Mit Pauken und Trompeten: Welches Instrument passt zu meinem Kind?

Ihr Kind will ein Instrument lernen? Toll! Aber welches Instrument ist das richtige für Ihr Kind? Wir stellen Ihnen die gängigsten Instrumente vor und beleuchten ihre Vor- und Nachteile.

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Ein Musikinstrument zu lernen ist eine tolle Sache: Musik zu machen eröffnet nicht nur ganz neue Welten und kann  sehr erfüllend sein, Kinder lernen auch, dass sie mit etwas Durchahltevermögen und Disziplin tolle Erfolge erzielen können. Das motiviert! Außerdem fördert das Musizieren zusätzlich Dinge wie die Koordination, das Gedächtnis und das Einfühlungsvermögen.

Wenn ihr Kind bereits sicher weiß, welches Instrument es gerne spielen möchte, dann ist die Sachlage ganz einfach: Sein Wunschinstrument ist das richtige. Denn: Wenn wir etwas aus eigenem Antrieb lernen, sind wir umso motivierter dabei. Das Kind zu einem Instrument zu bewegen, das es eigentlich nicht besonders mag, ist dagegen eher kontraproduktiv und könnte ihm den Spaß an der Musik unter Umständen sogar ganz verderben.

Welches Instrument passt zu meinem Kind? Probieren Sie es aus!

Natürlich weiß nicht jedes Kind von Anfang an, welches Instrument "seins“ ist. Hier ist der Spruch "Probieren geht über studieren" ein guter Tipp. Es gibt viele Möglichkeiten, verschiedene Instrumente erst einmal zu testen, bevor Sie sich zu einem (oft kostspieliegen) Kauf entschließen: zum Beispiel in vielen Schulen, in Schnupperkursen, bei sogenannten "Instrumentenkarussels" oder Tagen der offenen Tür an Musikschulen oder auch im Musikfachgeschäft.

Auch der Musikgeschmack Ihres Kindes kann eine gute Grundlage sein, um das passende Instrument zu finden. Ihr Sprössling liebt Rockmusik? Dann ist vielleicht Gitarre, Bass oder auch Schlagzeug das richtige für ihn. Für Klassikmusik-Fans bietet sich zum Beispiel Violine, Klavier, Klarinette oder Querflöte an. Wer gerne im Blasorchester mitspielen möchte, ist mit Instrumenten wie Trompete, Saxophon oder ebenfalls Querflöte gut beraten. Wenn der Musiknachwuchs gerne Popmusik hört ist Gitarre, Bass oder Schlagzeug, sowie Keyboard ein passendes Instrument, kleine Jazzer kann vielleicht eine Trompete, Querflöte oder Klarinette begeistern.

Natürlich gibt es noch andere Faktoren, die beeinflussen, für welches Instrument Sie und Ihr Kind sich entscheiden. Um diesen Schritt leichter zu machen, stellen wir im Folgenden einmal ein paar geeignete Instrumente für Kinder und ihre Vor- und Nachteile vor.

► Hier gelangen Sie direkt zu den vorgestellten Instrumenten:

Musikinstrumente für Kinder: Einsteiger-Instrumente

Blockflöte

Die Blockflöte ist ein ganz klassisches erstes Instrument. Wichtig: Es gibt zwei verschiedene Griffsysteme, das "deutsche" und das "barocke" Griffsystem, die sich darin unterscheiden, wie die Löcher in die Blockflöte gebohrt sind. Informieren sie sich vor dem Flötenkauf, welches System im Unterricht angewendet wird.

