Die richtige Schule finden – In 3 Schritten

Alle Eltern stehen irgendwann vor der schwierigen Aufgabe, die richtige Schule für ihr Kind zu finden. Wir haben die wichtigsten Schritte zusammengestellt, die Ihnen diese Angelegenheit erleichtern. Schulwahl, wir kommen!

Schulwahl: Die richtige Schule finden
Die richtige Schule: Kinder sollten gefordert und gefördert werden | © yoshi5 - Fotolia.com

Eine Schule, in der Lehrer und Kinder einander verstehen, in der der Unterricht begeistert und in der das Lernen Spaß macht, kurz: die absolut richtige Schule für ihr Kind finden – das wünschen sich Eltern. Doch diese Traumschule zu entdecken, ist gar nicht so leicht.

Deshalb ist es kein Wunder, wenn bei Müttern und Vätern die Herzfrequenz in die Höhe steigt, sobald das Wort „Schulwahl“ erklingt. Doch kein Grund zur Aufregung: Eine absolut makellose Schule gibt es nicht. Sie müssen vor allem herausfinden, was Ihnen an einer Schule besonders wichtig ist. 

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, entspannt an die Schulwahl heranzugehen, Schritt für Schritt herauszufinden, was Sie von einer Schule erwarten, und die richtige Schule für Ihr Kind zu finden:

Inhalt dieses Artikels:

  1. Stressfrei die richtige Schule finden - plus Gratis-Ratgeber als Download
  2. Bestandsaufnahme - was erwarten wir von "der richtigen Schule"?
  3. Stippvisite - Tipps für den Schulbesuch - plus Gratis-Checkliste als Download

1. Schritt: Stressfreier Anfang – die richtige Schule finden

► Keine Panik

Machen Sie sich nicht zu viel Stress, wenn es darum geht, die richtige Schule zu finden. Natürlich ist es immer gut, sich frühzeitig Gedanken zu machen (siehe Tipp 3), aber besser klappt das vor allem mit viel Gelassenheit. Die negative Stimmung kann Ihr Kind beeinflussen, sodass es schlimmstenfalls von Anfang an Schlechtes mit der Schule verbindet.

► Im Hier und Jetzt leben und nicht zu viel verlangen

Verwerfen Sie den Gedanken, dass die Schulwahl die gesamte Zukunft Ihres Kindes beeinflusst. Höhere Abschlüsse können bei Bedarf nachgeholt werden. Versuchen Sie lieber eine Schule zu finden, die zur derzeitigen Situation Ihres Kindes passt. Eine Schule, in der Ihr Nachwuchs seine jetzigen Stärken fördern und Schwächen ausgleichen kann

Das gilt auch für die Wahl einer weiterführenden Schule: Auch wenn Sie den bestmöglichen Abschluss für Ihr Kind wünschen, schicken Sie es nicht auf eine Schule, deren Leistungsniveau Ihren Sprössling überfordert. Leistungsdruck kann zu Lernblockaden und Frust führen. Die richtige Schule für Ihr Kind zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Ihr Kind gern zur Schule geht und motiviert ist.

→ Mehr dazu: Gymnasium! Oder nicht?

► Trotzdem: Frühzeitig anfangen, die richtige Schule auszuwählen

Die Anmeldephase für Grundschulen beginnt ungefähr ein Jahr vor der Einschulung. An weiterführenden Schulen meldet man sich meist ein halbes Jahr vor Schulbeginn an.

Manche Schulen mit gutem Ruf haben sogar Wartelisten. Auf diese sollten Sie Ihr Kind so früh wie möglich setzen, dann können Sie sich zurücklehnen. Erst ein Jahr vorher müssen Sie eine endgültige Entscheidung treffen, absagen können Sie also immer noch. Je eher Sie sich kümmern, desto entspannter sind Sie am Ende.

2. Bestandsaufnahme – was erwarten wir von "der richtigen Schule"?

Bevor Sie verschiedene Schulen besuchen, sollten Sie sich grundsätzlich Gedanken darüber machen, was Sie von einer Schule erwarten. Gehen Sie in sich und legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, worauf Ihre Familie Wert legt

► Auf die Bedürfnisse Ihres Kindes achten

Schulen unterscheiden sich stark voneinander. Am wichtigsten ist, dass Ihr Kind sich gut aufgehoben fühlt und in seinen Stärken (und Schwächen) gefördert wird. Dabei sollten Sie auch nicht außer Acht lassen, welche Schulen die Freunde Ihres Kindes besuchen. 

