Der richtige Lernweg: Nachhilfe oder Lernbegleitung?

Etwa jeder vierte Schüler nimmt im Laufe seiner Schulzeit Nachhilfe. Damit die Lernunterstützung wirklich hilft, sollten Eltern gemeinsam mit ihrem Kind die richtige Wahl treffen.

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Nachhilfe als Erfolgsfaktor | © Tyler Olsen - Fotolia.com

Welche Unterstützung ist am besten für Ihr Kind geeignet? Antworten auf einen Blick:

Zeitlich begrenzte Nachhilfe ist sinnvoll, wenn Ihr Kind:

  • in einem einzelnen Schulfach akute Schwierigkeiten hat. Ein Nachhilfelehrer spürt die Wissenslücken auf und gibt Sicherheit.
  • während einer Krankheit viel Unterrichtsstoff verpasst hat.
  • die Schule gewechselt hat und Lerninhalte aufholen muss.
  • Schwierigkeiten hat, dem Unterricht aufmerksam zu folgen, zum Beispiel nach einem Todesfall in der Familie oder der Scheidung der Eltern.

Eine kontinuierliche Lernbegleitung ist sinnvoll, wenn:

  • Sie Lerndefiziten vorbeugen möchten. Die Lernbegleitung hilft bei der Wiederholung und festigt das Wissen.
  • im Schulunterricht wenig Zeit bleibt, den Lernstoff ausreichend zu bearbeiten, zum Beispiel in zu großen Schulklassen oder bei Zeitdruck.
  • sich Ihr Kind auf Klassenarbeiten vorbereitet. Online-Lernportale wie scoyo stellen Übungen bereit, die zeigen, wie gut es den Stoff verinnerlicht hat.
  • Ihr Kind sein Selbstvertrauen steigern soll. Erfolgreich absolvierte Tests vermitteln die Gewissheit, dass das entsprechende Wissen auch in der Klassenarbeit abrufbar ist.
  • Ihr Kind sich über den Unterrichtsinhalt hinaus für ein Wissensgebiet interessiert.

Tipp: Nachhilfe und Lernbegleitung Hand in Hand

Für manche Schüler mag es gar nicht zielführend sein, wenn Sie sich nur für eine Form der Lernhilfe entscheiden. Probieren Sie ruhig auch mal die Kombination verschiedener Angebote aus. So kann zum Beispiel die Profi-Unterstützung vom Studienkreis ganz gezielt helfen, Defizite auszugleichen und für Klassenarbeiten zu lernen.

Daneben können Online-Lernangebote unterstützen, wieder Spaß am Lernen zu entwickeln und das Wissen nach und nach in den Fächern zu vertiefen – eigenständig zu Hause am Computer. 

 

“Nachhilfe” wird oft zu negativ gesehen

Generell wird Lernunterstützung oft erst in Betracht gezogen, wenn der Schüler schon einige schlechte Klassenarbeiten im Gepäck hat. Dabei ist das Angebot in punkto Lernbegleitung in Form, Art und Zweck schon deutlich vielfältiger geworden und bietet viel mehr, als "mal eben schnell das Ruder rumzureißen".

So lässt sich Nachhilfe heute schon als kontinuierliches Ergänzungsangebot zum Unterricht verstehen, eben als Lernbegleitung im wahrsten Sinne des Wortes – unabhängig von guten oder schlechten Noten. Doch besonders Letzteres ist bei vielen Familien noch nicht angekommen.

Das liegt zu einem großen Teil daran, dass der Begriff an sich lange Zeit einen negativen Beigeschmack hatte und ihn wohl immer noch hat. "Mein Kind braucht Nachhilfe." Mist! Das muss nicht sein, findet Daniel Bialecki, Geschäftsführer von scoyo:

"Nachhilfe ist per se nichts Schlechtes, sondern hilft, die eigene Lernmotivation zu steigern. Das passiert ganz automatisch, eben weil das nervige Thema endlich verstanden wird und Kinder es weiter verstehen wollen."

In diesem Zusammenhang kritisiert er gleichzeitig, dass häufig nur Schwächen in den Fokus gerückt werden und nicht genug Aufmerksamkeit auf die Kompetenzen der Kinder gelegt wird. "Wir spielen ja auch nicht Fußball, weil wir schlecht darin sind, sondern weil es uns Spaß macht, wir uns hier weiterentwickeln wollen. Warum können Schulfächer also nicht zu Hobbies werden?"

