Naturwissenschaften auf einem Baumhaus lernen? Na klar! (Gewinnspiel beendet)

Mädchen interessieren sich nicht für Naturwissenschaften? „Das lässt sich ändern“, sagt Swetlana Maier, Erfinderin der Pepper Mint-Spiele. Lesen Sie in unserem Interview, wie sie die Idee für die Reihe entwickelte und was ein Spiel an dem Frauenmangel in der Wissenschaft ändern kann. + Verlosung

Unsere Lieblinge: Gewinnspiele: Naturwissenschaften auf einem Baumhaus lernen? Na klar!
| © KOSMOS

Immer wieder heißt es, Mädchen würden sich nicht für naturwissenschaftliche Schulfächer oder Berufsfelder interessieren. Stimmt gar nicht, sagen wir. KOSMOS hat mit den „Pepper Mint“-Spielen sogar eine eigene Reihe herausgebracht, die neugierigen Mädchen naturwissenschaftliche Phänomene mit viel Spaß näherbringen und den Wissensdurst anregen. Wir haben „Pepper Mint und das Baumhaus Abenteuer“ in der Redaktion ausprobiert und hatten selbst viel Freude an dem Tüfteln der unterschiedlichen Herausforderungen. Lesen Sie hier unser Interview mit Swetlana Maier, der Erfinderin der Spiele. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, eins von drei Spielen für Ihren kleinen  Abenteurer zu gewinnen!

Du bist die Erfinderin der Pepper Mint-Experimentierkästen. Magst du dich unseren Lesern bitte einmal kurz vorstellen und uns verraten, woher deine Begeisterung für Naturwissenschaften kommt?

Ich habe als Schülerin tatsächlich viel lieber gelesen und gemalt. So richtig begeistert hat mich der Mathe- oder Physik-Unterricht nicht. Erst später, als ich neben dem Studium (Medienwirtschaft) in Stuttgart beim Kosmos Verlag in der Experimentierkasten-Redaktion jobbte, passierte es von ganz allein, dass ich mich häufig und gerne mit Naturwissenschaften beschäftigte. Ich durfte vieles selbst ausprobieren, tüfteln und Zusammenhänge recherchieren. Durch die angewandte Praxis machten Naturwissenschaften plötzlich Spaß und inzwischen sind sie aus meinem Leben kaum mehr wegzudenken. Seit vier Jahren bin ich nun ein fester Bestandteil der Experimentierkasten-Redaktion und versuche jedes Jahr aufs Neue das in meinen Augen perfekte Produkt zu entwickeln.

Wie wird man eigentlich Experimentierkasten-Redakteur? Und wie bist du auf die Idee für die Pepper Mint-Experimentierkasten gekommen?

Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben Germanistik, Kommunikationswissenschaften oder Naturwissenschaften studiert und danach ein Volontariat bei einem Spielwaren-Verlag wie Kosmos absolviert. Ein Spieleerfinder muss ein Allround-Talent sein: gut im Umgang mit Worten, sehr kreativ, trotzdem strukturiert und ein leidenschaftlicher Vertreter und Verkäufer seiner Idee. Die Idee für Pepper Mint entstand in einem Jugendhaus, als wir Physik- und Elektronik-Experimentierkästen mit Kindern testeten. Dort ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass Jungs viel offener mit den Inhalten und Materialien umgingen und mit großem Selbstbewusstsein elektrische Schaltungen bauten oder Katapulte ausprobierten. Die meisten Mädchen brauchten dagegen mehr zustimmende Worte und eine helfende Hand, obwohl sie im Hinblick auf ihre Lesekompetenz und Feinmotorik klar überlegen waren. Seitdem geisterte mir die Frage im Kopf herum, wie man Mädchen den Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen anders präsentieren und gleichzeitig Berührungsängste abbauen kann. Daraus entwickelte sich ein neuartiges Experimentierkasten-Konzept und schließlich unsere Reihe „Pepper Mint“. Ganz wichtig war mir dabei der weibliche Charakter als Identifikationsfigur und die pragmatische Art an die Experimente heranzugehen. Warum sollte ich wissen, wie ein Flaschenzug funktioniert? Na damit ich Peppers schweres Gepäck nach oben ins Baumhaus ziehen kann!

Hast du das Spiel alleine entwickelt oder hattest du noch Unterstützung, z.B. von Pädagogen oder Wissenschaftlern?

Unsere Lieblinge: Gewinnspiele: Naturwissenschaften auf einem Baumhaus lernen? Na klar!© Swetlana MaierIch hatte sogar jede Menge Unterstützung! Insbesondere von Sarah Trautner und Elena Ryvkin aus der hauseigenen Entwicklung, die sich bestens mit Produktdesign und Funktionalität auskennen. Die wissenschaftlichen Texte, die man in der Anleitung findet, stammen von einer Physikerin, die die komplexen Zusammenhänge für Kinder gut verständlich herunterbrechen konnte – natürlich immer wissenschaftlich korrekt. Zudem setzt Kosmos hohe Standards für Anleitungen, die von Pädagogen und Wissenschaftlern erarbeitet und überwacht werden.