Hier können Sie auch die zusätzlichen Angebote der Schule in den Blick nehmen:

  • Wie gut ist die digitale Ausstattung (Computerräume, Lehrkonzepte etc.)?
  • Sind die Turnhallen auf dem neusten Stand?
  • Werden Zusatzangebote wie ein Chor oder AGs angeboten, die das Herz Ihres Kindes höher schlagen lassen?
  • Wünschen Sie sich einen bestimmten Schwerpunkt wie Sport oder Wirtschaft?
  • Sprachtalent? Ziehen Sie Ihr Kind zweisprachig auf, besucht es bereits in eine bilinguale Kita oder zeigt es schon früh ein besonderes Potenzial im Erlernen von Sprachen? Dann könnte eine internationale Schule die richtige für Ihr Kind sein. Internationale Kindergärten und Schulen kooperieren oft miteinander: Melden Sie Ihr Kind in einer zweisprachigen Kita an, erhöht es die Chance, dass Ihr Sprössling später auch an einer entsprechenden Schule angenommen wird.

Bei der Wahl der richtigen Schule hilft es, sich vorab über diese Punkte im Klaren zu sein. 

► Halbtags- oder Ganztagsschule?

Können Sie Ihr Kind nachmittags unterstützen? Möchten Sie die Zeit mit Ihrem Kind lieber mit anderen Dingen als mit Hausaufgaben verbringen?

Dann ist eine Ganztagsschule möglicherweise die richtige Schule für Ihren Nachwuchs. Die Qualität des Nachmittagsangebots wird allerdings oft bemängelt und variiert zwischen den Schulen sehr stark.

Am besten funktioniert der Ganztag, wenn das Nachmittagsangebot mit dem Unterricht vernetzt ist. Wenn die Schüler nachmittags Erfahrungen machen, die den Lernstoff vom Vormittag vertiefen (mehr dazu bei Zeit Online). Achten Sie darauf, dass eine in Frage kommende Ganztagsschule ein sinniges Konzept hat, das die Kinder optimal fördert.

Deshalb hilft es, folgende Faktoren in den Blick zu nehmen:

  • Ist das Nachmittagsprogramm gut organisiert?
  • Wird es von qualifiziertem Personal durchgeführt und hat es sich bereits über einen längeren Zeitraum bewährt?
  • Wie ist die Schule ausgestattet?
  • Gibt es genügend Raum für ein vielfältiges Nachmittagsprogramm?
  • Entspricht das Mittagsessen Ihren Ansprüchen und gibt es eine Kantine oder einen Speiseraum?

Alternativ bieten auch Einrichtungen der öffentlichen und freien Jugendarbeit Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe und Mittagessen an.

→ Mehr dazu: Gute Betreuung nach der Schule finden – Anlaufstellen für berufstätige Eltern

► Die richtige Schulform wählen

Wechsel auf eine weiterführende Schule: Lernstand richtig einschätzen! Eine Lehrerempfehlung, die vom Klassenlehrer ausgestellt wird, gibt die Richtung vor. Einen niedrigeren Bildungsweg einzuschlagen (also statt Gymnasium Realschule) ist immer möglich. In einem persönlichen Gespräch mit dem Lehrer können Sie über Stärken und Schwächen Ihres Kindes sprechen und so gemeinsam die richtige Schulform finden. Sind Sie trotzdem unsicher und wollen sich nicht so früh für eine Laufbahn entscheiden, stehen Ihrem Kind auf einer Gesamtschule alle Abschlüsse offen.

Hier stellen wir die verschiedenen Schulformen in Deutschland ausführlich vor und helfen Ihnen, die richtige für Ihr Kind zu finden. 

Alternatives pädagogisches Konzept: Wünschen Sie sich eine kirchliche Ausrichtung oder legen Sie Wert auf besondere pädagogische Konzepte, wie sie z. B. Montessori- oder Waldorfschulen anbieten? 

