Lernen mit interaktiven Büchern: Sind E-Books die Zukunft?

Wie wird das Lernen von morgen in deutschen Schulen aussehen? E-Books könnten dabei eine zentrale Rolle spielen - Erste Schulen ergänzen bereits ihre Unterrichtsmaterialien durch elektronische Bücher.

Kinder und Medien: Viele Schüler lernen schon heute regelmäßig am Computer
Viele Schüler lernen schon heute regelmäßig am Computer | © Monkey Business Images/Shutterstock

Die Diskussion über das Für und Wider im Umgang mit den neuen Medien wirft auch immer wieder die Frage auf: Wie wird das Lernen von morgen an deutschen Schulen aussehen?

Über die immer stärkere Integration von E-Books in den Schulalltag, berichtet ein Artikel in dem Online-Magazin „Digital Lernen“. Demnach ergänzen unter anderem die USA und vor allem Südkorea ihre Unterrichtsmaterialien immer häufiger mit elektronischen Büchern. So plant Südkorea bis 2015 alle Schulbücher in digitaler Form umzusetzen.

Das E-Book bietet dabei neben seinem geringen und immer gleichen Gewicht eine Reihe von weiteren Vorteilen:

  • So lassen sich neben den klassischen Bild- und Textelementen auch Ton- und Videodateien sowie interaktive Lernspiele einfügen.
  • Texte sind zum besseren Lesen in verschiedenen Schriftgrößen einstellbar.
  • Textstellen können markiert, kommentiert und mit Anderen ortsunabhängig direkt im Buch geteilt werden.
  • Mit sogenannten Flexbooks lassen sich Lerneinheiten individualisieren. Lehrer haben z.B. die Möglichkeit, einzelne Kapitel oder Materialien zu den Büchern hinzuzufügen oder zu entnehmen und so optimal an ihren Unterricht anzupassen.

In Deutschland gibt es bislang kaum interaktive oder digital aufbereitete Lehrbücher. Ganz abgesehen davon, dass die technische Ausstattung durchschnittlicher deutscher Klassenzimmer oft nur rudimentär ist und nötige Hardware samt Zubehör wie Drucker und Beamer fehlen.

Dabei steht der Einsatz multimedialer Lernangebote bei Pädagogen und Schülern längst hoch im Kurs. Dass E-Books in naher Zukunft die klassischen Lehrbücher ablösen, ist nicht zu erwarten. Aber sicher sind flexible, digitale Lehrbücher eine motivierende Ergänzung im Lernalltag.
Wie der Spiegel Online berichtet, plant auch Dänemark seine Schulen künftig verstärkt mit Laptops und Tablets auszustatten. Mit Beginn des neuen Schuljahres wird im Ørestad-Gymnasium ein gesamter Jahrgang vollständig ohne Bücher, Hefte oder Stifte unterrichtet. Die Schule plant eine vollständige Umstellung auf digitale Lernmittel in den kommenden drei Jahren.

Mit Einführung der neuen digitalen Lernmittel verändert sich auch die Art des Lehrens. Frontalunterricht ist kaum noch vorhanden. Stattdessen sitzen die Schüler in großen Räumen oder gemütlichen Sofaecken zusammen und arbeiten im Team. Ein großer Vorteil der digitalen Medien ist, dass sich das Lerntempo individuell auf den Schüler anpassen lässt, denn dieser hat die Wahl, ob er sich das Tutorial ein- oder fünfmal angucken möchte.

Während einer sechsmonatigen Testzeit zeigte sich, dass die Schüler jedoch lieber mit Laptops, als mit iPads arbeiteten. Für das Verfassen von längeren Texten waren die kleinen Tablets hinderlich. Die Umstellung des Unterrichtskonzept fiel weiterhin nicht allen Lehrkräften leicht, ist letztendlich aber von allen positiv aufgenommen worden.

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