Gefahren im Internet für Kinder: 5 Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können

Um sich sicher im Netz zu bewegen, müssen Kinder die Gefahren im Internet kennen und bewerten können. Unsere Tipps für Eltern, wo Gefahren für Kinder im Internet lauern und wie sie ihre Kinder schützen können.

Kinder & Medien: Gefahren im Internet für Kinder: 6 Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können
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Die Digitalisierung bietet viele Chancen, aber birgt eben auch viele Gefahren: Datenklau, Privatsphäre-Verletzungen, Online-Sucht oder -Flucht, Cyber-Mobbing. Besonders Kinder müssen erst noch lernen, mit diesen Gefahren im Internet umzugehen, daher ist es wichtig sie zu schützen. Neben Schutzprogrammen und den richtigen Sicherheitseinstellungen an Geräten gilt vor allem auch hier: Wissen ist Macht! Denn wenn Eltern die Medienkompetenz ihrer Kinder stärken, können Kinder Mobbingsituationen über WhatsApp, offenen Online-Chats in Spielen oder der Weitergabe von persönlichen Daten wie Fotos, Telefonnummer oder Adresse reflektiert begegnen.

Gefahren im Internet für Kinder: unsere 5 Tipps für Eltern

Tipp 1: Filtersoftware & die richtigen Sicherheitseinstellungen

Besonders jüngere Kinder brauchen noch viel Unterstützung und Schutz beim Umgang mit digitalen Medien. Die richtigen Sicherheitseinstellungen verhindern, dass Ihr Kind diese unbeaufsichtigt benutzt. Filtersoftware oder ein eigener Bereich auf Ihren Geräten schützt Ihr Kind davor, mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert zu werden.

► Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

Alle Gefahren von Kindern fernzuhalten, hilft allerdings nicht, dass diese damit umzugehen lernen. Bereiten Sie Ihre Kinder also langsam darauf vor, sich selbstständig und sicher im Internet zu bewegen.

Tipp 2: Über Datenschutz & Privatsphäre sprechen

Ein wichtiges, aber auch komplexes Thema, wenn es darum geht, mit Gefahren im Internet umzugehen, ist der Datenschutz. Selbst viele Erwachsene sind unsicher im Umgang mit diesem Thema.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Rechte es selbst und auch andere haben. Wichtig ist hier zum Beispiel das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, also das Recht jeder Person, grundsätzlich selbst zu bestimmen, welche Informationen über sich selbst sie wie und mit wem teilt. Das gleiche gilt für das Recht am eigenen Bild. Ich muss also Informationen nicht teilen, wenn ich das nicht möchte und nicht tolerieren, wenn jemand anderes das mit meinen Informationen tut, darf aber auch nicht einfach ohne Zustimmung Informationen oder Bilder anderer teilen oder weitergeben.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass Daten die neue Währung im Internet sind. Wenn ein Dienst, ein Spiel oder eine App kostenlos ist, muss ein anderes Geschäftsmodell dahinterstecken. Relativ wahrscheinlich nutzt das Unternehmen dann Daten der Nutzer.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wann welche Daten gespeichert werden, zum Beispiel auch bei der Nutzung von Websites, Suchmaschinen oder sozialen Medien und wie diese dann genutzt werden, zum Beispiel um dem Nutzer passende Werbung anzuzeigen.
  • Kinder müssen generell verstehen lernen, was mit eigenen Daten – zum Beispiel Fotos – passieren kann. Katja Reim vom Blog meincomputerkind.de hat zum Beispiel anhand eines Puppenbildes verdeutlicht, wie schnell sich Bilder (auch verfälscht) verbreiten.
  • Chancenorientiertes Denken: Wie viel Wert ist es mir, bestimmte Daten weiterzugeben (ohne dass ich kontrollieren kann, wo sie landen)? Für E-Mail-Adressen, deren Eingabe sehr oft das erste Tor öffnen, ist es denkbar, sich einen „Spam-Fake-Account“ anzulegen, auf den all die ungewünschte Werbung geschickt werden kann. Bei allen weiteren Abfragen gilt es, den Nutzen abzuwägen. Möchte ich zum Beispiel Apps Zugriff auf meinen Standort oder mein Telefonbuch gewähren?
  • Stellen Sie bei neuen Apps und Programmen gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen ein. Im Zweifel hilft das Googeln nach Tipps, um hier die richtige Auswahl zu treffen.
  • Hinterlegen Sie im App-Store keine Kreditkarte oder stellen Sie eine Passworteingabe vor jedem Download oder In-App-Kauf ein. Eine böse Überraschung bei der Kreditkartenabrechnung schließen Sie so im Voraus aus.

Tipp 3: Sicher kommunizieren – Sprich nicht mit Fremden!