Vorteile:

  • Der Preis: Eine Blockflöte ist bereits für relativ wenig Geld zu haben, gute Plastikversionen (die in der Tonqualität mit der Holzversion mithalten können) gibt es bereits ab ca. 10 Euro, Hybride mit Kunststoffkopf und Holzkorpus ab ca. 35 Euro und Holzblockflöten ab ca. 20 Euro.
  • Sie ist nicht sehr anfällig für Schäden.
  • Der Unterricht: Blockflötenunterricht wird vielerorts in Gruppen angeboten und ist daher oft günstig.
  • Blockflöte ist eher leicht zu erlernen, schnell Erfolge hörbar. Bereits beim einfachen "Hineinpusten" kommen Töne heraus, auch die Fingerstellung ist im Gegensatz zu anderen Instrumenten eher leicht zu erlernen.

Nachteile:

  • Langfristig "cool"? Die Blockflöte wird meist nur als Einsteiger-Instrument genutzt.
  • Der Klang: Bei Anfängern ist der Klang doch eher gewöhnungsbedürftig. Wer richtig fleißig übt, bei dem kann es dann aber auch so klingen:

Melodica

Die Melodica ist ein Blasinstrument, die Töne werden aber ähnlich einem Keyboard über Tasten gewählt.

Vorteile:

  • Leicht zu lernen: Die einfache Tonerzeugung macht Spaß macht und beschert Erfolgserlebnisse.
  • Der Preis: Die Melodica gibt es wie viele andere Instrumente auch in ganz unterschiedlichen Preissegmenten, in Modell für sehr kleine Kinder gibt es bereits ab 25 Euro, eine klassische Melodica für ca. 45 Euro.

Nachteile:

  • Eigentlich spricht nicht gegen eine Melodica, Vorsicht ist nur beim Kauf geboten. Achten Sie möglichst darauf, dass es sich um ein Produkt eines Instrumentenherstellers handelt und nicht um einfaches Plastikspielzeug.

Jetzt geht’s los: Musikinstrumente für Kinder ab ca. sechs Jahren

Viele Musikinstrumente erfordern einiges an Fingerspitzen- und Taktgefühl, sowie Geduld und Konzentration bei der komplexen Handhabung. Meistens lernen die Kinder im Unterricht außerdem die entsprechenden Notensysteme. Darum sind viele Instrumente eher für Kinder ab ca. sechs Jahren geeignet, die körperlich und kognitiv bereits dazu in der Lage sind.

Auch in der Grundschulernwelt von scoyo können fleißig mit der Band Vokabeln gelernt werden:

Ukulele

Die Ukulele wird oft fälschlicherweise als Kindergitarre betrachtet, ist aber ein eigenständiges Instrument.

Vorteile:

  • Griff: Die Seitenlänge viel kürzer als die einer Gitarre – auch die einer Kindergitarre – und lässt ich somit auch von Kindern gut halten und greifen.
  • Preis: Ein Einsteiger-Modell ist bereits für nicht allzu viel Geld zu haben, ab ca. 26 Euro gibt es günstige Ukulelen zu kaufen.

Nachteile:

  • Die Ukulele lässt sich nicht ganz einfach richtig stimmen, da die Seiten anders als bei einer Gitarre angeordnet sind.

Gitarre

Gitarre ist natürlich nicht gleich Gitarre: Neben verschiedenen akustischen Gitarren gibt es auch diverse E-Gitarren. Die Grundlagen des Gitarrespielens sollten Kinder zunächst auf einer Akustik-Gitarre lernen.

Vorteile:

  • Passende Größen: Es gibt spezielle Kindergitarren in den Größen ½ und ¾. So können auch Kinder mit noch kurzen Fingern gut Akkorde und Seiten greifen.
  • Bereits mit drei Akkorden lassen sich schon viele Lieder nachspielen bzw. begleiten.
  • Wer die Gitarren-Grundlagen einmal beherrscht, kann später auch leichter weitere Seiteninstrumente wie E-Gitarre oder Ukulele lernen.

Nachteile:

  • Eine gute Gitarre kostet schon etwas mehr Geld als eine Ukulele. Eine Kindergitarre ist dabei meist noch etwas günstiger, aus dieser wächst das Kind aber natürlich bald heraus.

