Medizin aus der eigenen Küche – Hausmittel für Kinder

Vor allem in der kalten Jahreszeit überfallen sie Kinder: fieser Husten, Schnupfen oder Magen-Darm-Erkrankungen. Auch wenn keine Medikamente nötig sind, kann den Zwergen geholfen werden – mit altbewährten Hausmitteln.

Kranke Kinder brauchen viel Liebe und Aufmerksamkeit
Kranke Kinder brauchen viel Liebe und Aufmerksamkeit

Draußen ist es kalt und feucht, drinnen herrscht trockene Heizungsluft: Paradiesische Zustände für Keime – und ein Alptraum für Eltern. Denn Kindern stecken sich besonders häufig mit Erkrankungen wie Atemwegs- oder Margen-Darm-Infekten an: Ihr Immunsystem ist noch nicht fertig ausgereift und muss noch trainieren. So wichtig das auch ist, für die Familien bedeutet das leider oft, dass das Kind Schulstoff verpasst und die Eltern nicht zur Arbeit gehen können.

Ein Besuch beim Arzt kann klären, ob das Kind ernsthaft krank ist. Das ist besonders wichtig, wenn Fieber auftritt oder die Erkältung auch nach einer Woche nicht abklingt. Bei ungefährlichen Krankheiten ist eine medikamentöse Behandlung meist nicht nötig, trotzdem muss das Kind manchmal ein paar Tage zu Hause bleiben, um sich auszuruhen. Dann können Hausmittel helfen, den Körper bei seinem Kampf gegen die Keime zu unterstützen.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen Hausmittel vorstellen, die gegen Erkältungskrankheiten und Durchfall bei Kindern angewendet werden können.

1. Wichtigste Hausmittel für Kinder: Ausruhen, viel trinken und Liebe

Nicht immer ist die Wirksamkeit von Hausmitteln wissenschaftlich eindeutig belegt – wie übrigens auch bei vielen Hustensäften. Trotzdem raten Mediziner immer öfter zu Hausmitteln: Diese wurden über viele Generationen hinweg erprobt, viele Wirkstoffe sind altbekannt. Und: Allein der Glaube an die heilende Wirkung – etwa an ein bestimmtes "Geheimrezept" oder ein festes Ritual – kann zur Genesung beitragen. Dazu helfen viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, der kleine Patient fühlt sich geliebt und ihm geht es meist dadurch bereits ein kleines bisschen besser.

Die wichtigsten Hausmittel sind natürlich immer Ausruhen und viel Trinken. Im Schlaf arbeitet das Immunsystem besonders gut, Stress dagegen fordert zusätzliche Kraft.

Kräutertees mit Thymian, Anis und Schlüsselblume können helfen, festsitzenden Schleim zu lösen. Holunderbeeren wirken schweißtreibend und fiebersenkend, auch sie können als Tee bereitet werden. Vor allem ist es aber die große Menge an Flüssigkeit, die dabei hilfreich ist. Mag Ihr Kind also keinen Tee, kann es auch einfach ausreichend Wasser sein.

2. Hausmittel gegen Husten und Schnupfen

Inhalieren

Manchmal reicht es schon, die Raumluft anzufeuchten, um das Atmen zu erleichtern und die Schleimhäute zu befeuchten. Das geht gut mit frisch gewaschener Wäsche oder einer flachen Schale mit warmem Wasser (ca. 35 Grad). 

Inhalieren können Kinder am einfachsten mit einem Inhalator: Diese gibt es in verschiedenen Varianten und mit jeweils dem Alter entsprechenden Aufsätzen. Bei der klassischen Schüssel mit Handtuch über dem Kopf ist eher Vorsicht geboten, da es leicht zu Verbrühungen kommen kann. Dann besser kein heißes, sondern nur warmes Wasser verwenden. Bei kleineren Kindern, die nicht direkt inhalieren können oder wollen, kann eine Schale mit heißem Wasser und Zusätzen in der Nähe des Kopfes platziert werden. Natürlich so, dass das Kind nicht heran kommt und sich verbrühen kann. Ganz egal, welche Methode Sie bevorzugen: Es ist ganz wichtig, dass Eltern ihre Kinder nie unbeaufsichtigt inhalieren lassen!

Trockener Husten oder produktiver Husten?

Bei trockenem Husten kann zum Inhalieren ein Aufguss mit Salbei benutzt werden – das lindert den Hustenreiz. Bei Husten mit Auswurf, dem sogenannten produktiven Husten, sollte der Hustenreiz nicht unterbunden werden, da über den Schleim die Krankheitserreger nach außen transportiert werden. Hier sind Substanzen hilfreich, die den zähen Schleim verflüssigen und keimtötend wirken. Aus Anis, Fenchel oder Thymian können entweder aus dem Kraut oder mithilfe des entsprechenden ätherischen Öls Aufgüsse bereitet werden. Wer auf solche Zusätze verzichten möchte, kann auch einfach eine Kochsalzlösung zubereiten: 0,9 Gramm Speisesalz mit 100 Milliliter abgekochtem Wasser mischen oder eine fertige Lösung in der Apotheke kaufen.