Kinder & Medien: Gefahren im Internet für Kinder: 6 Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können - sichere KommunikationWenn Kinder alleine im Netz unterwegs sind, ist es wichtig, dass sie Gefahren erkennen und bewerten können | © Gaelle Marcel/Unsplash

Es gibt "analoge" Regeln, die sich auch auf den digitalen Raum übertragen lassen. Eine wichtige Regel davon ist: Sprich nicht mit Fremden!

  • Bitten Sie Ihr Kind, nur mit Personen zu kommunizieren, die es persönlich kennt, wie etwa Schulfreunde. 
  • Sensibilisieren Sie Ihr Kind dafür, dass auch Menschen sich Kindern online nähern, die es nicht immer gut mit ihm meinen. Oft nutzen diese die Anonymität des Netztes und geben vor, jemand anderes zu sein, zum Beispiel mit einem falschen Foto, falschem Namen und falschen Altersangaben.
  • Ihr Kind sollte keine persönlichen Daten oder Fotos an Fremde verschicken, nicht auf Aufforderungen dazu eingehen und Erwachsene zu Hilfe rufen, wenn es sich unsicher ist.  
  • Möglichst nur in geschützten Räumen kommunizieren: Besonders in ungeschützten Räumen wie offenen Chats oder Online-Games mit Chat-Funktion können sich Fremde ungefiltert Kindern und Jugendlichen nähern, etwa versuchen, ihr Vertrauen zu gewinnen, auf einer sexuellen Ebene mit ihnen zu kommunizieren, Material mit ungeeignetem Inhalt an sie versenden oder sie dazu zu drängen, selbst anzügliche Fotos zu versenden. Erklären Sie Ihrem Kind diese Gefahren im Internet – und dass es sich immer an Sie wenden kann, wenn ihm etwas passiert!

► Mehr zum Thema "Gefahren von Online-Games" erzählt Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger im Interview mit scoyo

Tipp 4: Soziale Kompetenzen stärken

Ein wichtiges Werkzeug, um Kinder vor den Gefahren des Internets zu schützen, liegt ebenfalls in der "analogen" Welt: ihre sozialen Kompetenzen zu stärken! In der digitalen Welt liegen Hemmschwellen oft niedriger, der Ton ist häufig rauer. Gerade deswegen ist es wichtig zu zeigen, dass auch hier die Regeln eines sozialen Miteinanders gelten.

  • Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Fairness, Respekt und Mitgefühl im Internet genauso wichtig sind wie im alltäglichen Miteinander. Denn: Digitale und analoge Welt sind nicht trennbar, sie sind eng miteinander verknüpft. Wenn ich einen Mitschüler online attackiere, verletzt ihn das real. Mein digitales Handeln hat Auswirkungen auf mein eigenes Leben und das Leben anderer.
  • Ein Phänomen, mit dem viele Kinder konfrontiert werden, ist das sogenannte "Cyber-Mobbing", also Mobbing, das (auch) im digitalen Raum stattfindet, etwa in WhatsApp-Gruppen oder anderen sozialen Medien. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie verletzend und schädlich Mobbing für das Selbstvertrauen und die Gesundheit eines Menschen ist. Halten Sie es dazu an, nicht an Cyber-Mobbing teilzunehmen, einzuschreiten, wenn jemand gemobbt wird oder Erwachsene um Hilfe zu bitten. ► Mehr zum Thema Cyber-Mobbing
  • Ihr Kind sollte lernen, Prioritäten zu setzen und Unwichtiges von Wichtigem zu trennen. Aktivitäten außerhalb der digitalen Welt, Gespräche, Verabredungen und Co. sollten ebenfalls einen wichtigen Platz im Leben Ihres Kindes haben. Seien Sie dabei Vorbild und überprüfen Sie auch Ihre eigene Mediennutzung.

Tipp 5: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm vertrauen – und dass es Ihnen vertrauen kann. Ihr Kind muss eigene Erfahrungen machen, um zu lernen, kompetente Entscheidungen zu treffen. Auch oder gerade, wenn es Mist gebaut hat, muss es dann aber auf Ihre Unterstützung zählen und zu Ihnen kommen können. So stärken Sie das Selbstvertrauen und das Bauchgefühl Ihres Kindes und so lernt es, Gefahren im Internet zu beurteilen, Nein zu sagen, wenn es etwas nicht möchte und Hilfe zu suchen, wenn es diese braucht.

8. scoyo Elternabend im Netz: Wie können Eltern Ihre Kinder im Netz schützen?

Wo finden Eltern Infos zum Thema Datenschutz? Was gibt es bei kostenlosen Spielen und Diensten zu beachten? Bei der Expertenrunde in Berlin zum 8. scoyo Elternabend im Netz wurden solche und weitere Fragen zum Thema "Wie Eltern Ihr Kind schützen können" beantwortet.

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