10 Tipps für Eltern: So motivieren Sie Ihr Kind zum Lernen

Kinder lernen gern, doch schon früh verlieren viele von ihnen die Lernmotivation. Schuld daran ist vor allem der Leistungsdruck. scoyo verrät Ihnen 10 Tipps, wie Sie Ihre Kinder zum Lernen motivieren.

Lernen: 10 Tipps für Eltern: So motivieren Sie Ihr Kind zum Lernen
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Warum die Motivation zum Lernen abnimmt

Teaser motiviert lernen

Die meisten Schüler starten hochmotiviert in die erste Klasse. Sie sind wissbegierig und lernbereit. Doch immer wieder ebbt diese Motivation zum Lernen schon nach wenigen Jahren ab. Das ist fatal, denn der Lernerfolg steigt vor allem dann, wenn Schüler motiviert sind zu lernen. Woran liegt das?

Während der Nachwuchs im Kleinkindalter noch alles Neue aufsaugt, voller Stolz von seinen neuen Erkenntnissen erzählt und den ersten Schultag kaum abwarten kann, lässt dieser Eifer laut psychologischen Studien spätestens ab der Pubertät, aber meist schon beim Wechsel auf die weiterführende Schule nach. Während noch die Hälfte der Erstklässler durchgängig Spaß am Lernen hat, sind es bei den 13-Jährigen nur noch sechs Prozent. Das ist die Bilanz einer Studie von scoyo und ZEIT LEO.

Sie trifft den Kern des Problems: Das Schulsystem, das zum Lernen motivieren soll, bewirkt meist das Gegenteil. Gute Noten als Maß aller Dinge und das Muss eines hohen Bildungsabschlusses erzeugen Erfolgsdruck bei Kindern, Eltern und Lehrern. G8 und PISA tragen ihren Teil dazu bei. 

Das Resultat: Oft bleibt von dem natürlichen und angeborenen Wissensdurst der Kinder nur Lernschmerz zurück, ein Frust, den die Schüler vermehrt körperlich erleben. Es werden Lernvermeidungsstrategien ausgeklügelt, das Lernen bekommt einen negativen Beigeschmack, erzeugt Druck oder sogar Angst.

Eltern fühlen sich in der Pflicht, ihre Kinder zum Lernen zu motivieren, sind jedoch oft ratlos oder haben schlichtweg keine Zeit.

Können Schüler Motivation lernen? Ratgeber Lernmotivation 

Daniel Bialecki, Geschäftsführer von scoyo, beschäftigt sich seit über zwölf Jahren mit kreativen Methoden der Wissensvermittlung und weiß, dass die Gründe für die sinkende Lernmotivation von Schülern zwar vielschichtig, aber lösbar sind: 

„Kinder und Jugendliche haben besonders viel Spaß am Lernen und eine hohe Motivation, wenn sie Lerninhalte aus einem inneren Antrieb heraus verstehen wollen. Nur was sie wirklich interessiert, machen sie auch wirklich gern und gut“, so der Familienvater. 

Für Lernforscher schafft diese so genannte intrinsische Motivation die idealen Voraussetzungen zum Lernen. Das ist auch der Grund, warum Schüler Motiviation nur bedingt lernen können - echtes Interesse und Begeisterung sind viel wichtiger.  

Im Schulalltag können diese Erkenntnisse jedoch kaum umgesetzt werden. Den Lehrern fehlt aufgrund des straffen Zeitplans die Zeit, sich jedem Schüler einzeln zu widmen. So rückt die extrinsische Motivation durch Belohnungen und Noten in den Vordergrund. Langfristig schwächt das den inneren Antrieb vieler Schüler. 

Generell funktioniert das Lernen über extrinsische und intrinsische Motivationsaspekte. Das Verhältnis der Komponenten zueinander ist entscheidend. Die intrinsische Motivation sollte für das Lernen die größere Rolle spielen.

Wie können Eltern helfen, ihre Kinder zum Lernen zu motivieren, auch über die ersten Grundschuljahre hinaus?

Eltern können nur motivieren, wenn sie selbst motiviert sind.

Eltern sind in erster Linie die wichtigsten Bezugspersonen für ihre Kinder. Übernehmen sie die Aufgaben von Nachhilfelehrern, kann es schnell zu Konflikten kommen. Trotzdem können sie viel zur Lernmotivation beitragen. scoyo-Geschäftsführer Daniel Bialecki verrät die besten Tipps.

