Eltern nehmen das Heft selbst in die Hand

scoyo-Umfrage zeigt: Jeder vierte Elternteil glaubt, dass die Schule Kinder nicht optimal fördere. Fast alle halten zusätzliche Lernangebote für sinnvoll.

Hamburg, 13. Januar 2015. Bald gibt es Halbjahreszeugnisse, und in vielen Familien kommt die Frage auf, ob die Kinder mehr Unterstützung und Anregungen brauchen, um gut zu lernen. Schon jeder vierte Elternteil ist der Ansicht, das eigene Kind werde in der Schule weniger gut oder überhaupt nicht nach seinen individuellen Fähigkeiten gefördert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des Online-Lernspezialisten scoyo unter 1.004 Eltern schulpflichtiger Kinder. Die Noten müssen nicht einmal schlecht sein, damit sich die Eltern sorgen. Viele trauen der Schule nicht mehr zu, die Kinder angemessen zu fördern. Die Folge: Immer mehr Mütter und Väter nehmen das Heft selbst in die Hand. Der Umfrage zufolge können sich insgesamt 83 Prozent aller befragten Eltern vorstellen, ihre Kinder mit zusätzlichen Lernangeboten zu unterstützen. Bei den Eltern sehr guter Schüler sind es sogar 86 Prozent.

Warum Eltern auf zusätzliche Lernangebote setzen
Die häufigsten Gründe, warum Eltern auf außerschulische Lernangebote setzen: Um das Mitkommen ihrer Kinder zu sichern oder ihnen mehr individuelle Förderung zu bieten als die Schule leisten kann (jeweils 61 Prozent). 59 Prozent der befragten Eltern halten zusätzliche Lernangebote für sinnvoll, um die Noten zu verbessern. Auch um Noten zu halten (52 Prozent) oder den Übergang in eine andere Schulform zu erleichtern (49 Prozent), würden sich Eltern für die Ergänzung zum Unterricht entscheiden.

Das Vertrauen in die Schule sinkt
„Eltern ist heute mehr denn je bewusst, dass Kinder im Idealfall individuelle Lernangebote brauchen. Aber vielen Lehrkräften ist es nicht möglich, im eng getakteten Schulalltag jedes einzelne Kind im Blick zu behalten“, erklärt Daniel Bialecki, Geschäftsführer der scoyo GmbH. Auch Eberhard Kwiatkowski, Vorsitzender der Landeselternkonferenz Nordrhein-Westfalen, bestätigt diese Sicht der Eltern: „Wir wissen, dass sich viele Schulen bei der individuellen Förderung schwer tun. Das ist sicherlich auch ein entscheidender Faktor für das Milliardengeschäft der Schülernachhilfe“. Als weiteren Faktor sieht er die Einführung des achtjährigen Abiturs, kurz G8.

Nachhilfe ist keine Dauerlösung
Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2010 zufolge besuchen je nach Klassenstufe, Region und Schulform zwischen sechs und 24 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland kommerziellen Nachhilfeunterricht. Aber nicht jeder Wunsch nach mehr Lernerfolgen lässt sich mit klassischem Nachhilfeunterricht erfüllen. „Nachhilfe blickt traditionell auf die Defizite, also die Schwächen der Schülerinnen und Schüler“, erläutert Bialecki. „Eine dauerhafte individuelle Förderung muss aber bei Fähigkeiten der Kinder ansetzen und diese weiter ausbauen.“ Angelika Stein, Gründerin des Netzwerks „Schule sorglos“, hält Nachhilfe für „keine ganzheitliche Lösung, sondern eher ein Pflaster, das Sinn ergibt, wenn eine kleine Wunde versorgt werden muss.“ Zum Beispiel ließen sich auf diese Weise konkrete Wissenslücken schließen. „Nachhilfe greift aber nicht mehr, wenn sie abhängig macht und Schule nur noch funktioniert, weil das Kind zur Nachhilfe geht“, sagt sie.

Eltern sehen sich als Lernbegleiter
Als Lernbegleiter Nummer eins sehen sich vor allem die Eltern selbst in der Pflicht. Das zeigte 2013 eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von scoyo, in der sich 74 Prozent diese Rolle zuschrieben. Aber viele sind unsicher, wie sie ihre Kinder am besten unterstützen. „Immer wieder fragen uns Eltern, welche Lernangebote geeignet sind oder wie viel Kontrolle angemessen ist“, erzählt Bialecki. Er rate dann häufig, vor allem die Lernmotivation der Kinder durch individuelle Angebote zu steigern. Einen zu engen Schulterblick hält er nicht für hilfreich: „Nur wenn die Kinder Lernaufgaben eigenständig bewältigen, erleben sie sich als unabhängig.“

Terminhinweis: Digitaler Elternabend
Am Mittwoch, 21. Januar, um 20 Uhr können Eltern beim 3. Digitalen Elternabend mitdiskutieren. Diesmal geht es um das Thema „Zeugniszeit: Trösten? Loben? Locker bleiben? So reagieren Eltern richtig“. Die Online-Lernplattform scoyo bietet den digitalen Elternabend in unregelmäßigen Abständen an. In den Expertenrunden, moderiert von scoyo-Geschäftsführer Daniel Bialecki, diskutieren Fachleute sowie Eltern über aktuelle familienrelevante Themen wie Mediennutzung, Lernförderung oder Leistungsdruck live via Google Hangout on Air. Die aktuellen Elternabende finden Interessierte im ELTERN!-Magazin von scoyo unter www.scoyo.de/eltern/scoyo-elternabend neben weiteren Informationen zu Lernförderung und Lernbegleitung. Hier lässt sich auch der 2. Digitale scoyo-Elternabend „Zwischen Nachhilfe und Förderwahn“ vom 24. November 2014 abrufen, bei dem Bildungsexperten und Eltern über die Facetten und das richtige Maß zusätzlicher Förderung diskutiert haben: www.scoyo.de/eltern/scoyo-elternabend/zwischen-nachhilfe-und-foerderwahn

Infografik zur Studie: http://www-de.scoyo.com/presse/pressematerial.html#eltern-lernbegleiter

Weitere Informationen zur Studie:
Alle Ergebnisse der Studie finden Sie auch im ELTERN!-Magazin von scoyo:
https://www-de.scoyo.com/eltern/lernen/nachhilfe-foerderung/studie-lernbegleitung-eltern-nehmen-heft-in-die-hand
Der Digitale Elternabend „Zwischen Nachhilfe und Förderwahn: Wie Eltern ihre Kinder sinnvoll beim Lernen begleiten“ als Video:
https://www-de.scoyo.com/eltern/scoyo-elternabend/zwischen-nachhilfe-und-foerderwahn

Über scoyo
Die scoyo GmbH begleitet mit seinen digitalen Angeboten und Services Kinder und deren Eltern entlang des schulischen Bildungsweges und bietet mit der scoyo Lernwelt die Nr.1 Lernplattform für Schüler der Klassen 1-7 in Deutschland. Entwickelt wurde die Online-Lernwelt in Zusammenarbeit mit Pädagogen, Fach- und Mediendidaktikern. Zugeschnitten auf Schultyp, Klassenstufe und Lehrplan des jeweiligen deutschen Bundeslandes deckt scoyo mit rund 14.000 multimedial aufbereiteten Lernabenteuern, Übungen und Tests den Lerninhalt für etwa 4.000 Schulstunden ab und stellt damit das umfangreichste internetbasierte und lehrplanorientierte Angebot für die Klassen 1-7.

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