Instagram, Snapchat & Co. – Social Media Tipps für Eltern

Immer neue Social Media Apps sprießen aus dem Boden – und Kinder stürzen sich mit Begeisterung darauf. Doch was ist mit Risiken, Sicherheits-Einstellungen, Regeln etc.? Diese Tipps helfen, den Nachwuchs zu begleiten.

Kinder und Medien: Instagram, Snapchat & Co. – 5 Social Media Tipps für Eltern
Die Social Media Welt ist unübersichtlich - Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder hier an die Hand nehmen

22.03.2016, Gastbeitrag von Keyvan Haghighat Mehr.

Social Media, darunter Netzwerke wie Instagram, Snapchat oder der Klassiker Facebook sind heute fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Es wird gepostet, geteilt, es werden Fotos verschickt – und nicht immer wissen Eltern so ganz genau, was in den Netzwerken tatsächlich passiert.

Vielleicht macht das auch Ihnen Angst? Schließlich bergen soziale Medien neben ihren Chancen auch einige Risiken, wenn der Umgang damit allzu leichtfertig ist. Wichtig ist deshalb, dass Eltern ihrem Kind den "richtigen" Umgang mit sozialen Netzwerken erklären.

Medienkompetenz: Sind Sie fit für Social Media?

Es ist schwierig, Kindern in Sachen Social-Media-Nutzung eine Hilfe zu sein, wenn man selbst keine Berührungspunkte mit den verschiedenen Netzwerken haben – deshalb ist wohl auch der wichtigste Tipp, dass Eltern selbst eine entsprechende Medienkompetenz aufbauen, um die Funktionen, die Vor- und Nachteile zu verstehen. Das bedeutet:

► Melden Sie sich ggf. in den Netzwerken an bzw. schauen Sie einmal rein, erstellen Sie ein Profil, nehmen Sie Privatsphäre-Einstellungen vor und klicken Sie sich durch die einzelnen Bereiche, um ein Gefühl für die Handhabung zu bekommen.

► Sie können auch in Büchern, Fachzeitschriften, Blogs oder Foren mehr über Social Media erfahren. Weiterführenden Artikel helfen Ihnen dabei, entsprechende Kompetenzen aufzubauen – Sie müssen kein Profi werden, aber ein gewisses Grundverständnis für die Basisfunktionen sind empfehlenswert, z. B. durch folgende Medien: 

► Sprechen Sie mit Ihrem Kind über dessen Nutzerverhalten – nicht, um zu kontrollieren, sondern um zu erfahren, wie Ihr Kind das jeweilige Netzwerk nutzt, beziehungsweise welche Funktionen für es im Fokus stehen (und welche nicht). 

Tipp: Unser Medienkompetenz-Test hilft dabei, herauszufinden, wie sinnvoll Ihr Kind schon mit Neuen Medien umgehen kann (inkl. individuellen Tipps für die Medienerziehung im Anschluss): Test: Mediennutzung und Medienkompetenz

Risiken im Umgang mit Social Media

Sicher ist der Aufbau Ihrer Social-Media-Kompetenz kein einfaches Unterfangen – und doch ist es die Basis für alles Weitere, insbesondere, wenn es darum geht, die Risiken des Netzwerkes zu erkennen. Haben Sie die Funktionen und Möglichkeiten der sozialen Netzwerke überblickt, werden Sie schnell verstehen, warum die folgenden Punkte ein Problem werden könnten:

 Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Handlungen haben Konsequenzen, das gilt insbesondere für Cyber-Mobbing – und zwar für beide Seiten. Wird Ihr Kind gemobbt, haben Sie gemeinsam Möglichkeiten dagegen vorzugehen. Ist Ihr Kinder auf der „Mobber-Seite“, so kann das rechtliche Konsequenzen haben.

► Ebenso problematisch ist der Umgang mit fremden Bildern und Videos – entsprechende Aufklärung über das Urheberrecht (vor allem darüber, dass Medien aus dem Netz eben nicht einfach für die eigenen Profile verwendet werden können), ist ganz entscheidend, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

► Der Umgang mit privaten Daten ist ein sehr wichtiges Thema. Öffentliches Posten von Adresse oder Telefonnummer sollte Tabu sein – nicht zuletzt, da sich im schlimmsten Fall Fremde annähern könnten. Gleiches gilt selbstverständlich für das Verschicken von freizügigen Fotos, was vor allem bei der App Snapchat nicht selten ist.