10 Tipps für Eltern: Wie kann ich mein Kind langfristig zum Lernen motivieren?

Tipp 1: Ein gutes Lernklima schaffen

Wenn sich Menschen wohlfühlen, sind sie eher motiviert, Neues zu lernen und Dinge anzugehen. Das geht nicht nur Kindern so. Starten Sie gut in den Tag, indem Sie gemeinsame Zeit für ein leckeres und gesundes Frühstück einplanen. Das macht fit. Gesundes Essen in der Schule, ausreichend Schlaf und Bewegung, ein aufgeräumter Arbeitsplatz und eine ruhige Lernumgebung helfen, konzentriert zu bleiben.

Tipp 2: Die richtigen Anreize finden

Formulieren Sie Ziele, die Ihr Kind so toll findet, dass es sich selbst zum Lernen motivieren kann, z. B. „Wer gut in Biologie ist, hat die Chance, Tierarzt zu werden.“ Und ein zukünftiger Sprachurlaub überzeugt Ihr Kind vielleicht, das Vokabeln lernen doch nicht so langweilig ist. 

Tipp 3: Versuchen Sie die Schule, nicht zum Hauptthema in der Familie zu machen

Das Zuhause sollte vor allem ein sicherer Hafen sein, in dem sich die Kids entspannen und vom Schultag erholen können. Fühlt sich Ihr Kind gestresst, braucht es vor allem Ablenkung und schöne Erlebnisse. Sie machen sich Sorgen bzw. wollen mehr über den Schulalltag Ihres Kindes erfahren? Interesse zu zeigen, ist immer gut. Fragen Sie am besten in einem guten Moment nach. Sollte direktes Fragen Ihrem Nachwuchs nicht viel entlocken, können Sie auch versuchen, das Gespräch auf die schönen Dinge des Schulalltages zu lenken, wie Sport, Pausenbeschäftigungen, ein besonders geliebtes Fach oder Freunde. Wenn Kinder über positive Erlebnisse sprechen, sprudelt manchmal auch das nicht so Tolle heraus.  

Tipp 4: Einmal, zweimal durchatmen. Mindestens! 

Genug Pausen zwischen den Lerneinheiten sind sehr wichtig, am besten bevor der Kopf zu brummen beginnt. Dabei hilft schon ein bisschen Bewegung und ein Schluck Wasser. So kann sich der Lernstoff besser setzen. Wenn dann noch genügend Zeit für Freunde und Hobbies bleibt, ist die School-Life-Balance richtig im Gleichgewicht – und die Lernmotivation steigt an. 

Tipp 5: Selbstbestimmtheit fördern 

Ihr Kind hat einen Lieblingsort zum Lernen oder ist abends konzentrierter als nach der Schule? Prima! Überlassen Sie Ihrem Kind ruhig die Entscheidung, auf welchem Weg es die eigenen Lernziele erreicht. Das motiviert zusätzlich und stärkt das Selbstbewusstsein. 

Daniel Bialecki über selbstbestimmtes Lernen – und warum das die Motivation zu Lernen steigert:

So können Kinder u. a. das Internet nutzen, um selbstständig und motiviert zu lernen:

  • Es gibt verschiedenste Kinderinternetseiten, die Schüler u. a. für Recherchen verwenden können.

  • Außerdem helfen gute Apps, Lerninhalte spielerisch zu verstehen und anzuwenden. 

  • Die Online-Lernplattform scoyo geht noch einen Schritt weiter und verpackt den gesamten Schulstoff der wichtigsten Fächer von Klasse 1-7 in spannende Lerngeschichten, interaktive Übungen und Tests. So macht das Lernen wieder Spaß! ►scoyo kostenlos testen  

Tipp 6: Anregungen zum Lernen geben 

Eltern sollten nicht zum Ersatzlehrer werden, da das die Beziehung belasten kann. Trotzdem können Sie viele Anregungen geben. Dabei sollten Sie das Wort „Lernen“ nicht überstrapazieren. Sprechen Sie lieber von herausfinden, entdecken oder experimentieren. Tipp: Machen Sie doch einen Rollentausch und lassen Sie sich von Ihrem Kind erzählen, was es gerade gelernt hat. Das steigert das Selbstbewusstsein. Außerdem helfen andere, kreative Lernmethoden, die Motivation zum Lernen zu steigern. 

