Angst vor Mathe: Mädchensache?

Mädchen fürchten sich vor dem Schulfach Mathe durchschnittlich doppelt so häufig wie Jungen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Schülerinnen und Schülern im Auftrag von scoyo und der Stiftung Rechnen. Gravierend ist der Unterschied vor allem nach dem Wechsel auf weiterführende Schulen.

Hamburg, 17. November 2016. Kaum ein Fach ist so wichtig für das Leben wie Mathematik. Alltäglich sind wir im Beruf und in der Freizeit gefordert, zu addieren, zu subtrahieren, zu multiplizieren oder zu dividieren. Gleichzeitig sorgt kaum ein anderes Fach für so viel Angstschweiß bei Kindern und Eltern – das beobachtet die Stiftung Rechnen seit Jahren. Eine FACT-Umfrage [1] unter 544 Kindern der Klassen 1 bis 7 im Auftrag des Online-Lernspezialisten scoyo und der Stiftung Rechnen hat nun ergeben: Nahezu jedes zehnte Kind fürchtet sich vor dem Schulfach – Mädchen durchschnittlich doppelt so häufig wie Jungen. Am stärksten ausgeprägt ist die Sorge bei Schülerinnen in der fünften Klasse, also in der Regel direkt nach dem Übergang auf eine weiterführende Schule: Ein Drittel der 11- bis 13-jährigen Mädchen gab an, bei dem Gedanken an Mathe Angst zu verspüren.

Positives Ergebnis der Umfrage: Fast die Hälfte der teilnehmenden Mädchen und Jungen haben Spaß am Rechnen – und viele wissen zudem, wie man den noch steigern könnte: Mehr als jedes dritte der befragten Kinder (34 Prozent) würde Aufgaben mit Zahlen lieber spielerisch lösen. Ein Viertel der Schülerinnen und Schüler wünscht sich mehr Bezug zum normalen Leben.

Haltung der Eltern prägend für Kinder

Welche Einstellung ein Kind zur Mathematik hat, das beeinflussen auch die Eltern und deren Haltung zu dem Schulfach: Reagieren die Erwachsenen selbst eher ablehnend auf Prozentrechnung und Co., so steigt die Abneigung auch bei den Kleinen – und darunter leiden die Noten. Das zeigt das Ergebnis einer Studie [2] der Psychologin Erin A. Maloney von der Universität Chicago.

Auch Claudia Abjörnson von der Stiftung Rechnen betont den Einfluss der Väter und Mütter: „Eltern sollten versuchen, ihre Kinder trotz eventueller eigener Vorbehalte für das Rechnen zu motivieren und zu begeistern. Nur so können Mädchen und Jungen ein positives Verhältnis zu Mathe entwickeln und später zu guten Rechnern im privaten

und beruflichen Alltag werden.“ Wie genau das möglich ist, diskutieren Expertinnen und Experten am 24. Januar 2017 ab 20 Uhr beim siebten scoyo Elternabend im Netz.

Geschlechterstereotype sind mitverantwortlich für die Mathe-Angst

Neben der Einstellung der Eltern spielen auch Geschlechterstereotype eine Rolle: Die Bildungsforscherin Prof. Madeleine Bieg [3] von der Universität Konstanz hat herausgefunden, dass Mädchen Mathematik noch immer als “Jungsfach“ erleben. Mehr als ihre Mitschüler neigen sie dazu, sich selbst grundsätzlich ängstlicher einzuschätzen als sie wirklich sind. Aktuelle Studien aus den USA zeigen, dass sich dieser Geschlechterunterschied aufheben wird, wenn sich nach und nach die Rollenvorbilder ändern – erste Entwicklungen dahin sind bereits nachweisbar. Auf dem Weg dahin wird es vor allem wichtig sein, die Angst abzubauen. Denn Angst beim Lernen führt zu Blockaden, Frustration und Widerstand.

„Mathe muss zum Anfassen sein!“

Daniel Bialecki, Geschäftsführer von scoyo, hat ein Gegenrezept: „Mathe macht dann keinen Spaß, wenn es nur aus dem Schieben von Zahlen besteht. Kinder lernen am erfolgreichsten, wenn sie neugierig und motiviert sind. Unsere Umfrage zeigt, was die Kinder sich dazu wünschen: Matheaufgaben, die aus ihrem Lebensalltag stammen und die sie spielerisch lösen können. Das in Kombination mit einer offenen Haltung verhindert das Entstehen von Angst.“

Weitere Informationen zur Umfrage: www-de.scoyo.com/eltern/ratgeber/umfrage-test/wie-schlecht-denken-schueler-ueber-mathe-wirklich

Grafikmaterial: www-de.scoyo.com/presse/pressematerial.html#studie-angstfach-mathe

 

[1] Eine repräsentative FACT-Umfrage unter 544 Kindern der Klassen 1 bis 7, erhoben im Oktober 2016.

[2] Erin A. Maloney et al.: Intergenerational Effects of Parents’ Math Anxiety on Children’s Math Achievement and Anxiety, 2015.

[3] Bieg, Madeleine et al.: Gender stereotype endorsement differentially predicts girls’ and boys trait-state discrepancy in math anxiety, 2015.

Veranstaltungshinweis:

Keine Angst vor Mathe! Was Eltern tun können, damit Kinder Spaß am Rechnen haben. ­– Online-Elternabend von scoyo in Kooperation mit der Stiftung Rechnen am 24. Januar 2017, 20 bis 21 Uhr

Der Online-Lernspezialist scoyo und die Stiftung Rechnen laden Mütter und Väter ein, gemeinsam beim siebten Elternabend im Netz mit Expertinnen und Experten über das Angstfach Nummer eins zu sprechen: Mathe. Dabei geht es um die Nöte der Kinder und Fragen der Eltern: Wie kann ich meinem Kind die Angst nehmen? Welche

Möglichkeiten gibt es, Mathe mit Spaß und Freude zu lernen? Wann spricht man von einer Dyskalkulie und wer bietet Hilfe?

Es diskutieren und antworten auf Fragen der Eltern:

  • Prof. Dr. Silke Ladel: Fachdidaktik Mathematik Primarstufe und Initiative KLEE (Kreativ Lernen, Erfolg Erleben)
  • Alexandra v. Plüskow: Lehrerin und Bildungskoordinatorin
  • Petra Naumann-Kipper: Geschäftsführerin des Instituts Dyskalkulie-Saar
  • Sylvie: Bloggerin von Die Physik von Beziehungen & Psychologin

 

Interessierte können vor und während des Elternabends ihre Fragen stellen, via:

 

Link zum scoyo Elternabend:

Über scoyo
Die scoyo GmbH begleitet mit seinen digitalen Angeboten und Services Kinder und deren Eltern entlang des schulischen Bildungsweges und bietet mit der scoyo Lernwelt die Nr.1 Lernplattform für Schüler der Klassen 1-7 in Deutschland. Entwickelt wurde die Online-Lernwelt in Zusammenarbeit mit Pädagogen, Fach- und Mediendidaktikern. Zugeschnitten auf Schultyp, Klassenstufe und Lehrplan des jeweiligen deutschen Bundeslandes deckt scoyo mit rund 14.000 multimedial aufbereiteten Lernabenteuern, Übungen und Tests den Lerninhalt für etwa 4.000 Schulstunden ab und stellt damit das umfangreichste internetbasierte und lehrplanorientierte Angebot für die Klassen 1-7.

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