Inzwischen gibt es schon zwei Abenteuer, die Pepper Mint mithilfe von Physik und Co. gemeistert. Sind in der Zukunft noch weitere Spiele geplant?

Wir sind bereits an der Entwicklung von drei neuen Experimentierkästen, die 2019 erscheinen sollen. Pepper Mint besteht auch dort wieder spannende Abenteuer mit viel Humor und noch mehr Grips. Und es gibt noch mindestens zehn andere Ideen, die ich liebend gerne in Zukunft umsetzen würde.

Mit den zwei Pepper Mint-Spielen wird das Lernen von naturwissenschaftlichen Phänomenen mit einer Menge Spaß verbunden. Ein Hinweis darauf steckt schon in dem Namen der Hauptfigur. Kannst du uns etwas dazu erzählen?

Der Name der Hauptfigur ist ein Wortspiel aus dem englischen Wort für Pfeffer und der Abkürzung MINT, die für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht. Das bildet im Grunde das Konzept des Experimentierkastens ab: Naturwissenschaften spielerisch erleben mit ganz viel Charme, Witz – und eben einer Extraportion Pfeffer! Gleichzeitig ist Mint aber auch der Farbton, der die Gestaltung der Kästen dominiert.

Was wünscht du dir, was dein Spiel bei jungen Mädchen bewirkt?

In erster Linie wünsche ich mir, dass Mädchen durch die positive Erfahrung mit unseren Pepper Mint-Experimentierkästen selbstbewusster im Umgang mit Naturwissenschaften werden und sich selbst mehr zutrauen. Das schließt natürlich auch die Eltern und Großeltern mit ein. Ich hoffe, dass sie ihre Berührungsängste vor technischen Themen verlieren und spielerisch erfahren, dass sie alles schaffen können, was sie mit Leidenschaft und Neugier angehen – ganz unabhängig von ihrem Geschlecht.

Warum sind deiner Meinung nach Jungen in naturwissenschaftlichen Berufen so stark in der Überzahl?

Da sind komplexe, gesamtgesellschaftliche Faktoren im Spiel, die seit Jahrhunderten das Rollenbild des typischerweise männlichen Wissenschaftlers prägen. Das fängt mit den nach bekannten, fast ausschließlich männlichen Wissenschaftlern benannten Straßen an und hört im gelebten Alltag vieler Familien auf. Auch wenn wir uns bemühen und einiges schon im Umbruch ist, leben wir Erwachsene vieles vor, aus denen dann Jungs und Mädchen falsche Schlüsse ziehen. Umso wichtiger sind Identifikationsfiguren und Vorbilder, die zeigen, dass es auch anders geht und die Berufswahl im Zweifel gar nichts mit dem Geschlecht zu tun hat.

Was muss sich noch ändern, damit sich noch mehr Mädchen für die MINT-Berufe interessieren?

Neben positiven Vorbildern, ist die Art der Wissensvermittlung eine Stellschraube, an der wir als Gesellschaft drehen können. Mädchen lernen anders als Jungen und sie motivieren andere Dinge. Daher braucht es mehr Naturwissenschaftlerinnen an Schulen und Universitäten, genauso wie es mehr männliche Grundschullehrer braucht. Natürlich kann man auch als Elternteil dazu beitragen, dass die eigene Tochter ein Selbstbewusstsein im Umgang mit MINT-Themen entwickelt. Ganz spitz formuliert: Traut euren Mädchen mehr zu und eröffnet ihnen die Möglichkeit auch „klassische Jungs-Themen“ für sich zu entdecken. Andersherum gilt für Jungen natürlich dasselbe.

Pepper Mint und das Baumhaus Abenteuer

Unsere Lieblinge: Gewinnspiele: Naturwissenschaften auf einem Baumhaus lernen? Na klar!© KOSMOSPepper Mint besucht ihre Tante, die in einem Baumhaus im Dschungel lebt. Das Baumhaus ist nicht ans Stromnetz angeschlossen, aber mit Flaschenzügen, Seilwinden, Rollen und Zahnrädern ausgestattet. Begleitet von einer illustrierten Geschichte statten die Mädchen das Baumhaus mit mechanischen Geräten aus und lernen dabei physikalische Grundsätze kennen. Das Holz-Modell lässt sich auch unabhängig von den Experimenten bespielen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Jetzt bei der Verlosung mitmachen und gewinnen!

Sie möchten „Pepper Mint und das Baumhaus Abenteuer“ gewinnen? Beantworten Sie uns dazu einfach bis zum 25.10.2018 folgende Frage:

Schäfchenwolken, Regenbogen oder bunte Laubfärbung: Welches naturwissenschaftliche Phänomen möchte Ihr Kind unbedingt verstehen?

Schreiben Sie uns Ihre Antwort einfach in den Kommentaren unter diesem Post. Wir drücken Ihnen die Daumen!

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