Schreiben lernen: Darum ist die Handschrift für Schüler so wichtig

Schreiben lernen per Handschrift ist manchmal mühsam für unsere Kinder. Und trotzdem jede Mühe wert! Denn in unserem Gehirn geht beim Schreiben regelrecht die Post ab. Warum das Schreiben so wichtig ist (mit Tipps zum Üben).

Schule: Schulprobleme: Schreiben lernen: Darum ist die Handschrift für Schüler so wichtig
Auch wenn es manchmal mühevoll sein kann: Das Lernen der Handschrift zahlt sich auf vielfache Weise aus! | © Christian Schwier\fotolia.com

Schreiben lernen kann manchmal mühsam für Kinder sein. Verständlich: Während sie zum Beispiel fast intuitiv die Bedienung eines Tablets begreifen, ist das Schreiben lernen per Handschrift ein sehr viel mühsamerer Prozess. Ständige Wiederholungen, die Einhaltung der Linien und viele weitere Vorgaben stellen eine ganz schöne Herausforderung für unsere Kleinen dar!

Dabei ist Schreiben zu lernen doch eine wunderbare Sache und eine so wichtige Grundkompetenz! Und die Handschrift zu lernen ist hierbei der Grundstein da sind sich Lehrer bundesweit einig. Doch hierbei geht es letztlich nicht darum, ob die Schrift besonders schnörkelig und die Buchstaben elegant miteinander verbunden sind. Wichtig ist, dass unsere Kinder weiterhin mithilfe der Handschrift das Schreiben lernen. Und wir sagen Ihnen, warum das so ist und geben gleich noch ein paar Tipps mit auf den Weg.

Darum ist die Handschrift so wichtig, um schreiben zu lernen

Schule: Schulprobleme: Schreiben lernen: Darum ist die Handschrift für Schüler so wichtigGleich vier Bereiche im Hirn werden beim Schreiben stimuliert | © Christian Schwier\fotolia.com

Wenn unsere frustrierten Sprösslinge auf uns zukommen und entnervt fragen, wofür sie überhaupt Schreiben per Handschrift lernen sollen, wo es doch Computer, Tablets und Smartphones gibt, kommen wir vielleicht selbst etwas in Erklärungsnot.

Denn ganz Unrecht hat der Nachwuchs nicht: Inhalte von Briefen und Postkarten kommen heutzutage öfter per E-Mail, Chat-Nachricht oder höchstens noch SMS. Listen, wie zum Beispiel Einkaufszettel, werden eher im Smartphone gespeichert, genau wie Notizen. Und dank der automatischen Schreiberkennung schlagen uns Tablets und Co. auch bei noch so falsch geschriebenen Ausdrücken (meist) die gemeinten und grammatikalisch korrekten Wörter vor. Wofür also noch die Mühe, wenn Computer irgendwann per Spracherfassung das Schreiben für uns komplett übernehmen? Hier ein paar Anregungen für eine Lobeshymne auf das Schreiben lernen per Handschrift!

Handschrift ist Hirnschrift

Schreiben zu lernen mithilfe der Handschrift ist so viel mehr als anstrengendes Erlernen von Schriftzeichen – und jede Mühe wert! Unser Gehirn kommt beim handschriftlichen Schreiben richtig auf Trapp. Gleich vier Bereiche in beiden Hirnhälften werden bei diesem Prozess beansprucht: Die Bewegung der Hand wird verarbeitet, die Erkennung der Grammatik und der Bedeutung eines Wortes und schließlich die Zusammenfassung der einzelnen Buchstaben in ganze Worte. Dafür ist ein massiver Umbauprozess in den Verschaltungen des Gehirns notwendig – und genau das können die Gehirne unserer Kleinen besonders gut leisten!

Durch das Schreiben merken wir uns Dinge besser

Das handschriftliche Schreiben ist ein motorischer und kognitiver Prozess, der uns hilft, uns besser an das Geschriebene zu erinnern. Indem wir die Buchstaben per Hand formen, legen wir im Gehirn Gedächtnisspuren an, die wieder aktiviert werden, sobald wir den Worten erneut begegnen (zum Beispiel in anderen Texten). Beim Tippen kommen solche Vorgänge nicht zustande, da die Bewegung des Tippens in keiner Beziehung zu der Form der Buchstaben steht. Ergo können wir uns eher schlechter an die Dinge erinnern, die wir nur tippend notiert haben. Den Zusammenhang zeigen auch Studien, in denen Studenten, die nur über den Computer Mitschriften verfassten, schlechtere Noten erhielten als Studenten, die mit Stift und Papier mitschrieben.

