In 6 Schritten Noten verbessern: Durchstarten im 2. Halbjahr

Wenn das Zwischenzeugnis nicht so ausfällt wie gewünscht, kann das ganz schön demotivieren. Doch das ist noch lange kein Grund, den Kopf hängen zu lassen! Wir verraten, wie Eltern ihren Kindern helfen können, Schritt für Schritt die Noten zu verbessern.

Lerntipps und Lernmotivation: In 6 Schritten Noten verbessern: Durchstarten im 2. Halbjahr

Schritt 1: Analyse der Ursachen

Halbjahreszeugnisse dienen vor allem der Bestandsaufnahme – nicht mehr, nicht weniger. Die Würfel sind noch lange nicht gefallen. Kindern hilft es jetzt am meisten, wenn die Familie gelassen und konstruktiv reagiert, indem sie sich ausreichend Zeit für ein Gespräch nimmt. Das können Sie als Eltern dabei beachten:

Angstfreie Gesprächsatmosphäre schaffen

Für uns Eltern kann es manchmal eine Herausforderung sein, negative Kommentare, Tadel oder Strafen bei schlechten Zeugnissen oder Noten zu vermeiden. Doch es lohnt sich, gelassener mit dem Thema Noten umzugehen. Denn Strafen & Co. wirken kontraproduktiv, setzen Schüler unter Druck und helfen damit nicht, die Noten zu verbessern – Schüler ärgern sich meist nämlich schon genügend über sich selbst, auch wenn sie das nicht zeigen. Letztlich sollten unsere Kinder doch immer das Gefühl haben, nach Hause kommen zu können, auch mit enttäuschenden Ergebnissen. 

Nehmen Sie Ihr Kind also ernst, begegnen Sie ihm auf Augenhöhe und suchen Sie nach den Ursachen für die eine oder andere schlechte Note. Gehen Sie Fach für Fach, Note für Note durch – ganz nüchtern und sachlich, ohne Panik und doch ernsthaft. "Was lief gut im letzten Halbjahr, was schlecht?"

So finden Sie gemeinsam heraus, wo größere Defizite liegen oder ob einfach nur die Motivation gefehlt hat. Die meisten Kinder schätzen die Ursachen für ihre schlechten Leistungen dabei schon gut selbst ein. Oft sind sie sehr vielfältig, reichen von Über- bzw. Unterforderung, über Mobbing bis hin zur Prüfungsangst. Unter Einbeziehung der Lehrer können Sie noch gezielter nach Lösungen suchen, um nachhaltig die Noten zu verbessern.

Schritt 2: Prioritäten setzen, Ziele stecken, motivieren

Sind die Ursachen gefunden, können im zweiten Schritt – gemeinsam mit dem Kind – klare und erreichbare Ziele definiert werden, zum Beispiel die Verbesserung um eine Note im Fach Deutsch. Dabei sollten Sie sich zunächst auf ein oder zwei Problemfächer konzentrieren, die auf der Kippe stehen. Was muss unbedingt besser werden, wo fehlt vielleicht Grundwissen oder wann ist die Versetzung gefährdet? Bleiben Sie dabei aber realistisch. Wir tendieren häufig dazu, unsere Ziele zu hoch zu stecken. Doch nur Ziele, die erreichbar sind, motivieren uns langfristig.

Hinweis: Vor allem Schüler bis zur sechsten Klasse sind noch nicht in der Lage, selbstständig Lernziele zu bestimmen, und brauchen Hilfe bei der Aufbereitung des nachzuholenden Lernstoffs.

Wichtig sind auch die kleinen Erfolge zwischendurch, die uns bestärken. Dabei helfen Etappenziele, wie sich auch im ungeliebten Fach mindestens dreimal pro Stunde zu melden oder sich täglich 30 Minuten mehr Zeit für die Hausaufgaben zu nehmen.

Dadurch wirken Ziele gar nicht mehr unerreichbar, sondern können in Form einer To-Do-Liste kontinuierlich abgehakt werden. Das ist wichtig, um Kinder nicht zu überfordern und ihnen das Gefühl zu geben, auch schon im Kleinen etwas erreichen zu können. Die Schüler sind motiviert, wollen weiter dazulernen – die Noten verbessern sich (fast) automatisch. ;-)

Mehr Motivationstipps: 10 Tipps für Eltern: So motivieren Sie Ihr Kind zum Lernen

Schritt 3: Lernplan entwickeln

Im nächsten Step kann ein Lernplan helfen, sich ohne Stress auf Klassenarbeiten vorzubereiten und so langfristig die Noten zu verbessern. Routinen und Strukturen machen es für Kinder nämlich leichter, sich auf den Stoff zu konzentrieren, besonders wenn die Lernzeiten ihren festen Platz im Tagesablauf haben.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass Kinder selbstbestimmt lernen können und ein Mitspracherecht haben. Treffen Sie deshalb möglichst alle Vereinbarungen gemeinsam oder überlassen Sie Ihrem Kind die Entscheidung, zum Beispiel wann und wie viel am Tag gelernt wird. 