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, um motiviert zu lernen

Einige Anbieter, besonders digitale Lernangebote, gehen schon auf diesen Ansatz ein. Sie motivieren Schüler, indem sie ihnen das Gefühl geben, selbstbestimmt lernen zu können und nicht unter Beobachtung zu stehen. 

Sie können selbst wählen, was sie üben wollen, und das auch unabhängig vom Problemfach. Das stärkt das Selbstbewusstsein.

Wenn die Inhalte dann auch noch in spannende Geschichten verpackt sind, macht es den Schülern sogar richtig Spaß zu lernen. Motivationsanreize wie Bonuslevel, Avatare oder Bestenlisten wecken die Spielfreude in den Kindern.

Und ist das nicht wichtig für eine Generation, die immer wieder dazulernen muss?

Leider ist Spaß für viele nicht mit Lernen in Verbindung zu bringen. Für Daniel Bialecki hingegen umso mehr:

"Kinder lernen gerne. Das ist ihre Natur, solange sie begeistert bei der Sache sind. Der Spaß am Lernen kommt dann durch das Verstehen der Inhalte, durch den Erfolg und letztlich durch die eigene Motivation", so der Familienvater.

Auch punktuelle Nachhilfe kann sinnvoll sein

Ist da was dran? Sollte man also nicht immer nur die Defizite in den Vordergrund rücken, sondern lieber kontinuierlich unterstützen und auch Stärken fördern, in guten wie in schlechten Tagen?

Generell schon, finden wir. Doch manchmal ist es in der Tat auch sinnvoll, nur für kurze Zeit, für eine bestimmte Klassenarbeit Lernhilfe in einem speziellen Fach zu ordern. Vielleicht hat Ihr Kind nur das eine Thema in Deutsch nicht ganz verstanden, vielleicht kommen ihm nur einige Ansätze in Physik Spanisch vor?

Durch gezielte Unterstützung nehmen Sie Ihrem Kind die Angst vor dem Thema und geben ihm das Gefühl, dass es damit nicht allein fertig werden muss. Und dass es vor allem auch gar nicht schlimm ist, auch mal etwas nicht so gut zu können. Dafür gibt´s ja schließlich Hilfe!

Wie finde ich das passende Angebot für mein Kind?

Welche Nachhilfe- oder eben Lernbegleitungsangebote es gibt, welche Vorteile diese haben und für wen bzw. welche Situation sie geeignet sind, erfahren Sie in unserem Artikel “Welche Nachhilfe ist gut für mein Kind?”

Ein Patentrezept gibt es am Ende wahrscheinlich nicht. Kinder lernen unterschiedlich. Was dem einen gut liegt, muss dem anderen noch lange nicht gefallen. Ob Sie die richtige Wahl getroffen haben, ist oft erst nach zwei oder drei Lerneinheiten absehbar. Deshalb sollten Sie jede Form der Lernbegleitung zuerst testen.

Das A und O für Lernerfolg und Motivation: Beziehen Sie Ihr Kind mit ein

Finden Sie vorab heraus, wo die Ursachen für die schlechten Noten und/oder die Demotivation liegen, indem Sie offen mit Ihrem Kind reden und klären, was Schwierigkeiten bereitet, was doof ist und warum.

Fragen Sie in diesem Zusammenhang auch gleich mal, was denn besonders Spaß macht und toll ist – vielleicht findet sich auch hierfür ein passendes Angebot.

Denn: Der Lerneffekt wird sich in Grenzen halten, wenn Ihr Kind nur lernt, weil Sie das möchten. Wirklich erfolgreich kann Nachhilfe nur sein, wenn Schüler sich gerne mit den Lerninhalten beschäftigen und bereit sind, Unterstützung anzunehmen.

Meist ist es ratsam, ein kontinuierliches Lehrer-Feedback anzufordern, denn Lehrer wissen meist genau, wo die Stärken und Schwächen des Schülers liegen.

Konzentrieren Sie sich bei so einem Gespräch auch mal bewusst auf die Stärken Ihres Kindes und lassen sich nicht von vermeintlichen Hiobsbotschaften die Sicht vernebeln. Manchmal ist doch auch eine Drei in Bio gar nicht so schlimm, wenn dafür die Kreativität in Sachen Deutsch und Kunst in Höchstform turnt, oder?

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