Gute Betreuung nach der Schule finden – Anlaufstellen für berufstätige Eltern

In den meisten Schulen ist um 13:30 Uhr Schluss. Zu früh für manche Eltern, um ihre Kleinen abzuholen. Eine Nachmittagsbetreuung für die Schulkinder muss also her. Wir stellen Ihnen die besten Betreuungsmöglichkeiten vor.

Familie und Beruf: Gute Betreuung nach der Schule finden – Anlaufstellen für berufstätige Eltern
Eltern wünschen sich eine gute Betreuung nach der Schule für ihre Kinder | © 2xSamara.com / Fotolia.com

1. Kinderhort

Im sogenannten Hort werden Schulkinder von der 1. bis zur 4. Klasse betreut. Diese Einrichtungen gehören meist zu Kindertagestätten und arbeiten eng mit den Schulen zusammen. Manche öffnen bereits vor Schulbeginn, sodass die Kleinen in Ruhe frühstücken können. Am Nachmittag werden die Schulkinder bei ihren Hausaufgaben unterstützt und können anschließend nach Lust und Laune spielen. Oft arbeiten diese auch mit örtlichen Musik- oder Sportvereinen zusammen, sodass ein besonders vielfältiges Nachmittagsprogramm möglich ist. Geöffnet sind Kinderhorte meist bis 16 Uhr. Sie bieten auch in den Ferien Betreuung für Schulkinder an.

KITA-Streik: Sollte es in Ihrem Kinderhort zum Streik kommen, können Sie auf kita-ausfall.de Hilfe finden oder auch selbst anbieten.

2. Ganztagsschule

In Ganztagsschulen geht das Betreuungsangebot für die Kinder an mindestens drei Tagen in der Woche über den normalen Zeitrahmen hinaus.

Kinder erhalten hier ein warmes Mittagsessen, können ihre Hausaufgaben machen und am Nachmittagsprogramm teilnehmen. Dieses wird jedoch nicht immer von pädagogisch ausgebildetem Personal durchgeführt.

Leider ist Ganztagsschule nicht gleich Ganztagsschule und der Unterschied in Qualität und Leistung groß. Achten Sie deshalb gezielt darauf, ob das Nachmittagsprogramm gut organisiert ist, ob es genügend Raum für ein vielfältiges Angebot gibt und ob das Mittagessen Ihren Ansprüchen entspricht. An einigen Schulen ist das Nachmittagsangebot verpflichtend, an anderen ist die Teilnahme freiwillig.

Zum Teil wird auch eine Ferienbetreuung für Schulkinder angeboten.

Hier finden Sie mehr Informationen rund um Ganztagsschulen.

→ Alle Schulformen in Deutschland im Überblick gibt´s hier.

3. Kindertagespflege

Nach der Schule können sich auch Tagespflegemütter oder -väter um Ihren Nachwuchs kümmern. Diese kommen entweder zu Ihnen nach Hause oder Ihr Kind verbringt den Nachmittag im Haushalt der Tagespflegeperson. Das kann die eigene oder eine extra angemietete Wohnung sein. Meistens werden hier bis zu fünf Kinder betreut, unter bestimmten Voraussetzungen dürfen es aber auch mehr sein. In Großtagespflegestellen, beispielweise, arbeiten mehrere Tagespflegeeltern und beaufsichtigen gemeinsam eine größere Gruppe von Kindern. Auf diese Weise ist die Betreuung der Schulkinder auch im Krankheitsfall einer Tagespflegeperson gesichert.

Tagesmütter und -väter sind generell sehr flexibel in ihren Betreuungszeiten. Außerdem können sie sich aufgrund der kleinen Gruppengröße intensiv mit jedem einzelnen Kind auseinandersetzen. Es ist aber zu bedenken, dass Ihr Kind hier weniger Abwechslung und Spielkameraden hat.

Achtung: Kindertagespfleger brauchen zwar eine Zulassung vom Jugendamt, trotzdem sollten Sie darauf achten, ob die Qualifikation des Tagesvaters oder der Tagesmutter Ihren Vorstellungen entspricht.

Weitere Informationen finden Sie beim Bundesverband für Kindertagespflege oder im Online-Handbuch Kindertagespflege. Über Kosten und Tagespflegemöglichkeiten in Ihrer Nähe informiert Sie Ihr zuständiges Jugendamt oder Plattformen wie betreut.de.  

Mehr Informationen zum Thema Schulstart gibt es hier! Jetzt gleich reinhören:

4. Einrichtungen der offenen Jugendarbeit

Auch Einrichtungen der offenen Jugendarbeit bieten Nachmittagsbetreuung und Hausaufgabenhilfe für Schulkinder an. In Kulturzentren, Jugendhäusern, Aktivspielplätzen und vielen weiteren Einrichtungen, die meist in unmittelbarer Nähe liegen, werden die Kinder von festen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern nach der Schule betreut. Finanziert wird das ganze durch Vereine, Stiftungen, Verbände und andere Sponsoren. Diese Angebote sind in der Regel kostenlos, ggf. fallen geringfügige Beiträge für ein warmes Mittagessen an (Achtung: nicht alle bieten eine Mahlzeit an). Informationen dazu, welche Einrichtungen der offenen Jugendarbeit es in Ihrer Nähe gibt, erhalten Sie über Jugendämter, Internetsuchmaschinen und die Schule Ihres Kindes.

