Schritt für Schritt Internet kindersicher machen

Erfahren Sie, wie Sie in wenigen Schritten das Internet kindersicher machen können - inklusive Tipps zum Thema Jugendschutz.

Kinder und Medien: Jugendschutz - Machen Sie das Netz für Ihre Kinder sicherer
Jugendschutz: Machen Sie das Netz für Ihre Kinder sicherer | © karelnoppe - Fotolia.com

Im Internet sind gefährliche und jugendgefährdende Inhalte meist nur wenige Mausklicks entfernt. Eltern sollten daher immer ein wachsames Auge offen halten, wenn ihre Kinder im Internet unterwegs sind. Das kann anstrengend und frustrierend sein, zumal die Kids es meist nicht mögen, wenn ihnen die Eltern beim Surfen im Internet über die Schulter schauen.

Schritt für Schritt zum kindersicheren Internet

Ein Ausweg aus dem Dilemma: Beherzigen Sie folgende Tipps, damit beim Surfvergnügen im Internet nichts schief geht.

1. Installieren Sie eine Filtersoftware

Filtersoftware blockiert Websites, die als ungeeigent für die eingestellte Altersstufe eingeschätzt werden. Die Einschätzung kann auf Grundlage von redaktionell geprüften Whitelists (Positivlisten), Blacklists (Negativlisten), der Selbsteinschätzung von Webseitenbetreibern oder von Schlüsselwörtern erfolgen.

Die bekannteste Whitelist-basierte Filtersoftware ist die Suchmaschine "FragFINN". Auf die sog. Whitelist, die mittlerweile rund 10.000 Einträge zählt, werden ausschließlich Websites aufgenommen, die von Medienpädagogen redaktionell geprüft und für kindgerecht (bis 12 Jahre) befunden wurden. Damit bildet frag-FINN einen sicheren Surfraum, in dem sich Kinder frei bewegen können und es doch ausgeschlossen werden kann, dass sie dabei auf Inhalte stoßen, die für ihr Alter nicht geeignet sind.

Größere Spielräume lassen Filterprogramme, die auf Blacklists basieren. Das sind Listen mit jugendgefährdenden und ggf. sogar strafrechtlich bedenklichen Websites. Nutzer mit solchen Filterprogrammen können sich frei im Internet bewegen. Stoßen sie beim Surfen allerdings auf eine Internetseite, die auf einer Blacklist vermerkt ist, verhindert das Filterprogramm den Seitenaufbau. In Deutschland pflegt die Bundesprüfstelle für jugendgefähr- dende Medien (BPjM) die umfangreichste Liste mit jugendgefährdenden Internetseiten. Websites, die auf dem Index der BPjM stehen, werden von zahlreichen Jugendschutz-Filterprogrammen erfasst und aufgrund einer freiwilligen Selbstverpflichtung aus dem Index der großen Suchmaschinen (Google, Yahoo und Bing) gelöscht.

Die meisten großen Filterprogramme, wie z.B. Surf-Sitter, und Dolphin Secure setzen auf einen integrierten Ansatz, der unterschiedliche Filtermechanismen miteinander verknüpft.

2. Legen Sie klare Spielregeln für das Surfen im Internet fest

Nicht nur eine Filtersoftware trägt dazu dabei, das Internet für Ihre Kinder sicherer zu machen, sondern auch der persönliche Austausch: Treffen Sie Vereinbarungen mit Ihren Kindern, wie lange und wo sie im Internet surfen  dürfen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind ausreichend andere Freizeitangebote wahrnimmt.


Einen guten Leitfaden für Eltern und Kinder stellen die Netzregeln des Bundesfamilien- ministeriums dar (Netzregeln als PDF).

Kinder und Medien: Jugendschutz - Spielregeln fürs sichere Surfen im NetzJugendschutz: Spielregeln fürs sichere Surfen im Netz | © jugendschutz.net

► Extra-Tipp zum Problem Handy: Überreichen Sie Ihrem Kind mit dem ersten Smartphone am besten gleich einen Eltern-Kind-Vertrag. Ein von Kind und Eltern unterschriebenes Dokument fördert das Gespräch über die Risiken und hilft, Regeln festzulegen.

3. Hinschauen und am Ball bleiben

Das Internet entwickelt sich rasant schnell. Morgen können bereits Dienste und Anwendungen aktuell sein, von denen wir heute noch nichts ahnen. Seien Sie Ihren Kindern am besten immer einen Schritt voraus, um sie über Risiken und Gefahren rechtzeitig aufklären zu können. Auf den Seiten jugendschutz.net und klicksafe.de finden Sie kompetente Hilfe und Materialien, um sich über Themen rund ums Netz auf dem Laufenden zu halten.

Helfen Sie Ihren Kindern, sich im Internet zurechtzufinden. Damit fühlen sie sich gleich sicherer. Nutzen Sie zum Beispiel gemeinsam spezielle Kinderseiten im Netz. Eine Liste mit sinnvollen Internetangeboten für Kinder finden Sie in der Broschüre „Ein Netz für Kinder“, herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Broschüre als PDF). Eine kleine Auswahl wertvoller Kinderseiten finden Sie hier:

Suchen und finden - Suchmaschinen für Kinder

www.klick-tipps.net – wöchentlich aktualisierte Sammlung empfehlenswerter Kinderseiten.
www.blindekuh.de – aus Bundesmitteln geförderte Suchmaschine für Kinder.
www.fragfinn.de – Suchmaschine mit medienpädagogisch geprüften Onlineinhalten.

Chatten - Soziale Netzwerke und Chatrooms für Kinder

www.seitenstark.de – moderierter Chat, bei dem jeder Beitrag vor Freigabe geprüft wird.
www.kindernetz.de  – moderierter wöchentlich stattfindender Themenchat

Filme und Fernsehen - kindgerechte & sichere Inhalte für Kinder im Netz

www.tivi.de – Kinder- und Jugendprogramm des ZDF
www.toggo.de – Kinderseite von SuperRTL mit Spielen und Videos

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scoyo im Gespräch mit Martin Lorber: Über Jungendschutz und Ballerspiele

Interview mit Stefan Schellenberg von JusProg: Dem Filterschutz für ein sicheres Internet

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