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Lernen in den Ferien – ohne Stress und Leistungsdruck

Die besten Tipps unserer Experten

Endlich Sommerferien! Keine Schule, keine Pflichten, oder? Pustekuchen. scoyo hat Eltern gefragt, ob ihre Kinder in den Ferien lernen. Und ein großer Teil der Kinder lernt tatsächlich. Wir verraten, was Eltern dabei beachten sollten

Für viele Schüler stehen die Sommerferien nicht ausschließlich im Zeichen der Erholung. Mehr als die Hälfte aller Kinder üben auch in den Ferien Vokabeln, lösen Matheaufgaben oder pauken Grammatik. Das ergab eine repräsentative Umfrage von scoyo.

Experten raten jedoch von zu viel Ehrgeiz ab. Kinder bräuchten Zeit, um sich in den Sommerferien vom Stress des Schuljahres zu erholen und neue Kraft für die nächste Klasse zu tanken. Doch viele Eltern sorgen sich um die schulischen Leistungen und die Zukunftschancen ihrer Kinder. Wie können sie also die Schulferien nutzen, um ihrem Nachwuchs bei einem guten Start ins neue Schuljahr zu unterstützen – ganz ohne Stress und Leistungsdruck?

Die fünf Top-Tipps zum Lernen in den Ferien

  • Kinder in die Entscheidung mit einbeziehen, wann und was gelernt werden soll.
  • Eine Vereinbarung treffen, das Lernen in den Ferien auf beispielsweise zwei Stunden täglich begrenzen.
  • Als Belohnung: Gemeinsame Zeit für Wissens-Entdeckungen einplanen.
  • Nicht zur ehrgeizig: Vor dem Lernen in den Ferien kommt die Erholung.
  • Neue Medien können motivieren, wenn sie auf den Lehrplan abgestimmt sind.

Wie wird Lernen effektiv? Neue Wege gehen

„Begeistern Sie Ihre Kinder für neue Lernwege. Das weckt die Motivation zu lernen und steigert die Lust auf das neue Schuljahr“, sagt Paula Honkanen-Schoberth, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes. Lernspiele, Apps oder Lerngeschichten können einen ganz neuen Zugang zum Schulstoff zeigen. Oft bringen wissensrelevante Medien neuen Schwung in die Themen, die im Unterricht langweilig oder unverständlich schienen. Dabei wirft Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes ein, dass Neue Medien nicht per se hilfreich zum Lernen in den Ferien seien: „Es kommt darauf an, dass die Medieninhalte mit dem Lehrplan des betreffenden Bundeslandes, der betreffenden Schulart und den Schulbüchern, die an der betreffenden Schule eingeführt sind, übereinstimmen. Am besten lässt man sich hier von den Lehrern beraten“, sagt Kraus.

Warum? Beziehen Sie die Kinder in die Entscheidung mit ein

„Mein Tipp für alle Erziehungsfragen: Beteiligen Sie die Kinder an der Entscheidung. Wie viel sie lernen, ist dann egal. Sie sind einfach motivierter und die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich an die Abmachung halten, x Stunden zu lernen, ist größer!“, sagt Paula Honkanen-Schoberth. Sie rät Eltern, gemeinsam mit den Kindern zu üben und neue Formen des Lernens auszuprobieren. Dabei gibt es gute Argumente, um den Kindern zu vermitteln, dass das Lernen in den Ferien nicht ganz links liegen gelassen werden sollte. Denn als Motivation zum Lernen gilt: „Erstens wird der Start ins neue Schuljahr leichter und zweitens kann bei geistig total anspruchslosen Ferien der Intelligenzquotient sogar sinken“, sagt der Präsident des Lehrerverbandes, Josef Kraus.

Wann? Nicht mehr als zwei Stunden täglich im zweiten Abschnitt der Ferien

„Erst mal sollen sich die Kinder erholen, nichts tun, in aller Ruhe lesen oder Sport treiben“, so Josef Kraus. „Wenn es Wissenslücken zu schließen gilt, sollte das nur im zweiten Abschnitt der Schulferien passieren“, sagt der Pädagoge. Je nachdem, wie groß die Wissenslücken seien, sollte es reichen, zwei Stunden täglich in den Ferien zu lernen, ohne die Erholung zu gefährden. „Wichtig ist, dass die Kinder auch in den Sommerferien nicht vollkommen mit Freizeitterminen ausgebucht sind“, sagt Kraus, „sonst starten sie ausgepowert ins nächste Schuljahr.“ Die beste Ferienbeschäftigung? „Lesen, Lesen, Lesen …“, empfiehlt Kraus.

Wer? Durch gemeinsamen Spaß die Motivation am Lernen finden

Sowohl beim Lernen in den Ferien als auch im Schuljahr sollten die Kids besser eigenständig sein: „Je nach Alter sollten sie möglichst selbstständig und allein lernen. So wird die Eigenverantwortung gefördert“, rät Josef Kraus. Eltern könnten sich einbringen, in dem sie die Kinder abfragen und sie so anspornen. „Studien zeigen immer wieder: Kinder wünschen sich gemeinsame Zeit mit den Eltern. Wenn die Eltern begeistert und motiviert von bestimmten Wissensthemen sind, übertragen sie diese Faszination und das Interesse auf ihre Kinder“, beschreibt Paula Honkanen-Schoberth. Fazit: Nehmen Sie sich im Urlaub besonders viel Ruhe und Zeit, um mit ihrem Kind gemeinsam Wissensthemen zu entdecken und zu verstehen und geben Sie dem Kind Ruhe und Raum zum eigenständigen Lernen in den Ferien.

Wo? Neue Medien bringen neuen Zugang

„Verknüpfen Sie die Lerninhalte mit spielerischen Situationen“, rät Paula Honkanen-Schoberth. „Auch Neue Medien bieten ganz neue Perspektiven auf die Themen, die im Schulunterricht vielleicht nicht ganz verstanden wurden!“ So kann das gemeinsame Wiederholen des Schulstoffes beim Lernen in den Ferien ein kleines Abenteuer für die ganze Familie werden. Ein Ausflug ins technische Museum könnte beispielsweise die Begeisterung für Physik und ein vermeintlich trockenes Thema wecken. Die Motivation zum Lernen neuer Themen wird ebenso geweckt.  „Ein Ausflug ist auch eine tolle Belohnung, wenn ein Lernziel erreicht wird“, findet Josef Kraus. „Und gemeinsam etwas zu unternehmen ist für Kinder viel schöner, als ein rein materielles Geschenk!“

Was? Lernspaß in den Ferien

„Überlegen Sie gemeinsam: Wie machen wir das? Was soll gelernt werden?“, rät Paula Honkanen-Schoberth. So gemeinsam getroffene Entscheidungen motivieren und tragen zur Eigenverantwortung bei. Wenn die Schüler an Grenzen stoßen, machen nur Mut und Motivation das Lernen einfacher. „Ermutigen Sie Ihr Kind. Versuchen Sie, nicht zu kritisieren. Ein Satz wie „Du kannst das! Du schaffst es!“, kann Bärenkräfte wecken“, so die Erziehungsberaterin. Und wie bei jedem großen Brocken gilt: „Stecken Sie die Ziele nicht zu hoch. Mit dem richtigen Schwung und Leichtigkeit in kleinen Schritten klappt der Start ins neue Schuljahr besser!“

 

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