Studie Lernen mit Spaß: Wie Schüler die Freude am Lernen nicht verlieren

Die Studie Lernen mit Spaß zeigt: Je länger Kinder zur Schule gehen, desto weniger Spaß haben sie am Lernen. Doch es ginge auch anders.

Lernen: Lernen mit Spaß: Studie Lernen mit Spaßscoyo und die Zeit Leo haben nachgefragt: Macht Lernen Spaß? | © scoyoBrennendes Interesse für eine Sache, sich in ein Thema vertiefen, Zusammenhänge erforschen und am Ende das gute Gefühl, etwas verstanden zu haben – so beschreiben Lernforscher die ideale Form des Lernens. Für viele Schulkinder sieht die Realität allerdings anders aus. Je älter sie werden, desto weniger Lernmotivation haben sie. Das ist das Ergebnis der Studie Lernen mit Spaß von scoyo und ZEIT LEO, dem Magazin für Kinder.*

Spaß am Lernen nimmt im Laufe der Schulzeit ab

Eltern und Experten sind sich einig: Lernen sollte Spaß machen. 99 Prozent der Mütter und Väter ist das sogar sehr wichtig. Doch wie schätzen die Kinder selbst ihre Lernmotivation ein? Laut der Studie Lernen mit Spaß kann sich jeder zweite Schüler zumindest manchmal für die Schule begeistern. Ein Drittel sogar immer. Auf den ersten Blick ein sehr positives Ergebnis.

Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Altersgruppen. Während die Sechsjährigen noch zu 53 Prozent angeben, dass ihnen das Lernen immer Spaß mache, sagen das nur noch sechs Prozent der 13-Jährigen. Dafür wächst die Zahl der Kinder, die „eher selten“ mit Freude ihr Wissen erweitern, von acht auf 27 Prozent.

Der Lernfrust wächst

„Der Spaß kommt beim Lernen definitiv zu kurz“, sagt Daniel Bialecki, Geschäftsführer von scoyo, zu der nachlassenden Lernmotivation. „Zeit- und Leistungsdruck, der auf Schülern, Lehrern und Eltern lastet, erschwert die optimale Vermittlung von Lernstoff. Das sorgt dann zunehmend für Widerstände und Frust bei Kindern. Und zur Flucht in Lernvermeidungsstrategien, deren Folgen man mit dem Wort "Lernfrust" beschreiben kann. Das ist ein reelles Problem, mit dem viele Familien kämpfen.“

Eine der Ursachen für ein wachsendes Unwohlsein der Kinder im Zusammenhang mit schulischem Lernen sieht Bialecki in der Struktur der Lehrpläne. „Oft sind die Lerninhalte zu faktenbezogen und nicht alltagsrelevant. Aber Kinder müssen wissen, was sie lernen, warum und in welchem Kontext das Gelernte steht. Wenn sie in den Lernprozess eingebunden sind, haben sie auch mehr Spaß.“

In der Schulrealität wächst allerdings der Druck immer mehr – für die Schüler, die Eltern, aber auch für die Lehrer. Die Bildungsunternehmerin Béa Beste fasst die Lage so zusammen: „Unser Bildungssystem ist eigentlich ein System von Spaßbremsen.“ Mit fatalen Folgen, wie Bialecki feststellt: „In vielen Familien ist der Begriff Lernen inzwischen negativ besetzt.“

Lernen ohne Spaß geht nicht

Dabei sind sich die Experten einig, dass Motivation, Neugier und Begeisterung zum erfolgreichen Lernen dazu gehören. „Wer mit Lust bei der Sache ist, lernt wie von selbst“, erklärt Neurologe Prof. Dr. Martin Korte. Und der Lernforscher Michael Fritz geht noch einen Schritt weiter: „Lernen, das auf Dauer keinen Spaß macht, ist zwecklos.“

Denn das Interesse am Gelernten und die Aussicht auf das Erfolgserlebnis motivierten, auch in anstrengenden Phasen durchzuhalten. Es gehe nicht um Wellness oder dass man alles in Comics verpacken müsse, gibt Béa Beste zu bedenken. „Lernspaß bedeutet, dass Kinder Forscherfreude empfinden. Und es kann sein, dass sie dabei nicht lachen, sondern mit konzentriertem Blick einer Sache nachgehen.“

Studie Lernen mit Spaß – so wollen Kinder lernen

Davon, wie sie am liebsten lernen, haben Schüler sehr genaue Vorstellungen: Projektorientiert, mit Bezug zu ihrer Alltagswelt oder mit digitalen Medien. 40 Prozent der im Rahmen der Studie Lernen mit Spaß befragten Kinder wünschen sich mehr projektbezogenen Unterricht. Bei den Mädchen ist diese Vorliebe besonders stark ausgeprägt. 
 