Schlagzeug

Ein Schlagzeug ist genau genommen nicht ein einziges Instrument, sondern eine Kombination mehrerer Schlaginstrumente. Der Aufbau unterscheidet sich, die drei Grundinstrumente sind eine Snare-Drum, eine große Base-Drum und eine Hi-Hat. Dazu kommen meist noch ein oder mehrere Toms und ein oder mehrere Becken.

Vorteile:

  • Tolles Training fürs Köpfchen: Schlagzeug zu spielen ist regelrechtes Gehirnjogging. Die unterschiedlichen Köperteile müssen verschiedene Rhythmen auf verschiedenen Instrumenten erzeugen – und das alles gleichzeitig und auch noch im Takt.

Nachteile:

  • Der Preis: Ein Schlagzeug ist ziemlich teuer, denn natürlich erwirbt man eigentlich mehrere Instrumente mit diversem Zubehör. Für ein Einsteiger-Instrument müssen Sie meist weit mehr als 200 Euro ausgeben.
  • Der Platz: Ein Schlagzeug benötigt eine Menge Platz. Auch der Transport und der Auf- und Abbau sind relativ aufwendig.
  • Ein Schlagzeug ist ziemlich laut. Für eine Mietwohnung ist es daher leider eher ungeeignet, es sei denn, sie ist besonders gut isoliert bzw. Sie haben einen gut isolierten Proberaum – oder sehr tolerante Nachbarn.

Cajón

Wer keinen Platz für ein Schlagzeug hat, kann zu einer abgespeckten Version eines Schlaginstrumentes greifen: Der Cajón. Die aus Peru stammende Kistentrommel hat eine Schlagfläche aus Holz, auf der die Töne erzeugt werden.

Vorteile:

  • Der Preis: Cajónes gibt es in unterschiedlichster Ausführung und mit diversen Modifikationen, wie z.B. einem Schnarr-Effekt durch zusätzlich angebrachte Stahlseiten. Günstige, gute Modelle zum selbst Zusammenbauen gibt es ab ca. 50 Euro, fertige Cajónes für Kinder ab ca. 70 Euro.
  • Einfach praktisch: Die Handhabung ist relativ simpel und aufwendiges Auf- und Abbauen, Stimmen oder Zubehör sind hier nicht nötig, meist sitzt der Trommler sogar auf dem Instrument selbst.

Nachteile:

  • Lautstärke:  Auch die Kistentrommel kann ordentlich „Krach“ machen und unter Umständen die Nachbarn nerven. Hier hilft es, leise spielen zu üben.

Violine

Vilonine zu erlernen, erfordert viel Durchhaltevermögen. Hier sollten Sie sich besonders sicher sein, ob Ihr Kind dieses Instrument wirklich langfristig spielen möchte, bevor Sie eine Geige kaufen.

Vorteile:

  • Was nicht passt, wird passend gemacht: Wie auch bei vielen anderen Instrumenten gibt es die Violine in verschiedenen Größen, die auf die körperlichen Vorrausetzungen von Kindern abgestimmt sind.

Nachteile:

  • Die Handhabung einer Violine ist nicht ganz einfach. Bis die Töne klar und das Spiel flüssig klingt, bedarf es einiger Übung. Das kann frustrierend sein.
  • Die Violine ist nicht ganz unempfindlich, besonders Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen machen dem Holz zu schaffen.
  • Preis: Eine Violine ist ein nicht ganz günstiges Instrument, wobei die Preise und Qualität auch hier sehr stark variieren. Viele Violinen kosten mehr als 300 Euro, günstige Alternativen gibt es ab etwa 140 Euro.

Klavier

Das Klavier ist laut dem Verband deutscher Musikschulen den Schülerzahlen nach seit langem das beliebteste Instrument, gefolgt von der Gitarre.

Vorteile:

  • Der Vorteil dieses Tasteninstruments: Die Töne müssen an sich nicht selbst erzeugt werden, etwa durch Pusten, sondern erklingen einfach durch Drücken der entsprechenden Taste. Mit etwas Übung erzielt das Kind schnell Erfolge.