Vorsicht bei kleinen Kindern und Allergikern

Wichtig: Kleine Kinder sollten keine mentholhaltigen oder stark riechenden Öle, Pasten oder Kräuter inhalieren oder über die Raumluft einatmen. Sie können bei ihnen einen Atemstillstand auslösen. Auch Asthmatiker können mit bestimmten Substanzen Probleme haben. Zusätzlich reizen vor allem Aufgüsse mit Menthol oder Eukalyptus häufig die Augen. Verzichten Sie möglichst auf diese Bestandteile. Fragen Sie im Zweifelsfall den Arzt, welche Inhaltstoffe Sie für Ihr Kind verwenden dürfen.

Einfach aber wirksam bei Husten: Zwiebelsaft

Ein Klassiker ist der hausgemachte Hustensaft aus Zwiebeln und Kandiszucker bzw. Honig. Für die Herstellung gibt es unterschiedliche Rezepte, am einfachsten ist es, Zucker bzw. Kandiszucker oder Honig und eine kleingehackte Zwiebel abwechselnd in ein Schraubglas zu schichten und etwas stehen zu lassen. Daraus entsteht ein dickflüssiger Sirup, der löffelweise verabreicht werden kann. Die Zwiebel enthält ätherisches Öl, Flavonoide und schwefelhaltige Verbindungen, die zusammen antientzündlich wirken. Auch bei Honig weisen einige Studien darauf hin, dass er eine hustenlindernde Wirkung hat, anscheinend vor allem dunklere Honig-Sorten.

Schnupfen

Majoranbutter hilft bei verstopften Nasen, die meisten Apotheken füllen die gelbe Masse für ihre Kunden in kleine Tiegel ab. Ein wenig von der Butter auf den Nasenflügeln verteilen, das hilft nicht nur gegen den Schnupfen. Toller Nebeneffekt: Die von Taschentüchern aufgeriebene Nase wird auch gleich gepflegt.

3. Allrounder-Hausmittel gegen Erkältungen:

Die gute alte Hühnersuppe

Das altbewährte Familienrezept wirkt wahre Wunder bei Erkältungen. Zumindest hilft die Hühnersuppe wirklich, sie zu bekämpfen. Das fanden US-amerikanische Forscher heraus. Sie testeten neben ihrem eigenen Rezept aber auch Fertig-Suppen aus dem Supermarkt – und einige von ihnen waren sogar wirksamer als die hausgemachte Brühe. Welche Inhaltsstoffe nun dafür verantwortlich sind und wie sie genau wirken, konnte nicht abschließend geklärt werden. Laut den Forscher muss das Huhn aber mindestens zwei Stunden gekocht werden.

Rezept für klassische Hühnersuppe

  • 1 Suppenhuhn (ca. 1,5 kg)
  • 3 Möhren
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Lauch
  • ½ Petersilienwurzel
  • ½ Sellerieknolle
  • Salz
  • Genug Wasser oder Geflügelfond, um das Huhn zu bedecken

Gemüse putzen und zerkleinern. Suppenhuhn von außen und innen waschen, mit dem Gemüse in einen Topf legen und mit kaltem (!) Wasser oder Geflügelfond komplett bedecken. Salzen und langsam aufkochen lassen. Sobald die Suppe kocht, die Temperatur herunter schalten. Dann eineinhalb bis zwei Stunden ohne Deckel köcheln lassen. Die Suppe sollte dabei möglichst nicht hochkochen. Schaum von der Oberfläche mit einem Schaumlöffel abschöpfen.

Das Huhn aus der Suppe nehmen und abkühlen lassen. Haut und Knochen entfernen, das Fleisch in kleine Stücke schneiden und wieder in die Suppe geben. Nochmals kurz erhitzen, abschmecken und genießen!

4. Hausmittel gegen Durchfall

Auch hier gilt: Eltern sollten abklären, ob es sich nicht doch um eine ernsthafte Erkrankung handelt, wenn beispielsweise Fieber im Spiel oder der Durchfall sehr stark oder anhaltend ist. Wenn der Arzt zum Abwarten rät, kann neben viel Flüssigkeit zum Beispiel die Möhrensuppe nach Moro helfen. Sie wurde 1908 von Prof. Ernst Moro, Ordinarius der Heidelberger Kinderklinik, entwickelt und half dort, die Sterbe- und Komplikationsrate bei Kindern mit Durchfallerkrankungen stark zu senken.

Für die Suppe 500g geschälte Karotten in einem Liter Wasser eine Stunde kochen, dann durch ein Sieb drücken oder im Mixer pürieren, mit gekochtem Wasser wieder auf einen Liter auffüllen und drei Gramm Kochsalz zugeben.

Neben Möhren können auch Äpfel bei Durchfall helfen. Das im Apfel enthaltene Pektin bindet Flüssigkeit im Darm und kann so den Stuhlgang etwas fester machen. Dafür einen Apfel fein reiben und kurz stehen lassen, dann langsam essen.

Wir wünschen eine rasche Genesung und gute Besserung!

Bewertung

Bewerten Sie diesen Artikel:
5 von 5 Sternen (3 Bewertungen)
Sie haben diesen Artikel bewertet. Vielen Dank für Ihr Feedback.

Kommentare