Blogparade: Förderwahn oder „Lass mal gut sein“: Wie viel Helikopter steckt in dir?

Gemeinsam mit Schlaflose-Muttis.de haben wir die Blogparade #helikopterich ins Leben gerufen: Eltern-Blogger diskutierten über das Helikopter-Phänomen und darüber, wie viel Förderung Kinder wirklich brauchen.

Fordern oder überfordern? Das ist hier die Frage

Als Helikopter-Eltern wird ein Teil der heutigen Elterngeneration abwertend bezeichnet. Damit sind die Eltern gemeint, die dazu neigen, ihre Kinder überzubehüten und gleichzeitig zu überfördern. Die Gründe sind vielschichtig. Vor allem die vielen bildungspolitischen Diskussionen seit Pisa und der Leistungsdruck in der Gesellschaft verunsichert viele Eltern - das Vertrauen in das deutsche Schulsystem geht immer mehr verloren. Laut unserer forsa-Umfrage vom Dezember 2014 ist jedes vierte Elternteil mit der individuellen Förderung in der Schule unzufrieden. 83 Prozent der Eltern würden ihrem Kind zusätzliche Lernangebote machen, selbst dann, wenn das Kind gute Noten schreibt.

Wünschen sich nicht alle Eltern einfach nur das Beste für Ihr Kind? Aus Liebe wollen Eltern sie ihren Nachwuchs vor allen Hindernissen schützen. Doch es liegt genauso in ihrer Verantwortung, die Kleinen zu selbstbewussten und selbständigen Menschen zu erziehen. Die Schwierigkeit scheint zu sein, die goldene Mitte zu finden. 

Deshalb haben wir gemeinsam mit Nicole Tschirner von Schlaflose-Muttis.de zu einer Blogparade aufgerufen. Wir wollten wissen, wie Eltern-Blogger dieses Thema in ihrer Familie angehen und wie sie entscheiden, was zu viel und was zu wenig ist. Deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass so viele Blogger teilgenommen haben. Heute stellen wir Ihnen die Beiträge in Kurzform vor.

Blogparade #helikopterich – die Beiträge der Blogger:

Familie - Blogparade Helikopterich Helikopter-ElternBloggerin Nicole Tschirner unterstützte uns beim Aufruf | © Schlaflose-Muttis.de

Schlaflose Muttis: Ja, ich war eine Helikoptermum

Nicole von Schlaflose Muttis gibt es offen zu: Sie war eine Helikoptermum und hat hysterisch auf schlechte Schulnoten reagiert. Die beste Lösung für sie: „das Ruder aus der Hand geben“, und zwar in Form einer schulinternen Nachhilfe. Das klappt für sie und ihre Familie auch wunderbar. Ihre Tochter ist selbstsicherer geworden und das Thema Schule ist zwischen Eltern und Kind kein stressbelastetes Tabu mehr. Hier geht es zum ganzen Beitrag von Schlaflose-Muttis

Mama notes: Eltern-Bashing ist ungenau und ungerecht

Mama notes fordert mehr Toleranz: Manche Eltern stellen für ihre Kinder ein umfassendes Freizeitprogramm auf, andere nicht. Deshalb seien die einen aber nicht förderwahnsinnig und die anderen bildungsfern. Es gibt für alles gute Gründe, wie Geld, Zeit oder Priorisierung, so Mama notes. Wir sind nun mal alle individuell und sollten unser Leben so gestalten dürfen, wie es uns glücklich macht, ohne dafür von anderen verurteilt zu werden. Hier geht es zum ganzen Beitrag von Mama notes

NichtdieMama: Liebe Eltern, es ist nicht unsere Aufgabe, Ihr Kind zu erziehen

Als Lehrerin mit fast sieben Jahren Berufserfahrung ist NichtdieMama eigentlich davon überzeugt, dass die Schule den Nachwuchs optimal fördern kann. Was die Schule jedoch nicht könne, sei, die Kinder zu erziehen. Wenn Schüler respektlos sind, ohne Material oder gar nicht zur Schule kommen, seien auch die ambitioniertesten Lehrer machtlos. Es läge an den Eltern, ihre Kinder optimal auf die Schule vorzubereiten, dann stünde einer guten Zusammenarbeit von Schule und Eltern nichts im Wege. Tipps dazu finden Sie in ihrem Artikel. Hier geht es zum ganzen Beitrag von NichtdieMama

Mama on the rocks: Helikopter, ich?

