Wie vermittle ich meinem Kind Toleranz?

Toleranz lernen Kinder nicht von alleine, sondern mit der Unterstützung ihres Umfeldes. Wir verraten 5 Tipps, wie Sie Ihrem Kind einen sensiblen Umgang mit seinen Mitmenschen näherbringen können.

Familie: Erziehung & Entwicklung: Wie vermittle ich meinem Kind Toleranz?
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Kinder nehmen ihre Umgebung schon früh sehr aufmerksam wahr. Zu dieser Umwelt gehören auch Menschen, die aus dem Raster fallen, das unsere Gesellschaft als "normal" bezeichnet. Daher ist es wichtig, schon früh mit ihnen über das Thema Toleranz zu sprechen.

Die meisten Kinder spüren, wenn ihr Gegenüber anders aussieht oder eine körperliche, geistige oder emotionale Behinderung hat. Eine Unterhaltung über Toleranz kann viele Unsicherheiten für Ihr Kind aus dem Weg räumen und den sensiblen Umgang mit behinderten Menschen fördern. Wir verraten Ihnen fünf Tipps, wie auch Sie Ihrem Kind einen toleranten Umgang mit Menschen beibringen, die ein wenig "anders" sind:

Tipp 1: Seien Sie ein Vorbild

Ihr Kind blickt zu Ihnen auf und wird sich in seinem Verhalten an Ihrem orientieren. Scheuen Sie den Umgang mit behinderten Menschen, wird es Ihnen Ihr Schützling gleichtun. Zeigen Sie Ihrem Kind also, dass es sich bei dem Mann im Rollstuhl um einen ganz normalen Menschen handelt – dem nur halt ein Bein fehlt. Behandeln Sie ihn genauso, wie Sie es bei einem Mitmenschen täten, der gehen kann.

Dazu zählt Augenkontakt, ihn und seine Anliegen ernst zu nehmen und ihn nicht zu bevormunden. Dies gilt auch für Menschen, die von einer Begleitperson unterstützt werden. Sollte der Betreute nicht in der Lage sein zu antworten, wird die Begleitung schon einschreiten. Bieten Sie Ihre Hilfe außerdem erst an, bevor Sie sie jemandem aufzwingen. Ihr Kind wird so merken, dass auch Menschen mit Behinderung eigenständige Menschen sind, die Vorlieben und Bedürfnisse haben. 

Tipp 2: Vermitteln Sie Empathie

Sollte sich Ihr Kind abwertend über Menschen mit Behinderungen oder einem auffälligen Erscheinungsbild äußern, nehmen Sie sich die Zeit, diese Wertungen zu korrigieren. Hinterfragen Sie diese Ausdrücke und machen dann deutlich, dass niemand solche Worte verdient.

Familie: Erziehung & Entwicklung: Wie vermittle ich meinem Kind Toleranz?Auch von Auggies Klassenkameraden müssen den sensiblen Umgang mit ihm erst lernen. | © StudiocanalDoch auch ohne solche Bemerkungen kann es nie schaden, Empathie zu üben.

Bewegen Sie Ihr Kind dazu, sich in die betroffene Person hineinzuversetzen. Wie würde es sich fühlen, wenn es dauernd angestarrt würde? Oder wenn es das einzige Kind in der Schule wäre, das blind ist? Auf diese Weise kann es die Gefühle seines Gegenübers nachvollziehen. Und das eigene Verhalten daran anpassen, wie es in jener Situation gern selbst behandelt würde. Diese Empathie wird Ihrem Kind auch in anderen Situationen zugutekommen.

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Tipp 3: Ermutigen Sie Ihr Kind, Fragen zu stellen

Manchmal kann es vorkommen, dass Ihr Kind Sie auf eine Kondition aufmerksam macht, die auch Sie sich nicht erklären können. In diesen Fällen ist alles besser als Lügen. Geben Sie offen zu, dass Sie auf diese Frage keine Antwort haben. Scheint die betroffene Person dafür offen, gehen Sie auf sie zu und fragen nach. Für sie ist es meist angenehmer, Fragen selbst korrekt zu beantworten, als das Rätselraten hinter ihrem Rücken ertragen zu müssen. Gerade Fragen von Kindern beantworten sie in der Regel gern. Oft fürchten wir das, was wir nicht verstehen. Im offenen Dialog werden diese Ängste genommen.

Hin und wieder handelt es sich bei der betroffenen Person jedoch um ein anderes Kind. In solchen Fällen sollten die Eltern zu Rate gezogen werden, inwieweit Nachfragen erwünscht sind. Diese können am besten einschätzen, wie ihr Kind auf direkte Fragen reagiert.

