Don Tapscott über den Medienkonsum der Jugend

Handy, Spielkonsole, Facebook und Co.: Kinder verbringen immer mehr Zeit mit digitalen Medien. Was der Amerikaner Don Tapscott über den Medienkonsum der Jugend sagt, erfahren Sie hier.

Kinder und Medien: Don Tapscott über den Medienkonsum der Jugendlichen
Don Tapscott über den Medienkonsum der Jugendlichen | © iStock.com/GlobalStock

„Früher war alles anders“. Wie oft hören wir diese Sprüche von unseren Eltern und Großeltern? So war es immer, und so wird es wohl auch immer bleiben.

Selten zuvor waren jedoch die gesellschaftlichen Veränderungen durch Medien so umfassend wie in den letzten Jahren. Eben auf diese Umwälzungen geht der kanadische Professor Don Tapscott in einem Interview mit jetzt.de ein. Tapscott hat für sein Buch „Grown Up Digital – How the Net Generation is changing Your World“ über 11.000 Jugendliche und ihren Medienkonsum beobachtet. Seine Schlüsse sind bemerkenswert: „Die Gehirne der jungen Generation sind ganz anders entwickelt als unsere“ oder „Digital Natives … können … schneller zwischen Tätigkeiten hin und her schalten“ oder ganz brutal „In 50 Jahren wird niemand mehr Bücher lesen.“

Mit diesen Thesen lehnt sich Don Tapscott weit aus dem Fenster. Was sehr gut ist, weil er dadurch eine Debatte anregt, die dringend erforderlich ist. Denn es steht außer Frage, dass die heutige Jugend nicht nur Medien anders nutzt, sondern durch diese veränderte Art der Nutzung komplett neue Denkmechanismen entwickelt hat. Für unsere Gesellschaft ist das nicht nur förderlich, entsteht so doch ein großer Graben zwischen Jungen und Alten.

Auch vor diesem Hintergrund haben wir gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk, der Stiftung Digitale Chancen sowie der BMPS der FU Berlin die „Initiative für generationsübergreifende Medienkompetenz“ gegründet. Unser Ziel ist es, den Dialog zwischen Jungen, die über die technischen Kompetenzen und die schnelle Auffassungsgabe verfügen, sowie den „Älteren“, die genug Erfahrung haben, um das Gesehene in den richtigen Kontext einzuordnen, zu fördern.

Dass das dringend notwendig ist, betont auch Tapscott, er hat ein „umgekehrtes Mentoren-Programm“ aufgesetzt: „Ich habe drei Mitarbeiter, die alle Mitte 20 sind und mich auf dem neuesten Stand halten.“

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