Hier im ELTERN!-Magazin finden Sie weitere Infos zu alternativen Schulformen:

► Schulweg einbeziehen

Dieser Punkt sollte nicht unterschätzt werden! Lange Fahrwege sind verlorene Zeit und demotivieren, nicht nur im Winter. Gerade wenn beide Eltern berufstätig sind, reduziert sich die gemeinsame Familienzeit unter der Woche auf ein Minimum. Jede halbe Stunde, die Ihnen zur Verfügung steht, ist deshalb Gold wert. Die Wahl einer Schule in Ihrer Nähe erhöht zudem die Chance, dass auch Freunde aus der Nachbarschaft diese Schule besuchen. Deshalb sollte die Länge des Schulweges bei der Suche nach der richtigen Schule einbezogen werden.

► Netzrecherche

Internetseiten der Schulen sind oft wenig aktuell und aussagekräftig. Eine gut strukturierte Seite lässt deshalb meist schon darauf schließen, dass die Organisation vor Ort auch top ist.

Auf Internetseiten wie schulradar.de oder schulbenotung.de können Eltern und Kinder Schulen bewerten. Auf der Suche nach der richtigen Schule sind solche Seiten jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die Meinungen, die dort geäußert werden, sehr subjektiv sind.

3. Schritt: Stippvisite – Tipps für den Schulbesuch

Haben Sie sich grundsätzlich für eine Schulform und einige Schulen in Ihrer Nähe entscheiden können? Prima! Dann steht jetzt der Vor-Ort-Besuch an, bei dem Sie Ihre Erwartungen mit der Realität vergleichen können.

Machen Sie sich am besten Notizen in Form einer Checkliste. Unsere Checkliste gibt Ihnen Anregungen, welche Fragen Sie Lehrern stellen könnten, um herauszufinden, ob die Schule die richtige für Ihr Kind ist.

Dann können Sie den Schulbesuch später Revue passieren lassen und Ihren Eindruck von den verschiedenen Schulen besser vergleichen.

Versuchen Sie auch, das Lehrpersonal kennen zu lernen. Letztlich entscheidet nämlich meist nicht die Schulform, die Konzepte und Angebote über den Schulerfolg, sondern die Lehrer.

Sind diese nicht engagiert und motivieren sie Kinder nicht ausreichend zum Lernen, nützt auch das Drumherum nicht viel. Leider. 

► Hinter die Kulissen schauen

Eine gute Möglichkeit, Schule und Personal besser kennen zu lernen, ist der Tag der offenen Tür. Auch wenn sich hier sicherlich jede Schule von ihrer besten Seite zeigt, können Sie persönlich mit Lehrern und der Schulleitung sprechen und so einen eigenen Eindruck gewinnen. Achten Sie dabei auch auf das Verhalten Ihres Kindes: Fühlt es sich wohl? Läuft es unbeschwert umher? Wie gehen die Lehrer auf Ihr Kind zu?

Und gleichzeitig können Sie sich jetzt einen eigenen Eindruck über die Qualität der Ausstattung machen.

► Eigene Meinung bilden

Die richtige Schule sollte auch zu Ihrem Kind passen – und ob das der Fall ist, können Sie und Ihre Familie am besten beurteilen. 

Tipp von Daniel Bialecki, scoyo-Geschäftsführer: Die wichtigste Quelle sind Eltern, die bereits Kinder auf der gewünschten Schule haben. Wie man die findet? Zum Beispiel über die Kita-Freunde des Kindes. Die haben oft ältere Geschwister, die bereits auf die Schule gehen. Wichtig dabei: nicht nur auf eine Meinung hören, sondern sich ein möglichst breites Bild machen. Und immer die Schule vor Ort besuchen.

► Schulhofspionage

Bei einer Umfrage der Universität Münster gaben 84 Prozent der Eltern an, dass ihnen die Atmosphäre in der Schule wichtig ist. Vielleicht können Sie während einer Pause das Geschehen auf dem Schulhof beobachten? Denn das sagt einiges über das Klima aus. 

Sie können auch ganz offen die Lehrer fragen, welche Mittel es gibt, damit Schüler sich aktiv einbringen können, z. B. Schülerversammlungen oder die Möglichkeit, Verantwortung in Form einer Patenschaft für jüngere Schüler zu übernehmen. 

► Umgang mit Vielfalt

Fragen Sie ruhig direkt nach: Gibt es Kurse für schwächere und stärkere Schüler (individuelle Förderung), wie wird mit kulturellen Unterschieden umgegangen? Viele Schulen haben heute leider immer noch wenig Konzepte für eine gute Betreuung einer heterogenen Schülerschaft.

Viel Erfolg bei der Schulwahl wünscht

Ihr scoyo-Team

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