Tipp 4: Offen über Behinderungen sprechen

Nimmt Ihr Kind die Behinderung oder das ungewöhnliche Aussehen anderer wahr und spricht Sie darauf an, antworten Sie ehrlich. Vermitteln Sie nicht das Gefühl, es sei etwas, das nur hinter verschlossenen Türen thematisiert werden darf. Der tabulose Umgang mit Einschränkungen und seltenen Erscheinungsbildern nimmt Ihrem Nachwuchs die Scheu vor den betroffenen Personen. Es kann so nachvollziehen, wieso der Junge mit Autismus lieber alleine spielt und Sophie einen Begleithund hat.

Allerdings sollten Sie Ihr Kind nicht auf diese Unterschiede aufmerksam machen. Gerade junge Menschen sehen häufig hinter das reine Erscheinungsbild. Zwingen Sie Ihrem Kind diesen Fokus auf die Unterschiede statt der Gemeinsamkeiten also nicht auf.

Tipp 5: Stellen Sie nicht das Falsche in den Vordergrund

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über einen Menschen mit Behinderung oder ungewöhnlichem Aussehen, sollten Sie dies nicht in den Mittelpunkt stellen. Er unterscheidet sich zwar in gewissen Dingen von Ihnen und Ihrem Schützling, aber ansonsten hat auch er andere Eigenschaften und Talente. Reduzieren Sie den Mitschüler Ihres Kindes nicht nur auf seinen Albinismus, sondern nennen ihn bei seinem Namen und loben seine Hilfsbereitschaft. Stehen andere Dinge im Vordergrund, wird auch Ihr Kind die Einschränkung als Teil der Person wahrnehmen, aber eben nicht als den zentralen Aspekt seiner Persönlichkeit.

Jeder ist unterschiedlich, jeder hat unterschiedliche Talente, Potenziale und auch Einschränkungen. Auch Auggie in "WUNDER" sieht anders aus als seine Mitschüler. Doch darüber hinaus ist er klug und witzig. Das Eine ist nicht besser oder schlechter als das Andere, jeder Mensch ist gleich wertvoll und mit den gleichen Rechten geboren. Wenn Sie Ihrem Kind dies vermitteln können, tragen Sie nicht nur zu einem sensiblen Umgang Ihres Kindes mit seinen Mitmenschen bei, sondern auch zu einer toleranteren und gerechteren Gesellschaft.

Mitmachen & Gewinnen: DVD & Magnetrahmen von "Wunder" (Gewinnspiel beendet)

Auch Hollywood befasst sich seit vielen Jahren mit dieser Thematik. In Filmen wie "Die Maske" (1985) mit Cher und "Jack" (1996) mit Robin Williams standen bereits außergewöhnliche Kinder im Mittelpunkt. 2017 kam ein neues Highlight hinzu.

Der Film "WUNDER" mit Julia Roberts und Owen Wilson thematisiert Toleranz aus Sicht des 12-jährigen Auggie und dessen Familie. Auggie hat einen seltenen Gendefekt, der in einer auffälligen Gesichtsdeformation resultiert. Nachdem er jahrelang Zuhause unterrichtet wurde, fürchtet er sich nun vor seinem ersten Tag an einer richtigen Schule und der Reaktionen seiner Klassenkameraden.

Familie: Erziehung & Entwicklung: Wie vermittle ich meinem Kind Toleranz?© StudiocanalDer Film war einer der bisher erfolgreichsten Kinofilme dieses Jahres und erscheint nun auf DVD und Blu-Ray. Er wärmt nicht nur die Herzen seiner Zuschauer, sondern stößt auch zum Nachdenken an. Darüber, was für einen großen Unterschied ein wenig Freundlichkeit im Alltag machen kann. Und darüber, wie es Menschen geht, deren Umwelt oft nicht weiß, wie sie ihnen begegnen soll. In den USA hat sich daraus sogar eine eigene "choose-kind"-Bewegung zusammengeschlossen, die viel Wert auf ein freundlicheres Miteinander legt.

Möchten Sie die Geschichte von Auggie und seiner Familie gern selbst anschauen? Anlässlich des DVD-Startes von "WUNDER" verlosen wir 2 Sets mit je einer DVD und einem Magnetrahmen des Filmes.  Beantworten Sie uns einfach folgende Frage:

Wie üben Sie mit Ihrem Kind sensibles Verhalten und Toleranz?

Kommentieren Sie dazu einfach unterhalb dieses Artikels oder schicken Sie uns eine Mail an redaktion@scoyo.de. Über unsere Facebook-Seite können Sie außerdem ein von 2 Sets mit je einer Blu-Ray und einem Magnetrahmen von "WUNDER" gewinnen. 

Das Gewinnspiel endet am Donnerstag, den 14.06.2018 um 23:59 Uhr.

Viel Glück wünscht Ihr scoyo-Team!

Es gelten unsere allgemeinen Teilnahmebedingungen. Facebook selbst hat nichts mit dem Gewinnspiel zu tun und steht nicht als Ansprechpartner zur Verfügung.

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