Nachteile:

  • Preis: Vielmehr noch als bei anderen Instrumenten schlägt bei einem Klavier natürlich der Preis negativ zu Buche. Selbst wenn es kein Flügel sein muss, ein richtiges Klavier gibt es erst ab ca. 2000 Euro. Eine "günstige“ Alternative zum Üben wäre ein Digital-Piano, das es bereits für knapp 300 Euro gibt.
  • Ein Klavier ist nur zu empfehlen, wenn genügend Platz vorhanden ist.
  • Die Lautstärke eines richtigen Klaviers sollte nicht unterschätzt werden, besonders in Mietwohnungen können sich Nachbarn schnell gestört fühlen.

Vom Tuten und Blasen eine Ahnung: Blasinstrumente

Wer nicht alleine ein Blasinstrument lernen will, kann dies auch an vielen Schulen in Deutschland in Gruppen tun: In einer sogenannten "Bläserklassen". Hierbei handelt es sich um eine besondere Form des Musikunterrichts. Schüler können über mindestens zwei Jahre meist die gängigen Blech- und Holzblasinstrumenten wie Querflöte, Klarinette, Saxofon, Trompete, Posaune, Euphonium oder Tuba plus Schlagzeug erlernen. Der Unterricht erfolgt im Klassenverbund, meist gibt es zusätzlich für die verschiedenen Instrumente Gruppenunterricht. Die Instrumente werden im Regelfall von der Schule gestellt, oft fällt noch eine Teilnahmegebühr an.

Trompete

Vorteile:

  • Besonders: Die Trompete ist ein tolles Soloinstrument, tönt aber auch in Orchestern und Bands durch ihren besonderen Klang hervor.
  • Eine für alle: Die Trompete ist unglaublich vielseitig, sie wird in ganz unterschiedlichsten Musikstilen eingesetzt, zum Beispiel im Jazz genauso wie in klassischen Stücken.

Nachteile:

  • Aller Anfang ist schwer: Es ist nicht ganz leicht, einen Ton aus der Trompete heraus zu bekommen. Denn es hängt nicht nur von der richtigen Technik, sondern auch der individuellen Mund-Anatomie ab, wie gut die Trompete gespielt werden kann. Ein individuelles Mundstück kann helfen.
  • Schwierig für jüngere Kinder: Um Trompete zu spielen, sollten die Schneidezähne möglichst voll entwickelt sein. Insgesamt ist die Trompete eigentlich eher etwas für ältere Kinder, da sie die körperlichen Voraussetzungen (zum Beispiel ein ausreichendes Lungenvolumen) für das erfolgreiche Trompete spielen und die nicht ganz leichte Technik mitbringen.
  • Relativ teuer: Auch die Trompete ist eine kleine Investition in die musikalische Zukunft Ihres Kindes. Die meisten Trompeten kosten ab 300 Euro aufwärts, einige günstigere Modelle gibt es aber bereits ab ca. 130 Euro.

Und dann heißt es: Üben, üben , üben

Gut zu wissen: Ein generelles Musizierverbot des Vermieters ist unwirksam, doch gesetzlich festgelegte Regeln, wie lange geübt werden darf, gibt es auch nicht. In vielen Urteilen werden Hobby-Musikern je nach Gericht und Instrument zwischen einer halben Stunde und drei Stunden tägliches Üben erlaubt, natürlich außerhalb der Ruhezeiten.

Hinweis: Die verlinkten Instrumente sind als Beispiele anzusehen, die wir im Zuge unserer Recherche als geeignete Instrumente in Hinsicht auf das Preis-Leistungs-Verhältnis herausgefiltert haben. Bei vielen Instrumenten – vor allem wenn Sie etwas teurer sind – empfiehlt es sich unbedingt, einen seriösen Musikfachhändler zur Rate zu ziehen und die Instrumente vor Ort in Augenschein zu nehmen und auszuprobieren.

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