Auch die meisten Eltern schätzen das Lernen anhand von praktischen Beispielen als beliebteste Herangehensweise ein. Und es wirkt. Jedes fünfte Kind gibt an, etwas am besten zu verstehen, wenn es den Sachverhalt aus dem Alltag kennt. Noch besser merken sich die Schüler Lerninhalte, die in eine spannende Geschichte verpackt sind. Etwa ein Drittel betont, so am besten zu lernen.
 
Michael Fritz bestätigt die Ergebnisse der Studie Lernen mit Spaß: „Alles, was projektartig und handlungsorientiert ist, hat mehr Potenzial für Spaß, Freude und Erfolg.“ Wer „mit Kopf, Herz und Hand“ lerne, beanspruche unterschiedliche Hirnregionen. Das Gelernte werde dabei viel intensiver verarbeitet und wirke nachhaltig.

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Faszination digitale Medien

Bei ihren Lernmitteln haben die Schüler ebenfalls klare Präferenzen: Laut der Studie Lernen mit Spaß haben 45 Prozent am meisten Freude, wenn sie mit Computern, Tablets oder Smartphones lernen dürfen. Besonders die Jungen sind davon begeistert. Sie würden PC und Co. am liebsten noch öfter einsetzen. Diese Beobachtung machen auch die Eltern. Jeder fünfte Erwachsene gibt an, der Nachwuchs löse am liebsten Aufgaben am Computer. Die Faszination für die digitale Welt erklärt Daniel Bialecki von scoyo: „Digitale Medien sind bewegt statt statisch. Mit animierten Bildern und Ton sind sie multimedial. Und was mehr Sinne anspricht, das macht auch mehr Spaß.“ Zudem kann jedes Kind selbst entscheiden, auf welchem Level es die nächste Herausforderung sucht. Ein Prinzip, auf dem auch die scoyo Lernwelt aufbauen. → Hier können Sie scoyo kostenlos ausprobieren.

Vom Lernschmerz zum Lernspaß

Wie wird nun der Lernschmerz zum Lernspaß? Wie lassen sich Lernmotivation, Interesse und Begeisterung bei den Schülern wecken und erhalten? Zu allererst sollte die natürliche Begeisterung, Neues zu erfahren, gestärkt werden. „Je jünger die Kinder sind, desto häufiger haben sie Erfolgserlebnisse beim Lernen“, erklärt Michael Fritz. „Mit zunehmendem Alter erleben die Kinder aber immer öfter demotivierende und frustrierende Situationen. Das macht lustlos und vor allem keinen Spaß.“ Die Lösung für mehr Spaß am Lernen: mehr selbst gesteckte Ziele und weniger starre Lehrpläne. Wichtig sei nicht das Durchpauken von vorgegebenem Stoff, sondern das Erfolgserlebnis beim Erreichen individueller Lernziele. Ein guter Methodenmix von praktischen, lehrergesteuerten und computergestützten Lerneinheiten unterstütze das, so die Experten.

Lernen im Idealfall

Laut Gymnasiallehrer und Autor Michael Felten wäre der ideale Weg zu mehr Lernmotivation ein Mix aus Folgendem: „Freude am Erkunden, Vergnügen beim Tüfteln, die Lust am Durchbeißen und Durchhalten sowie das Glück des Könnens.“ Somit finden die Experten zwar unterschiedliche Definitionen für das Wort Spaß – etwa Neugier (Beste), Begeisterung (Bialecki) oder Freude am Erkunden (Felten) – doch sie alle sind sich einig: Eine positive Grundstimmung beim Lernen ist unabdingbar.

 

Alles rund um die Studie:

 

*Alle hier dargestellten Ergebnisse basieren auf folgender Studie: 

1. Bundesweite FACT-Online-Befragung im Auftrag von scoyo. 
Befragt wurden 860 Kinder zwischen 5 und 13 Jahren im September 2013.

2. Repräsentative, bundesweite forsa-Umfrage im Auftrag von scoyo. 
Befragt wurden 1.005 Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren mit Kindern 
bis 13 Jahren im Haushalt im September 2013.

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