Tipp 7: Schulinhalte beiläufig in den Alltag einbringen 

Rechnen beim Backen, geschichtliche Ereignisse mit Hilfe aktueller Nachrichten erklären, Englischvokabeln in Form einer schönen Geschichte üben … Lernen kann man immer und überall. Ausflüge in die Natur oder Museen machen trockenen Schulstoff lebendig. Planen Sie nach Möglichkeit Ausflüge mit der ganzen Familie und nehmen Sie die passenden Schulunterlagen gleich mit.

Tipp 8: "Du schaffst das!" Rücken stärken

Verdeutlichen Sie Ihrem Kind seine Stärken und verschaffen Sie ihm die Erfolgserlebnisse, die ggf. in der Schule fehlen. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Gleichzeitig bringen Sie ihm Wertschätzung und Anerkennung unabhängig von Schulleistungen entgegen. Auch wenn es schwer fällt: Vermeiden Sie möglichst, regelmäßig mit Süßigkeiten, Fernsehen oder Computerspielen zu belohnen. Diese Motivation wirkt nur kurzfristig. Kinder lernen dadurch nicht mehr aus eigenem Antrieb.

lernen lerntipps lernmotivation So motivieren Sie Ihr Kind zum LernenEltern sind oft ratlos, wie sie ihre Kinder zum Lernen motivieren können.

Tipp 9: Richtig loben

Immer nur für eine erfolgreiche Klassenarbeit zu loben, ist leider kontraproduktiv. Einen besonderen Motivationsschub gibt es jedoch, wenn Sie Ihr Kind für Dinge loben, die es direkt beeinflussen kann, z. B. für großes Engagement (unabhängig vom Ergebnis). Die Kids merken so, dass sie den Erfolg selbst in der Hand haben. Sie lernen, nicht so leicht aufzugeben und dass Fehler und Herausforderungen dazugehören.

Tipp 10: Lernen mit Plan

Ein Lernplan oder eine Lern-to-do-Liste helfen, einen Lernanreiz zu schaffen. In einem Lernplan wird für jeden Tag festgelegt, was gelernt werden soll und wie man sich dafür belohnt. Auf einer Lern-to-do-Liste werden Lernziele notiert - und nach Erreichen abgehakt. Das motiviert!

Mit Spaß zum Lernen motivieren: Lernprodukte für Zuhause

Produkte wie Entdeckerboxen, Lernspiele oder computergestützte Lernformen fördern spielerisches, alltagsbezogenes und vor allem eigenständiges Lernen. Die Kinder erfahren so früh, was Psychologen als Selbstwirksamkeit bezeichnen: die eigene Kompetenz und Autonomie (Unabhängigkeit). Und das wiederum vermittelt ihnen ein starkes Selbstwertgefühl und den Wunsch, mehr zu lernen.

  • Von Kosmos gibt es verschiedenste Experimentierkästen, die besonders gut geeignet sind, Naturwissenschaften besser zu verstehen. Hier z. B. für das Fach Physik (Magnetwirkung).
  • Gesellschaftsspiele fördern spielerisch das Verständnis von Lerninhalten. Z. B. eignet sich UNO gut, um Mathematikkenntnisse aufzufrischen, Tabu Junior fördert die Ausdrucksfähigkeit und Stadt-Land-Fluss ist toll, um Geografie-Kentnnisse anzuwenden. Mehr dazu in diesem Artikel "Lernen mit Gesellschaftsspielen".
  • Auch Online-Lernangebote helfen, Kinder zum Lernen zu motivieren: Digitale Medien können Lerninhalte spielerisch, lebendig und realitätsnah vermitteln. Oft sprechen sie dabei verschiedene Sinne gleichzeitig an. Das fördert die Begeisterung fürs Lernen und somit auch die Motivation. „Damit Lerninhalte für Kinder möglichst viel zur Entwicklung beitragen, ist es wichtig, dass sie an vorhandenes Vorwissen anschließen und als Informationen verarbeitet werden können“, so Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Norbert Neuss von der Universität Gießen. Deshalb sind digitale Lernangebote wie die scoyo-Lernwelt an die Lehrpläne der Bundesländer angepasst. Hier können Sie scoyo kostenlos ausprobieren.

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