Meine Schule ohne Hausaufgaben | Kinder-Kolumne

Rosa ist 11 Jahre alt und geht in die 5. Klasse einer Hamburger Stadtteilschule, eine Schule ohne Hausaufgaben. Und das ist auch gut so, findet Rosa. Ein Erfahrungsbericht.

16.02.2016, Kinder-Kolumne von Rosa

Kinder-Kolumne von Rosa

Bei uns an der Schule gibt es keine Hausaufgaben, also Aufgaben, die man zu Hause machen soll. Wir haben natürlich Aufgaben, die wir nicht im Unterricht machen sollen, aber dafür gibt es besondere Zeiten am Tag, die Lernzeit.

Für diese ‚Lernzeit‘ hat jeder einen Arbeitsbogen für die Fächer Deutsch, Mathe und Englisch. Die sollen in der Lernzeit bearbeitet werden. Durch den Arbeitsblock kann man auch Wissen nachholen, wenn man z. B. mal gefehlt hat. Das, was ich in der Lernzeit bearbeite, hilft mir im Unterricht mitzukommen. Denn hier werden Sachen wiederholt. Die Arbeitsblätter werden durch uns Schüler gegenseitig korrigiert, wenn wir zu zweit arbeiten. Wir können es aber auch selbst korrigieren. Die Lösungen sind in einem Ordner für die Lernzeit für alle Schüler zu finden. Ist ein Lernzeitset fertig, geht es an die Lehrer, die auch noch mal gucken, ob alles gemacht wurde. Außerdem wird darauf geachtet, ob man ordentlich war.

Dann gibt es noch eine zweite Zeit, die nennt sich ‚Studienzeit‘. In der Studienzeit werden Zettel bearbeitet, die im Unterricht nicht fertig wurden. Außerdem darf man für Tests oder Arbeiten lernen und üben. Wenn gerade keine Tests oder Arbeiten anstehen, darf man diese Zeit auch frei gestalten, z. B. lesen oder ruhige Spiele, die mit Schule zu tun haben, spielen. Andere Schüler dürfen aber nicht gestört werden!

Wenn ich die Studienzeit lieber für ‚Freizeit‘ nutze, dann lerne ich für Tests und Arbeiten zu Hause. Ich kann mich besser in der Schule konzentrieren und kann die Zeit dort gut nutzen, weil andere um mich herum auch lernen/arbeiten. Zu Hause muss ich alleine an den Sachen arbeiten und zu Hause fallen mir mehr Dinge ein, die ich lieber machen möchte.

Eigentlich habe ich das Gefühl, dass mir die Zeit in der Schule reicht. Vokabeln aber übe ich fast immer zu Hause. Das ist in der Schule schwierig, weil man sich z. B. zu zweit nicht so gut abfragen kann. Das ist dann zu laut für die anderen. Zu Hause übe ich alleine und meine Eltern fragen mich die Vokabeln dann meistens noch ab. Da habe ich dann nicht immer Lust zu. Ich finde das schon gut, das noch mal gemeinsam zu üben, aber lieber würde ich meine Zeit anders verbringen. Und dann nervt mich das ‚Dran-Erinnern‘ durch meine Eltern natürlich schon.

Aber, es gibt auch mal Aufgaben, die sind gut für zu Hause. Ich habe mit meiner Freundin ein Referat gehalten und für die Vorbereitung hatten wir nicht genug Zeit in der Schule. Wir haben uns häufiger getroffen und jede hat auch noch für sich gearbeitet. Das war schon recht viel, aber das hat Spaß gemacht, da wir uns das Thema aussuchen und auch selbst entscheiden durften, wann wir was und wie vorbereiten wollen. Das Referat war sehr gut, wir haben eine eins bekommen und uns sehr gefreut!

Also, ich glaube, ich fänd es schrecklich, wenn ich jeden Tag nach Hause komme und noch Hausaufgaben machen müsste - auch wenn ich nicht immer Lust habe, die Zeit in der Schule zu nutzen. Aber da müssen wir das ja dann alle zur gleichen Zeit!

 

Emil, 11 Jahre, geht auf eine Schule mit Hausaufgaben. Was er davon hält, lesen Sie hier: Meine Schule mit Hausaufgaben | Kinder-Kolumne

 

Mehr zum Thema Hausaufgaben hier im scoyo ELTERN!-Magazin:

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