Vielleicht möchte es nach der Schule erstmal eine Runde Fußballspielen, bevor es sich produktiv an den Schreibtisch setzen kann? Super! Genügend Zeit für Sport und Freunde sollte dabei immer sein: Nur wer glücklich, fit und ausgeglichen ist, lernt wirklich motiviert und effektiv. Und wenn gar nichts mehr geht, heißt es spätestens dann: Pause! Sofort.

Planen Sie auch ein regelmäßiges Lehrerfeedback ein – dieser kann meist am besten beurteilen, ob schon eine Verbesserung erkennbar ist. → Checkliste Eltern-Lehrergespräch

Schritt 4: Richtig lernen lernen

Kinder nehmen Informationen unterschiedlich auf und verarbeiten die Lerninhalte auf verschiedene Arten. Vielleicht hat Ihr Kind noch nicht die richtige Strategie für sich gefunden? Beispielsweise hilft es dem auditiven Lerntypen, Texte laut zu lesen. So kann er sich Inhalt, Klang und Melodie des Schulstoffs besser einprägen. Visuelle Lerntypen verlassen sich hingegen eher auf ihre Augen. Für sie muss der Schulstoff optisch attraktiv aufbereitet sein. → Zur Lerntypenbestimmung

Versuchen Sie doch einmal gemeinsam, die richtige, individuelle Lernstrategie zu finden. 

→ Weitere Artikel mit konkrete Lerntipps:

Hinweis: Nur wenn Kinder lernen, die richtigen Fragen zu stellen und selbst Antworten zu finden, kommen sie langfristig weiter – und bleiben motiviert, weil sie selbst, aus eigener Anstrengung etwas geschafft haben. Das wiederum stärkt das Selbstbewusstsein. → "Ich schaff das!" Wie Kinder eine starke Persönlichkeit entwickeln Es ist also eher kontrakproduktiv, wenn Eltern langfristig immer beim Lernen oder bei den Hausaufgaben helfen. 

Schritt 5: Nachhilfe oder Lernunterstützung?

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind (und dem Lehrer), ob es Lernbegleitung oder gezielte Nachhilfe in Anspruch nehmen möchte bzw. sollte, um größere Defizite auszugleichen und die Noten in bestimmten, vielleicht unbeliebten Fächern zu verbessern. 

Durch externe Hilfe können Sie Konflikte innerhalb der Familie vermeiden, die häufig auftauchen, wenn Eltern zu sehr in den Schulthemen der Kinder involviert sind, häufig mitlernen oder sogar Aufgaben übernehmen.

Das Nachhilfe-Angebot reicht von professionellen Nachhilfeinstituten, über private Nachhilfe von Bekannten bis hin zu Online-Lernplattformen. Ganz gleich, welches Angebot Sie gemeinsam wählen, Ihr Kind sollte sich wohl fühlen und durch die Unterstützung mehr Spaß am Lernen haben.

Durch Probestunden bei verschiedenen Anbietern können Sie schauen, ob das Angebot das Richtige für Ihr Kind ist und es damit wirklich nachhaltig seine Noten verbessern kann. ► Online-Lernwelten von scoyo kostenlos ausprobieren

Schritt 6: Die richtige Lernumgebung

Eltern unterstützen ihre Kinder vor allem, indem sie ihnen Vertrauen, Zeit und Raum geben. Das fängt an bei einem gut ausgestatteten Schreibtisch mit viel Licht und den nötigen Utensilien. → Tipps: Hier lern ich gern!" Der perfekte Lernplatz

Kleiner Tipp am Rande: Lassen Sie doch das Lieblingsstofftier beim Lernen zuschauen oder bieten Sie immer mal wieder eine dampfende Tasse Kakao an – geliebte Routinen machen alles gleich viel einfacher.

Viel Erfolg für das kommende Halbjahr wünscht Ihr scoyo-Team.

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