Lesen und Schreiben lernen ist voneinander abhängig

Schule: Schulprobleme: Schreiben lernen: Darum ist die Handschrift für Schüler so wichtigBeim Schreiben und beim Lesen handelt es sich um denselben geistigen Prozess | © Joachim B. Albers\fotolia.com

Sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben lernen werden im Gehirn Information kodiert und wieder dekodiert – es handelt sich also bei beiden um das Ergebnis desselben geistigen Prozesses. Das ist einerseits eine gute Nachricht: Ihr Kind lernt das eine und – nahezu –automatisch das andere gleich mit. Allerdings machen sich Probleme beim Schreiben so auch beim Lesen bemerkbar: So kann Ihr Kind Schwierigkeiten damit haben, Texte als Ganzes zu verstehen oder den Kontext von Wörtern und Sätzen richtig zu erfassen.

Die Handschrift im Alltag üben

So wichtig ist die Handschrift also, um Schreiben zu lernen. Doch was tun, um dem Nachwuchs bei seinen Schwierigkeiten zu helfen? Zum Glück gibt es hierfür eine ganze Menge an Möglichkeiten.

Selbst ein gutes Vorbild sein

Wir Eltern haben eine sehr wichtige Vorbildfunktion inne – die kann man gut nutzen, um den Sprössling von den Vorzügen der Handschrift zu überzeugen! Statt zum Smartphone beim nächsten Einkaufszettel einfach zu Stift und Papier greifen. Notizen oder nette Nachrichten an der Kühlschranktür sind ebenfalls eine gute Möglichkeit.

Zuhause schreiben lernen

Die eigenen vier Wände bieten viele Gelegenheiten das Schreiben zu lernen. Hier ein paar Inspirationen:

  • Lassen Sie Ihr Kind beim Einkaufszettelschreiben als "Schreib-Partner" fungieren und lassen sie es notieren, was alles besorgt werden muss.
  • Mit die liebste Liste für Kinder: die Wunschliste zu Weihnachten. Der Weihnachtsmann erwartet natürlich eine schöne Handschrift, ist ja klar.
  • Ein Tagebuch hilft dabei, die motorischen Prozesse des Schreibenlernens Tag für Tag besser zu verinnerlichen.
  • Im Urlaub eine eigene Postkarte zu schreiben, "wie die Erwachsenen", macht Ihr Kiddo sicher stolz wie Oskar!
  • Tipp der Redaktion: Gerade für Schreibanfänger sind ergonomisch geformte Stifte hilfreich, um Verkrampfungen beim längeren Schreiben zu vermeiden. Achten Sie beim Kauf auch darauf, ob der favorisierte Stift Ihres Kindes auch zu seiner Händigkeit passt. Viele Stifte-Hersteller bieten Stifte sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder an.

Sandtabletts und Co.

Sandtabletts sind für Groß und Klein eine tolle Möglichkeit, um die Feinmotorik zu üben und die Form von Buchstaben und Zahlen zu verinnerlichen! Hier haben wir eine simple Anleitung gefunden, mit der man sich ganz einfach ein Sandtablett selbst basteln kann. Maltafeln funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip.

Schreiben lernen mit digitalen Medien

Schule: Schulprobleme: Schreiben lernen: Darum ist die Handschrift für Schüler so wichtigHandschriftliches Schreiben und digitale Medien: das passt! | © wavebreak3\fotolia.com

Digitale Medien und Schreiben lernen – passt das? Auf jeden Fall! Die alte Kunst der Handschrift und neue Medien müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Vielmehr sollte es darum gehen, inwieweit digitale Medien den Prozess des Schreibenlernens unterstützen können. Die vorgestellten (englischen) Apps folgen dieser Idee:

  • Die App "123s ABC Handschrift Fun SET1" lehrt die Handschrift auf dem Tablet. Die App zeigt die richtige Strichfolge für jeden Buchstaben, die Ihr Kind dann nachzeichnen kann.
  • Eine weitere App ist "LetterSchool": Hier wird die Handschrift auf spielerische Weise geübt. Kindern wird die Spur eines Buchstabens gezeigt, die sie dann nachziehen. Nach einigen Übungen müssen sie die Buchstabenform dann ganz frei selbst schreiben.

Schreiben lernen per Handschrift: Fazit

Um es noch einmal (schriftlich) festzuhalten: Die Handschrift ist mehr als "nur" ein altes Kulturgut. Sie ist ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und eine bedeutende Grundkompetenz, die ebenfalls eng mit dem Lesenlernen verknüpft ist. Handschriftliches Schreiben hilft außerdem, sich Dinge besser zu merken. Digitale Medien können ein gutes ergänzendes Lernmittel sein, das Schreiben lernen aber nicht ersetzen.

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