. Falls der Stoff noch zu schwierig scheint, hilft es auch, in einem weiteren, ggf. interessanteren Buch nachzuschlagen, einen Film zum Thema zu schauen oder im Internet zu recherchieren – bis der Nachwuchs den Schulstoff verstanden hat. Im Anschluss heißt es dann: so lange wiederholen und vertiefen, bis die Fakten sitzen. Die Zusammenhänge kommen dann oft von ganz allein – besonders, weil der Lerninhalt interessanter geworden ist und nicht mehr so abstrakt scheint.

Es kommt nicht NUR auf die Lernstrategie an

Egal, wie gut die Lernstrategie ist, viele Faktoren haben Einfluss auf den Lernerfolg. Schulstress und Lernfrust wirken sich negativ auf die Leistungen Ihres Kindes aus. Ist Ihr Kind ausgeruht? Kann es sich gut konzentrieren? Sorgen Sie dafür, dass die Lernsituation so optimal wie möglich gestaltet ist. Hier finden Sie die wichtigsten Voraussetzungen zum erfolgreichen Lernen

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