► Wie überall im Internet tummeln sich auch in den sozialen Netzwerken dubiose Abo-Anbieter oder Premium-Programme, die mit Kosten verbunden sind, die erst auf den zweiten Blick deutlich werden. Hier gilt ganz klar: Finger weg.

All diese Dinge sind Risiken, die es bei der Nutzung von Social Media zu vermeiden gilt – allerdings hilft es langfristig nicht, die Netzwerke per se zu verteufeln und Kindern die Nutzung zu verbieten.

Wer bestimmte soziale Medien verantwortungsbewusst nutzt, kann damit nicht nur in Kontakt mit Freunden bleiben und Updates posten, sondern diese Netzwerke auch für die Schule nutzen oder (bei älteren Kindern und Jugendlichen) sogar erste Kontakte für den späteren Berufsweg knüpfen. 

4 Tipps für einen besseren Umgang mit Social Media

1. Risiken thematisieren, Regeln festlegen:

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die oben genannten Risiken und stellen Sie dementsprechend klare Regeln auf. Hierbei hilft z. B. ein Eltern-Kind-Vertrag, mit dem Sie sich auf die wichtigsten Punkte einigen und die Vereinbarung festigen können – für beide Seiten.  

Tabus sind z. B.:

  • Freizügige Fotos
  • Veröffentlichung von privaten Daten
  • Mobbing und Beleidigungen

Häufig nimmt die Nutzung der Netzwerke überhand, sodass andere Dinge vernachlässigt werden. Ein verantwortungsvoller Umgang bedeutet deshalb auch, dass nicht der ganze Tag aufs Smartphone gestarrt wird.

Vereinbaren Sie am besten einen Zeitraum pro Tag, in dem die Kinder soziale Medien bzw. generell Medien nutzen dürfen. Definieren Sie auch Momente, an denen das Smartphone bzw. Medien komplett ausgeschlossen sind – beispielsweise beim Abendessen oder Familienfeiern. Je nach Alter darf es weniger oder mehr sein.

In diesem Zusammenhang ist außerdem wichtig, dass Sie Ihr eigenes Mediennutzungsverhalten kritisch hinterfragen, schließlich sind Sie als Eltern Vorbilder für Ihre Kinder. → scoyo-Familien-Test zur Mediennutzung.

Insbesondere dann, wenn Ihr Kind Opfer von Mobbing oder Ähnlichem ist, sollten Sie als Vertrauensperson da sein und Ihrem Kind Auswegmöglichkeiten aufzeigen. → Hilfe bei Cyber-Mobbing.

2. Privatsphäre-Einstellungen vornehmen:

Überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Privatsphäre-Einstellungen innerhalb der Profile in den sozialen Netzwerken – im Falle von Facebook beispielsweise sollten das Profil, die Bilder und Informationen nur für Freunde sichtbar sein. Um die Privatsphäre zu prüfen, finden Sie bei Facebook rechts oben ein kleines Vorhängeschloss, das zu den Einstellungsmöglichkeiten führt.

3. Geräte kindersicher machen:

Gleiches gilt natürlich auch für die Einstellungen an den Geräten selbst – eine Anleitung für verschiedene Smartphones finden Sie hier.

4. Offen sprechen

Stellen Sie klar, dass Sie Social Media nicht nutzen, um Ihr Kind zu kontrollieren, sondern um die Netzwerke zu verstehen und eine Hilfe bei Fragen zu sein – das Vertrauensverhältnis ist hier ganz besonders entscheidend. Hat Ihr Kind das Gefühl, dass Sie ihm nachspionieren, wird es nicht um Rat oder Hilfe bitten, wenn etwas passiert.

Fazit:

Es ist eine echte Gratwanderung: Social Media hat Risiken und Chancen zugleich, sodass ein Verbot genauso sinnlos wäre, wie eine „Lass-die-Kinder-einfach-machen-Einstellung“. Vielmehr geht für Sie als Eltern darum, entsprechende Kompetenz in diesem Bereich aufzubauen, um so eine Stütze für Ihr Kind zu werden, wenn es um den Umgang mit Social Media geht. 

Über den Autor

Keyvan Haghighat Mehr ist Inhaber der Social Media und Content Marketing Agentur media by nature aus Hamburg. Keyvan ist selbst stolzer Vater einer Tochter und kennt sich daher bestens mit der Thematik Social Media für Kinder aus. Abgesehen davon zählt Social Media nicht nur beruflich, sondern auch privat zu seinen größten Leidenschaften.

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