Mama on the rocks erwartet nicht, dass ihre Sprösslinge später einmal nur gute Noten nach Hause bringen, aber sie erwartet Ehrgeiz und den Willen zum Lernen. Ihrer Meinung nach ist es Aufgabe der Eltern, den eigenen Nachwuchs beim Lernen zu unterstützen, aber trotzdem einen Mittelweg zu finden, der den Bedürfnissen der Kleinen entspricht. Hier geht es zum ganzen Beitrag von Mama on the rocks

MORE THAN WORDS: ein bisschen Helikopter-Mama

Micha findet, dass viele Eltern unbegründet als Helikopter-Eltern bezeichnet werden, nur weil sie sich einbringen und für ihre Kinder engagieren wollen. Sie selbst ist dafür, ihre Kinder „machen zu lassen“, auch wenn es ihr manchmal schwerfällt. Freizeitaktivitäten unterstützt sie, solange diese das Lernen für die Schule nicht beeinträchtigen. Hier geht es zum ganzen Beitrag von MORE THAN WORDS

Mamis Blog: in der Mitte zwischen Laisser-faire und Übermutter

Die kleine Tochter von Renate ist fast zwei. Gemeinsam haben sie schon viel gemacht: Babymassage, Babyschwimmen, Pekip-Kurs, Eltern-Kind-Turnen und musikalische Früherziehung. Renate versucht ihrer Tochter viele kindgerechte und spannende Aktivitäten zu ermöglichen, da die Kleine noch nicht in den Kindergarten geht. Dabei achtet Renate aber darauf, den Tagesablauf an den Bedürfnissen ihrer Tochter zu orientieren und sie nicht zu überfordern. Hier geht es zum ganzen Beitrag von Mamis Blog

Ich lebe! Jetzt!: den Kindern Flügel wachsen lassen

Suse meint, dass manche Kinder mehr und andere weniger Förderung brauchen. Sie hat das Gefühl, dass Kinder generell zeigen, was sie von ihren Eltern brauchen. Sportliche oder künstlerische Förderung in der Freizeit findet sie sinnvoll, solange ihre Kinder damit glücklich sind. Auch sie würde ihren Kindern gerne bei allem unter die Arme greifen und es ihnen leichter machen, aber sie hat erkannt, dass es mehr hilft, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln und ihrem Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, selbst etwas zu erreichen. Hier geht es zum ganzen Beitrag von ICH! LEBE! JETZT!

MyMischMasch: Hauptsache glücklich

Cary hat eine typische Helikopter-Mama im Kindergarten kennengelernt. Der Sprössling dieser Mutter wurde schon früh auf Leistung getrimmt, außerdem wird täglich genau kontrolliert, was die Kleine im Kindergarten zu sich nimmt. Cary kann damit nicht viel anfangen. Ihr ist es das Wichtigste, dass es ihrem Sohn gutgeht und er sich wohlfühlt. Das bedeutet unter anderem, dass sie ihm mit seiner Entwicklung Zeit gibt und dass nur Kurse besucht werden, die Kind und Eltern Spaß machen. Ob sie diese Gelassenheit bewahren kann, wenn ihr Nachwuchs in die Schule kommt, kann sie noch nicht sagen. Hier geht es zum ganzen Beitrag von MyMischMasch

Moms Office: Helikopter – wenn es sein muss

Kinder sind nicht aus Glas und kleine Fehler zerstören nicht das ganze Leben, aber es gibt Momente, in denen Eltern auch mal Helikopter sein müssen, so die Bloggerin von Moms Office. Ihr Sohn hatte große Probleme in der Grundschule. Es brauchte viel elterlichen Einsatz, um den Kleinen aus seinem Tief herauszuholen. Auf der weiterführenden Schule waren die Probleme dann wie weggeblasen. Ihr Helikopter-Verhalten konnte sie somit (fürs Erste) ablegen. Auch wenn sie nicht erwartet, dass ihre Kinder Akademiker werden, ist es dieser Bloggerin wichtig, ihren Nachwuchs beim Lernen zu unterstützen, um ihm eine glückliche Zukunft zu ermöglichen. Als Ersatzlehrerin sieht sie sich jedoch nicht. Ihrer Meinung nach wird ambitionierten Eltern oft ein schlechtes Gewissen gemacht, aber das ist ihr mittlerweile egal, man könne es schließlich nicht jedem recht machen. Hier geht es zum ganzen Beitrag von MomsOffice

Die Kellerbande: die Kinder selbst über den Graben springen lassen

Anja von der Kellerbande hat verschieden Veröffentlichungen zu Helikopter-Eltern zusammengefasst. Der allgemeine Konsens scheint zu sein, dass Eltern heutzutage verunsichert sind. Ohne Vertrauen ins Schulsystem und voller Angst vor den Gefahren um sie herum fällt es ihnen schwer loszulassen. Dabei ist es Anjas Meinung nach der bessere Weg, die Kleinen „den Graben alleine überspringen zu lassen“. Hier geht´s zum Beitrag

 

Danke für die Teilnahme und die vielen verschiedenen Meinungen und sehr persönlichen Einblicke!

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