5. Au-pair

Sind Sie an interkulturellem Austausch interessiert und haben die Möglichkeit, eine weitere Person in Ihrem Haushalt unterzubringen, dann ist ein Au-pair vielleicht das Richtige für Sie. Au-pair-Mädchen und -Jungen kommen für sechs bis zwölf Monate in ein anderes Land, um dort Kultur und Sprache kennenzulernen. In der Zeit leben sie bei einer einheimischen Familie, übernehmen kleine Aufgaben im Haushalt und unterstützen sie bei der Kinderbetreuung. So ist es möglich, dass Ihr Au-pair, Ihre Kinder zu Nachmittagsaktivitäten bringt und sie nach der Schule betreut, bis Sie nach Hause kommen.

Holen Sie ein Au-Pair in Ihren Haushalt, sollten Sie mit Kosten zwischen 5.000 und 7.000 Euro im Jahr rechnen. Außerdem müssen Sie sich überlegen, ob Sie es Ihren Kindern zutrauen, sich immer wieder von einem Au-pair zu trennen und an ein neues zu gewöhnen.

Es gibt Vermittlungsagenturen, die Sie bei der Suche und den Formalitäten gegen Gebühr unterstützen. Auf Seiten wie AuPairWorld können Familien auf eigene Faust einen Au-Pair suchen, indem sie ein Profil anlegen und das System nach einem geeigneten Kandidaten durchstöbern. AuPairWorld bietet eine große Auswahl geprüfter Profile aktuell suchender Au Pairs sowie eine mehrsprachige Kundenbetreuung per Telefon oder E-Mail, um bei Fragen und Problemen zu helfen. Mehr Informationen für Gastfamilien und Au-pairs finden Sie bei AuPairWorld und der Gütegemeinschaft Au pair e.V.

Familie und Beruf: Gute Betreuung nach der Schule finden – Anlaufstellen für berufstätige Eltern Kreativität fördern und dabei Spaß haben - ideal, wenn das nach der Schule in der Betreuung möglich ist | © rawpixel / Unsplash

6. Babysitter

Brauchen Sie nur an ein oder zwei Tagen in der Woche eine Nachmittagsbetreuung für Ihr Schulkind oder jemanden, der es von der Schule zu einer Freizeitaktivität bringt, ist ein Babysitter eine gute Wahl. Babysitter sind in der Regel ältere Schüler oder Studenten. Da diese keine besondere Ausbildung haben, müssen Sie sich eine eigene Meinung über die Eignung der jeweiligen Bewerber machen.

Babysitter können Sie über Zeitungsinserate oder Internetportale wie HalloBabysitter.de finden. Meist ergeben sich solche Jobs auch über den Bekanntenkreis. Möglicherweise kann der Babysitter auch Hausaufgabenhilfe leisten.

Babysitter bekommen einen Stundenlohn von ca. 10 Euro. Falls Ihnen das zu teuer ist, sind Aktivpaten wohlmöglich eine gute Alternative. Das sind ehrenamtliche Helfer jeden Alters, die Familien mit starken Betreuungsproblemen unterstützen und ihre Kinder gerne auch für ein paar Stunden die Woche betreuen.

7. Großeltern

Die meisten Großeltern lieben es, Zeit mit ihren Enkeln zu verbringen und können ab und an mal auf die Kleinen aufpassen. Sollten Ihre Eltern in der Nähe wohnen, dann scheuen Sie sich nicht, nachzufragen, ob Oma und Opa die Kinder regelmäßig ein paar Stunden nach der Schule betreuen würden. Auch für die Kleinen ist es immer etwas Besonderes, Zeit mit den Großeltern zu verbringen.

Ansonsten gibt  es auch sogenannte Leihomas und -opas. Das sind Senioren, die sich mit Freuden ein paar Stunden die Woche um Ihren Nachwuchs kümmern. Viele von ihnen sind Aktivparten und betreuen Kinder nach der Schule ehrenamtlich. Andere bekommen einen kleinen Stundenlohn, diese finden Sie auf Plattformen wie betreut.de.   

8. Schulische Betreuung – Hausaufgaben und Lernhilfe

 

Hausaufgaben sind eigentlich Sache der Kinder und auch beim Thema Lernen helfen Sie Ihrem Nachwuchs am besten, wenn Sie ihm den Rücken stärken und zeigen, wo es selbst weitere Informationen finden kann. 

Sollte Ihr Kind akute Probleme in der Schule haben, ist es oft besser, auf ein Nachhilfeangebot zurückzugreifen, als selbst die Rolle des Lehrers zu übernehmen. Hier ist die Auswahl groß. Unser Nachhilfe-Ratgeber hilft Ihnen beim Finden des richtigen Angebots.

Mit Lernplattformen wie scoyo können Schüler selbstständig in einer geschützten Online-Lernwelt den Schulstoff wiederholen:

 

Tipp: Versuchen Sie nicht alles allein zu tragen

Wie Sie sehen gibt es verschiedenste Möglichkeiten für die Betreuung von Schulkindern. Besonders wenn Sie einen zeitintensiven Job haben, raten wir Ihnen: Greifen Sie ruhig auf Betreuungsmöglichkeiten zurück und holen Sie sich Hilfe. So nehmen Sie sich eine Menge Last von den Schultern.

Davon profitiert am Ende auch Ihr Kind, schließlich können Sie so die wenigen gemeinsamen Stunden ohne Stress und Hausaufgaben besser genießen.

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